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Heilpraktiker oder Hausärztin: Gut, dass es die Wahl gibt

Kommentar Von Markus Bär
04.11.2021

In Bayern gibt es inzwischen viel mehr Naturheilpraxen als Hausarztpraxen. Das hat sicher mehrere Gründe. Doch es ist gut, dass es beide Angebote gibt.

Dass es im Freistaat immer mehr Naturheilpraxen gibt, während die Zahl der Hausärztinnen und Hausärzte stagniert, hat sicher ganz viele Gründe. Die Heilpraktikerprüfung ist mit etwas Fleiß vor dem Gesundheitsamt rasch abgelegt, eine Naturheilpraxis flugs gegründet, manches Heilsversprechen geht vielleicht etwas sehr weit.

Medizinstudienplätze hingegen gibt es zu wenige und die Ausbildung zur Ärztin und zum Arzt dauert samt Facharztprüfung über zehn Jahre. Ein Arzt kann und darf viel mehr. Trotzdem gehen viele Menschen lieber zur Heilpraktikerin. Und darüber braucht man sich auch nicht wundern. Zwingt doch das Abrechnungssystem einen Kassenarzt sehr oft dazu, seine Patientinnen quasi im Minutentakt durch seine Praxis zu schleusen. Niemand sollte meinen, dass das die Menschen nicht merken. „Der schaut mich ja gar nicht an – sondern nur in seinen Rechner auf meine Laborwerte. Und schon war ich wieder draußen.“

Diesen Satz hört man oft. Die Ärztin kann sich aber in vielen Fällen einfach nicht viel Zeit für ihre Patienten nehmen, das kann gar nicht entsprechend abgerechnet werden. Dabei würden sich das viele Menschen wünschen.

Heilpraktiker nehmen sich mehr Zeit für die Behandlung

In diese Lücke stoßen Naturheilpraxen. Ein Heilpraktiker kann für ein aufwendiges Gespräch eine Rechnung stellen. Das dann zu zahlen, ist es vielen Menschen wert. Sie fühlen sich anders auf- und wahrgenommen. Schon allein dies kann lindernden oder auch heilsamen Einfluss auf einen Patienten entfalten. Bei der Gesprächstherapie eines Psychologen (der ja ebenfalls kein Arzt ist) stellt das auch niemand infrage. Insofern ist es wichtig, dass es auch künftig beide Angebote der Heilversorgung in unserem Gesundheitssystem gibt. Und man kann weiter selbst entscheiden, zu wem man gehen will.

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21.12.2021

Genau aus dem im Artikel beschriebenen Grund bin ich auch zu einer Homöopathin gegangen. Ich habe mich bei meinem Hautarzt einfach nicht gut aufgehoben gefühlt. Habe mir dann eine Hautärztin mit Zusatzausbildung in Homöopathie gesucht. Die Anamnese hat ca. 30 Minuten gedauert und mir wurden so viele Fragen gestellt wie noch nie zuvor bei einem Arzt.
Die Behandlung hat bei mir angeschlagen. Nur wegen des guten Gefühls wäre ich jetzt nicht bei der Ärztin geblieben. Im Vordergrund steht schon noch, dass mir geholfen wird. Aber es ist sehr schön wenn man die Zuwendung des Arztes oder der Ärztin bekommt. Das beruhigt ja auch. Mein Hautausschlag war jetzt nicht gefährlich, dennoch wünscht man sich doch Verständnis und Zuspruch für die Situation. ich kann daher verstehen wieso es immer mehr Praxen gibt in denen Naturheilverfahren angeboten werden.

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