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Corona-Besuchsregelungen sind eine Herkulesaufgabe für die Kliniken

Kommentar Von Markus Bär
28.05.2021

Lockern oder nicht? Egal, wie sich Kliniken entscheiden, es wird keine optimale Lösung geben. Man muss Verständnis für das Klinikpersonal haben.

Die klassische Szenerie, dass am Wochenende Besucherströme mit Blumen und Pralinen freudig in die Kliniken ziehen, um dort ihre kranken Angehörigen aufzumuntern – sie wird wohl leider noch eine Weile nicht zu sehen sein. Zwar haben die Krankenhäuser teils ihre Zugangsbeschränkungen schon gelockert – oder haben das zumindest vor. Aber natürlich muss man Verständnis haben, dass das Klinikpersonal seine Bedenken hat.

Ein Covid-Ausbruch könnte fatal Folgen haben – wie in Friedberg

Denn während das Virus außerhalb der Kliniken bei großen Teilen der Bevölkerung (je nach Alter) keine schweren Verläufe auslöst, wie die Zahlen belegen, kann ein Covid-Ausbruch in einer Klinik – wie etwa in Friedberg – in eine Katastrophe führen. Man denke nur an Menschen, die abwehrgeschwächt mit einem Krebs ringen.

Zugleich weiß heute jede medizinische Fachkraft, dass auch das psychische Wohl für die Heilung eminent wichtig ist. Dass Einsamkeit und Traurigkeit Abwehrkräfte des Körpers herunterfahren kann. Auch das muss beachtet werden. Man kann also die Menschen nicht einfach abschotten. Das wäre unmenschlich.

 

So entsteht für die Verantwortlichen eine Herkulesaufgabe, eine Quadratur des Kreises. Die Kliniken werden sicher versuchen, zu lernen und differenzierte Angebote zu machen. In schwierigen Fällen können vielleicht Videoverbindungen Trost bringen. Unter Berücksichtigung von Test, Impfung und Abstand sind womöglich bald mehr Treffen im Krankenhausgarten möglich. Aber man wird nicht für jeden und alles sofort eine optimale Lösung parat haben können.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Besuchsverbot in Krankenhäusern: "Angehörige fehlen ungemein"

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