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Kirche
10.06.2021

Bedford-Strohm zu Marx: "Entscheidung des Papstes erleichtert mich"

Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (rechts) sind seit Jahren die Gesichter ihrer Kirche – und befreundet.
Foto: Corinna Kern, dpa (Archivbild)

Papst Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch des Münchner Erzbischofs Reinhard Kardinal Marx nicht an. Was dessen Freund, der evangelische Landesbischof, dazu sagt.

Die Nachricht, dass der Papst das Rücktrittsgesuch des Münchner Erzbischofs Reinhard Kardinal Marx nicht annimmt, hat Heinrich Bedford-Strohm mit Erleichterung aufgenommen. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte der evangelische Landesbischof Bayerns und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland am Donnerstag: "Ich kann nicht verhehlen, dass mich die Entscheidung des Papstes erleichtert."

Und weiter: "Wir brauchen die Stimme von Kardinal Marx - für die Ökumene, für die Reformprozesse der Kirche und auch als Stimme öffentlicher Theologie." Bedford-Strohm und Marx sind seit Jahren eng befreundet und engagieren sich gemeinsam für die Ökumene oder die Seenotrettung von Geflüchteten aus dem Mittelmeer.

Bedford-Strohm: Papst-Entscheidung ist "deutliches Zeichen der Unterstützung für Reformprozesse"

"Ich deute die Entscheidung des Papstes auch als deutliches Zeichen der Unterstützung für die Reformprozesse innerhalb der katholischen Kirche, an denen wir auch als Evangelische sehr teilnehmen", erklärte Bedford-Strohm zudem.

Marx hatte sein Rücktrittsangebot, das am vergangenen Freitag öffentlich wurde, damit begründet, dass er Mitverantwortung tragen wolle „für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten". Und er hatte das mit einem Appell für einen neuen Aufbruch und für Reformen innerhalb der katholischen Kirche verknüpft.

Ausdrücklich rief Marx dazu auf, dass der in Deutschland begonnene Gesprächsprozess "Synodaler Weg" zwischen Bischöfen und engagierten Katholiken weitergehen müsse. Dieses Debattenformat befasst sich mit den systemischen Ursachen des Missbrauchsskandals (Klerikalismus, übersteigertes Priesterbild, Zölibat, Rolle der Frauen). Es wurde sowohl vonseiten des Vatikans als auch von manchem deutschen Bischof bereits massiv kritisiert. Befürchtet wird, dass der Synodale Weg in eine Kirchenspaltung führen könne.


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