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ICE-Trasse

16.03.2016

Mehr Tempo im Bahnverkehr zwischen Augsburg und Ulm

Auf der Bahnstrecke Augsburg-Ulm müssen ICE-Züge immer wieder langsam fahren, wie hier bei Gabelbachergreut im Landkreis Augsburg. Das soll sich ändern.
Bild: Marcus Merk

Auf der Strecke Augsburg–Ulm plant der Bund eine Kombi-Lösung, die die Reisezeit verringern soll. Der Ausbau beseitigt ein Nadelöhr auf der transeuropäischen Magistrale.

Es ist ein Nadelöhr auf der ICE-Trasse Ulm–Augsburg. Auf der kurvenreichen Strecke zwischen Neu-Ulm und Dinkelscherben müssen die Züge stark abbremsen, um dann wieder auf 200 Stundenkilometer zu beschleunigen. Das soll sich ändern. Der Ausbau der ICE-Strecke als Teil der transeuropäischen Magistrale zählt im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans zu den vordringlichen Projekten der nächsten 15 Jahre. „Wir sind unserem Ziel einen Riesenschritt nähergekommen“, sagte gestern der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Ulrich Lange (CSU), gegenüber unserer Zeitung.

Dem Vernehmen nach stand der Ausbau bis zuletzt auf der Kippe. „Nun sind wir doch noch in die Zielkurve eingebogen“, sagte Lange. Der Nördlinger Abgeordnete hofft, dass nach der Fertigstellung des Milliardenprojekts „Stuttgart 21“ zeitnah mit dem Ausbau begonnen werden kann. Als möglichen Termin nannte Lange das Jahr 2022.

Neubau der ICE-Strecke von Augsburg nach Burgau vom Tisch

Nach den Plänen des Bundesverkehrsministeriums soll die bestehende Trasse von Neu-Ulm bis Unterfahlheim, einem Ortsteil von Nersingen, um ein drittes Gleis erweitert werden. Um die Reisezeit zu verkürzen, soll von Unterfahlheim über Jettingen nach Dinkelscherben ein Abschnitt in Autobahnnähe neu gebaut werden, auf dem die ICE-Züge mit Geschwindigkeiten bis zu 250 Stundenkilometern unterwegs sind.

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Ebenfalls ein drittes Gleis ist von Dinkelscherben nach Augsburg geplant. Ein weitgehender Neubau der ICE-Strecke von Augsburg nach Burgau parallel zur Autobahn A8 ist damit vom Tisch. Diese Variante war vor allem in Reihen der schwäbischen Politik auf heftigen Widerstand und Kritik gestoßen. Schwabens CSU-Chef Markus Ferber sprach jetzt „nach langer Vorarbeit“ von einem „Riesenerfolg“.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag, Eberhard Rotter (Kreis Lindau), äußerte sich zufrieden. Es sei nun wichtig, bei der Planung „möglichst schnell in die Gänge zu kommen“. Rotter ist von der jetzigen Lösung überzeugt. „Eine Schnelltrasse entlang der Autobahn hätte uns um Jahre zurückgeworfen.“

IHK Schwaben sieht wichtige Impulse für die Region

Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans setzt aus Sicht der Industrie- und Handelskammer Schwaben wichtige Impulse für die Region, „auch wenn einzelne wichtige Vorhaben unberücksichtigt geblieben sind“, sagte IHK-Präsident Andreas Kopton. Von „herausragender Bedeutung“ seien bei der Bahn vor allem die positiven Signale für einen Aus- und teilweisen Neubau der Strecke Ulm–Augsburg.

Mit der Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm seien ab 2021 erheblich mehr Züge auf dieser Strecke zu erwarten. Kopton: „Nun müssen wir in der Region alles dafür tun, dass beides rasch geplant, finanziert und umgesetzt wird – nicht nur die dritten Gleise, sondern auch der Neubauabschnitt zwischen Unterfahlheim und Dinkelscherben.“ Es dürfe kein Nadelöhr geben und deshalb dränge die Zeit. „Mit der Kombi-Lösung wird die Strecke auch dem Anspruch an eine transeuropäische Magistrale gerecht“, sagte der IHK-Präsident.

Im Allgäu gibt es einige Wermutstropfen

Einige Wermutstropfen enthält der Bundesverkehrswegeplan für den Bahnausbau dann doch: Die vor allem im Allgäu geforderten Elektrifizierung der Strecken Buchloe–Kempten–Lindau, Ulm–Kempten–Oberstdorf und Augsburg–Buchloe sind nicht im vordringlichen Bedarf. Dagegen soll die Strecke Ulm–Friedrichshafen–Lindau elektrifiziert und auf 160 Stundenkilometer beschleunigt werden.

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