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Bayern

13.08.2012

Giftiges Kreuzkraut breitet sich aus

Das gelb blühende Jakobskreuzkraut breitet sich in Bayern immer weiter aus. Vor allem auf ungepflegten und schlecht gedüngten Flächen wie Weiden und Pferdekoppeln finde das Jakobskreuzkraut guten Nährboden.
Bild: dpa

Das stark giftige Kreuzkraut breitet sich in Bayern weiter aus. Das Kraut ist gefährlich und ähnelt einer essbaren Pflanze.

Das giftige Kreuzkraut breitet sich in Bayern immer weiter aus. Vor allem auf ungepflegten und schlecht gedüngten Flächen wie Weiden und Pferdekoppeln finde das Jakobskreuzkraut guten Nährboden, sagte Klaus Gehring, Experte für Unkrautkontrolle bei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft der Nachrichtenagentur dpa. Eine große Gefahr sei das Kraut für ökologisch bewirtschaftete Betriebe, da diese keine chemischen Unkrautvernichter einsetzen dürften. Kreuzkraut produziert sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die bei Tieren in hoher Dosis tödlich sind. "Bei geringen Mengen setzt ein schleichender Vergiftungsprozess ein und die Tiere verenden frühzeitig", sagte Gehring.

Lebensmittel von vergifteten Tieren nicht gefährlich

Für den Menschen sind Fleisch, Käse und Milch von vergifteten Tieren laut Experten keine direkte Gefahr. "Wer allerdings Kräutertees aufbrüht oder Wildkräuter für einen Salat sammelt, sollte besonders fachkundig sein", betonte der Kräuterkundler. Im Vorjahr sei ein älteren Mann im Allgäu nach dem Verzehr von mit Kreuzkraut vermischtem Teesud gestorben.

Ähnlichkeit mit Rucola

Das stark giftige Kreuzkraut ähnelt dem essbaren Rucola. Das wildwachsende Ackerkraut wird zehn bis 40 Zentimeter groß, hat gefiederte Blätter und kleine gelbe Blüten, die wie der Löwenzahn kleine Pusteblumen bilden.

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In Bayern sind drei oder vier der etwa 30 in Deutschland vorkommenden Kreuzkräuterarten problematisch. "Die Samen werden mit dem Wind sehr weit verfrachtet und können sich dadurch rasch ausbreiten", erläuterte Gehring. Das Jakobskraut wächst sehr gut auf offenen Böden, die nach längerer Trockenheit oder besonders starkem Regen entstehen. Auf geschlossenen Grasflächen kann sich das Kraut nicht verbreiten. Das Wasserkreuzkraut fühlt sich dagegen auf feuchten, frischen und leicht moorigem Untergrund wohl. (dpa/lby)

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