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  3. Historie: Carl Hirnbein war der reichste Mann des Allgäus

Historie
12.04.2021

Carl Hirnbein war der reichste Mann des Allgäus

Carl Hirnbein war einer der einflussreichsten Unternehmer in der Region. Er starb am 13. April 1871.
Foto: David Heinemann/ Edition Allgäu

Carl Hirnbein war zu Lebzeiten einer der einflussreichsten Unternehmer und Patriarchen in der Region und hinterließ Spuren, die noch heute sichtbar sind.

Als Carl Hirnbein vor 150 Jahren im Alter von 64 Jahren in seinem stattlichen Hofgut im Oberallgäuer Weitnau starb, überschlugen sich die Zeitungen mit Superlativen. Sie würdigten den damals reichsten Mann im Allgäu als bedeutendsten Unternehmer und einflussreichsten Patriarchen der Region. Und der Heimatdichter Peter Dörfler setzte ihm in einer Trilogie ein Denkmal. Die Bände „Der Notwender“, „Der Zwingherr“ und „Der Alpkönig“ charakterisieren ihn und sein außergewöhnliches gesellschaftliches Wirken.

Den Allgäuer Emmentaler machte Hirnbein zum Markenzeichen in Europa.
Foto: Harald Tittel, dpa

Der Allgäuer Emmentaler wurde durch Hirnbein zum Markenzeichen

Hirnbein revolutionierte neben anderen – etwa dem in Oberstaufen wirkenden Kaufmann und Käsehändler Josef Aurel Stadler – die bis dahin recht unbedeutende Milchwirtschaft. Der Allgäuer Emmentaler wurde durch ihn zu einem Markenzeichen in ganz Europa. Der Siegeszug der Eisenbahnen trug dazu mit bei. Umfangreiche Landerwerbe, die Errichtung und Förderung von Sennalpen und Talsennereien sowie Lieferverträge mit den Bauern sorgten ausreichend für den hierzu notwendigen „Rohstoff Milch“.

Carl Hirnbein ließ das Grüntenhaus erbauen.
Foto: Munkler

Das Grüntenhaus wurde zum Symbol des beginnenden regionalen Tourismus

Doch damit nicht genug: Hirnbein wollte es nicht nur mit Blick auf die Produktion von Käse den für ihn vorbildlichen Schweizern gleichtun. Auf dem „Allgäuer Rigi“ – dem Grünten – ließ er Mitte der 1850er Jahre das Grüntenhaus errichten. Über 20 Jahre lang war es das einzige Berghotel des Allgäus und Symbol des beginnenden regionalen Tourismus. Oft wird er sich dort mit anderen liberal Gesinnten getroffen haben. Seine besondere politische Beziehung zur Schweiz ist offensichtlich: Der Sieg der dortigen Freisinnigen 1847/48 war für ihn ein Stück politischer Genugtuung. Er war nämlich nicht nur ein sehr erfolgreicher Unternehmer, der gleichsam das europäische „Käsemarktgeschehen“ immer im Auge hatte. Gestärkt durch seine vielen Auslandsreisen wollte er auch die Enge, der vom Adel und reaktionären Beamtentum sowie klerikalen Einfluss geprägten heimischen Welt verändern. Er entwickelte sich so zum glühenden Mitstreiter der 1848er Revolution, forderte bürgerliche Freiheiten und eine Deutsche Nation.

Zusammen mit anderen – etwa dem Kemptener Rechtsrat Balthasar Waibel und dem Immenstädter Eisenhändler Fidel Schlund – konnte Hirnbein mit seinen Ideen auch Teile der durch die Entwicklung zum „Grünen Allgäu“ selbstbewusst gewordenen Bauern überzeugen. Der ertragsarme Flachs- und Ackerbau gehörte jetzt der Vergangenheit an. Die Milch- und Viehwirtschaft kennzeichnete nun das Allgäu. Auch das seit dem Mittelalter recht und schlecht florierende Montangeschäft hörte auf zu bestehen. Zu groß war der Wettbewerb mit anderen Bergbauregionen.

Heute ist es fast unbekannt: Der Grünten mit seinen Erzförderstollen war – so ein zeitgenössischer Bericht – „durchlöchert wie ein Schweizer Käse“. Das Allgäu wurde zur Hochburg der 1848er Bewegung, die – trotz ihres späteren Scheiterns – etwas erreichte, was in der Geschichtsschreibung ein wenig untergegangen ist: Mit dem Bayerischen Ablösungsgesetz vom 4. Juni 1848 wurden die standes- und gutsherrlichen Gerichtsbarkeiten aufgehoben.

Filmemacher Leo Hiemer dokumentierte Hirnbeins Leben

Die Frondienste und persönlichen Abgaben sind in einen ablösbaren Bodenzins umgewandelt worden. Und die Bauern wurden Eigentümer ihres Bodens. Als Mitte 1849 bayerische Infanterie mit 11.000 Mann von Donauwörth aus im Allgäu einmarschiert, war es vorbei mit den Freiheitsträumen der 48er. Für Carl Hirnbein endete alles glimpflich. Denn offensichtlich wollte man mit dem erfolgreichen und angesehenen freien Unternehmer Frieden schließen.

Der Allgäuer Autor und Filmemacher Leo Hiemer, der das Lebenswerk Carl Hirnbeins beinahe „minutiös“ beschrieb und es auch filmisch dokumentierte, sieht dies so: „Er hatte wohl eingesehen, dass gegen die Soldatenmacht nicht viel auszurichten und die liberale Verfassung der Paulskirche so nicht durchzusetzen war“. Doch Carl Hirnbein resignierte nicht. 1858 ließ er sich als freisinniger Liberaler und Vertreter des Wahlbezirks Immenstadt in die Abgeordnetenkammer des Landtages wählen. Bis 1863 vertrat er dabei nicht nur die Interessen des Allgäus, sondern befasste sich auch recht praxisnah mit Fragen des Straf- und Polizeirechts. Man muss Leo Hiemer beipflichten, wenn er den Allgäu-Pionier Carl Hirnbein so porträtiert: „Er hat dem Allgäu in der Welt Respekt verschafft; heimatbewusst und weltoffen!“

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