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Missbrauchsopfer-Zahlungen: Regelung muss einheitlich sein

Kommentar Von Daniel Wirsching
05.10.2020

Die Bischöfe haben sich endlich verständigt: Missbrauchsopfer sollen 50.000 Euro von der Kirche erhalten. Nun darf es zu keinem Flickenteppich kommen.

Die deutschen Bischöfe reden in ihrer oftmals abgehobenen Sprache gerne davon, dass etwas ein Weckruf sei: die aktuelle Papst-Enzyklika, die Rekordzahl der Kirchenaustritte... Nur: Aufgewacht sind sie selbst meist spät oder noch gar nicht. Seit mehr als zehn Jahren erschüttern immer neue Missbrauchsfälle die katholische Kirche und die Öffentlichkeit.

Es dauerte bis Ende September 2020, bis sich die Bischöfe darauf verständigten, Missbrauchsopfern bis zu 50.000 Euro in „Anerkennung des Leids“ zu zahlen. Damit werden die bislang gewährten, lächerlich geringen Summen von um die 5000 Euro ab Januar passé sein. Und endlich soll es dann, nach zehn Jahren, auch ein bundesweit einheitliches Verfahren geben. Das ist ein Fortschritt, der von Opfern mühsam erkämpft werden musste.

Ein Bistum könnte aus der Regelung für Missbrauchsopfer ausscheren

Was nicht passieren darf: dass ein erneuter Flickenteppich an Regelungen entsteht, indem Bistümer Sonderwege gehen. Mit Regensburg gibt es das bereits. Ein Positivbeispiel wenigstens. Denn dort gelten Regelungen, die mit Opfern erarbeitet wurden; zudem wurden noch vor dem Beschluss der Bischofskonferenz Einmalzahlungen auf bis zu 50.000 Euro erhöht.

Was aber, wenn ein Bistum ausschert? Wenn, was ja denkbar wäre, Augsburg bei seinem Modell bleiben wollte, also bei niedrigeren Einmalzahlungen und monatlichen Leistungen? In einer Erklärung der Bischöfe ist von einem „einheitlichen Leistungsrahmen“ die Rede, eine vage Formulierung. Nach zehn Jahren Missbrauchsskandal müssen Opfer gleich behandelt werden, ohne jede weitere Verzögerung.

Unser Bericht: Wie viel Geld bekommen Missbrauchsopfer im Bistum Augsburg?

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15.10.2020

Der Papst bringt eine Enzyklika heraus, die im Grunde nichtsaussagend ist, und mehr ein gehobener Zeigefinger als klare Worte, und am Geschehen und der Lage der Kirche völlig vorbei geht . Die Bischöfe bejammern die Kirchenaustritte , und schwätzen kluge Worte , ohne sich wirklich ernste Gedanken zu machen und nach Lösungen zu suchen . Diese Klugschwätzereien und Schaumschlägereien haben die Menschen satt. Es wird über Glaubensverlust gesprochen ohne nachzudenken dass es Glaubwürdigkeitsverlust in die Institution könnte sein . Es wird vorgeschlagen neue Wege zu gehen ,und prompt werden diese Wege unterbunden und zum Fall gebracht, sobald sie den Vorstellungen der hohen Herren nicht entsprechen .Da kommt die Frage auf von wo dieses Vertrauen herkommen soll wenn das Kirchenvolk nur Ausführer der Anweisungen und Befehle ist, und nicht einbezogen wird in das Geschehen der Kirche. Sie sollten sich mal die Frage stellen wie Kirche zu machen ist ohne die Menschen einzubinden . Da kann man sehen wie Weit die sogenannten Oberhirten von den Menschen,von der Realität enfernt sind. Eine vernünftige Lösung zur Anerkennung des Leids ist nicht zu finden . Ärzte in kirchlichen Krankenhäuser, Lehrer an kirchlichen Schulen , Erzieherinnen in Kitas verlieren ihre Arbeit nur weil sie geschieden wurden und wiedrgeheiratet haben, oder andere Sachen wo den Herren nicht in den Kram passte. Wenn es um so einen schweren Fall wie Missbrauch geht findet man jahrelang keine Lösung. Das war in der Kirche immer schon so,wenn es um Macht und Geld geht trift man sie am wunden Punkt. Auch Trennung von Staat und Kirche sollte angegangen werden, und das längst überfällige Konkordat aufgelöst werden. Bei dem Vermögen der Kirche, dürften Anerkennungszahlungen an die Opfer kein Problem sein ,egal wie hoch die Summe ist und sollte von einem ordentlichen Gericht festgelegt werden.

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