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Garten-Tipps

23.08.2019

Diese fünf Dinge sollten Hobby-Gärtner jetzt beachten

Er setzt sein Zerstörungswerk fleißig fort: Der Buchsbaumzünsler.
Bild: Gerlinde Mayer, dpa

Derzeit sollten Hobbygärtner nicht nur den Buchsbaumzünsler bekämpfen. Eine Expertin der Bayerischen Gartenbauakademie hat weitere Ratschläge.

Die Tränen können vielen Buchsbaumfreunden angesichts der Zerstörungen durch den Buchsbaumzünsler kommen. Der Schädling frisst sich immer weiter durch die grünen Umrandungen und oft fantasievoll zugeschnittenen Hingucker. Ist der Befall sehr weit fortgeschritten, ist im schlimmsten Fall nichts mehr zu machen, sagt Gartenbauingenieurin Marianne Scheu-Helgert. Die Expertin der Bayerischen Gartenbauakademie hat für Hobbygärtner wertvolle Tipps, was sie jetzt im August tun können.

Buchsbaumzünsler: Je früher der Schädling erkannt wird, desto effektiver lässt er sich bekämpfen, sagt Scheu-Helgert. Wem es nicht vor den Raupen graust und wer nur einzelne entdeckt, sollte sie stets abklauben. „Vor allem am Morgen und am Abend. In der Mittagshitze sind sie viel schlechter zu finden.“ Manch Hobbygärtner greife auch zum Staubsauger. „Das funktioniert gut“, sagt Scheu-Helgert.

Dann gilt es aber natürlich bei vielen eingesaugten Schädlingen, den Beutel vorher in einem Plastikbeutel sicher einzupacken und sofort im Hausmüll zu entsorgen. Sind erst einmal eine stattliche Menge größerer Raupen unterwegs, rät die Expertin zum Spritzen. „Bacillus thuringiensis“ sind biologische Insektizide, die unter verschiedenen Namen in Gartenfachgeschäften erhältlich sind.

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Die Raupen des Buchsbaumzünslers fressen auch die Rinde

"Die Raupen fressen den ganzen Tag“, erklärt die Fachfrau und ergänzt: „Das Schlimme ist, sie fressen nicht nur die Blätter, sondern auch die junge, grüne Rinde, sodass die Pflanze sich vom Befall nur schwer erholen kann.“ Auch könnten die Raupen überwintern und ihr Zerstörungswerk im nächsten Jahr fortsetzen.

Unkraut: „Das Thema ist nicht sexy, ich weiß“, sagt Scheu-Helgert. „Doch wer Samenunkräuter nicht rechtzeitig bekämpft, hat sie im nächsten Jahr in tausendfacher Menge. Das unterschätzen viele Leute.“ Jetzt im August würde die Fachfrau vor allem den Blick auf Unkrauthirsen lenken. Sie keimten erst, wenn es warm ist, also im Mai und Juni, vermehrten sich dann aber schnell.

Auch das Unkraut mit dem schönen Namen „Kleines Liebesgras“, das sich bevorzugt am Straßenrand und in Fugen zwischen Pflastersteinen breitmacht, empfiehlt die Expertin zu entfernen, weil es sich sehr schnell vermehrt. Wichtig: Samenunkräuter nie auf dem Kompost entsorgen, sondern in der Biotonne.

Sonnenblumen:  Über abblühende Sonnenblumen rät Scheu-Helgert jetzt ein Zwiebelnetz zu legen und sie, wenn sie völlig abgeblüht sind, über Kopf aufzuhängen. „So können sie schön eintrocknen und dienen im Winter für die Vögel als Nahrung.“

Rhododendren: Im Schlosspark Dennenlohe im Landkreis Ansbach sind sie ein Augenschmaus. In vielen anderen Gärten darben sie eher dahin. Die Rede ist von Rhododendren. Grund für einen schlechten Zustand der immergrünen Ziergehölze ist meist der zu hohe ph-Wert vieler Böden. Rhododendren benötigen saure Böden. „Der ph-Wert sollte zwischen 4,5 und 5,0 liegen“, sagt Scheu-Helgert.

Thujenhecken sollten regelmäßig gegossen werden

Es gebe allerdings mittlerweile Spezialzüchtungen, die auch in üblicher Gartenerde gedeihen, so genannte Inkarho-Rhododendren. Die Expertin rät allerdings auch dann zu Spezialerde und Rhododendrondünger. Gießen sollte man regelmäßig, aber nur mit kalkfreiem Regenwasser.

Übrigens: Auch blaue Hortensien brauchen saure Böden. Für die blaue Farbe ist ein bestimmtes Mineral verantwortlich – das Alaun. Nur in sauren Böden reichern sich die Aluminium-Ionen in der Bodenlösung an und können von den Pflanzen aufgenommen werden. Einen intensiven Blauton zeigen die Pflanzen bei pH-Werten unter 5,0. „Ich rate einfach zu rosafarbenen oder weißen Hortensien, sie sind wesentlich pflegeleichter“, sagt Scheu-Helgert.

Hecken: Thujenhecken bleiben langfristig nur schön, wenn sie auch regelmäßig gegossen werden, betont Scheu-Helgert. Da sie heimischen Vögeln und Insekten aber keine Nahrung bieten, rät die Expertin zu frei wachsenden Sträuchern. Schön machen sich etwa eine Strauchrose und Schmetterlingsflieder. Sie bieten im Sommer auch Sichtschutz. Weniger hoch, aber sehr attraktiv sind Blauraute oder Bartfaden.

Weitere Tipps finden sich auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de.

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