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Algäuer Folk-Duo

07.03.2014

Rockende Locken

Schon seit zwölf Jahren sind die Vivid Curls auf deutschen Bühnen unterwegs. Viele Lieder singen sie in Allgäuer Mundart.
Bild: Roland Furthmair

Schon seit zwölf Jahren sind die Vivid Curls auf deutschen Bühnen unterwegs. Viele Lieder singen sie in Allgäuer Mundart. Jetzt wollen sie endlich ihren Traum verwirklichen.

Morgens um zehn Uhr in Augsburg. Das Haar noch duschfeucht, sitzt Irene Frank im Café „Viktor“. Im Gegensatz zu anderen Künstlerinnen ist sie um diese Zeit bereits bestens gelaunt. Die 33-Jährige ist die Hälfte des Allgäuer Folk-Rock-Duos „Vivid Curls“ (Lebende Locken). Die beiden hübschen Sängerinnen, die oft für Zwillinge gehalten werden, werden längst nicht mehr auf ihre Haarpracht reduziert. Nach zwölf Jahren auf der Bühne arbeiten sie mit einem Profiproduzenten hart am musikalischen Durchbruch.

Ihr habt gerade euer erstes professionelles Video online gestellt. Was ist das für ein Gefühl?

Das ist schon ein tolles Gefühl. Wir freuen uns sehr darüber, dass das Video so gut geworden ist. Erstmals haben wir einen Titelsong zum Video gemacht. Heute Abend werden wir auf jeden Fall mit einem Glaserl auf unsere Zukunft anstoßen.

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Worum geht es in dem Video?

Es heißt wie das Lied „Jäger der Glückseligkeit“. Wir haben darin unsere Momente der Glückseligkeit eingefangen und illustrieren damit den Titelsong.

Was ist für dich Glück?

Ach ja, schöne Momente beim Musik machen, wunderbare Augenblicke mit unseren Familien oder ganz einfach Alltagsglück: eine Tasse Kaffee trinken, Freunde treffen, eine Umarmung. Es gibt so viele kleine Momente der Glückseligkeit.

Aber soll man Glück wirklich jagen?

Jagen ist vielleicht ein zu starkes Wort. Aber ich glaube schon, dass sich das Glück verfolgen lässt. Denn es ist meist in kleinen Momenten im Leben zu spüren. Die muss man schätzen und wahrnehmen lernen. Glück ist letztendlich nicht der Sechser im Lotto.

Ihr singt sowohl Hochdeutsch als auch in Allgäuer Mundart. Welche genau ist das?

Wir kommen aus der Nähe von Kempten. Dort hat – genau betrachtet – fast jedes Dorf seinen eigenen Dialekt. Unserer ist aus der Altusrieder und Wiggensbacher Ecke.

Warum habt ihr euch für Dialekt entschieden, wo Mundart doch eher die große Karriere einschränkt?

Wir fingen mit englischen Liedern an, hatten aber auch Allgäuer Volksliedgut wie den Strubbelhas’ als Zugaben im Programm. Darüber kamen wir auf den Gedanken, ein eigenes Stück aus dem Hochdeutschen ins Allgäuerische zu übersetzen. Das hat so warm, liebevoll und authentisch geklungen, dass uns klar war: Das passt ideal zu uns. Manche Themen lassen sich zwar auf Hochdeutsch besser beschreiben, aber der Dialekt liegt uns sozusagen auf der Zunge. Dazu kommt: Mundart muss man bewahren. Dazu wollen wir unseren Teil beitragen.

Du lebst längst nicht mehr daheim bei Kempten, sondern inzwischen in der Nähe von Augsburg. Was verbindest du mit dem Allgäu?

Meine Familie ist ja noch dort. Das wird immer meine Heimat bleiben. Das Allgäu erdet mich, da bin ich stark mit der Natur verbunden. Da ist eine ganz besondere Luft, die rieche ich.Auch dieses Boinige und Sture im Wesen des Allgäuers, das liegt mir, denn es besticht mit einer wunderbaren Einfachheit.

Ihr seid heuer in ganz Deutschland auf Tournee. Wie lässt sich die Rolle als Sängerin und Gitarristin mit der der zweifachen Mutter verbinden?

Wir müssen natürlich schon schauen. Wir haben starke Männer, die diesen ganzen Stress mittragen und auch Kinder, die es von Anfang an nicht anders kennen. Nach der Geburt meiner ersten Tochter Emma war ich nach fünf Wochen wieder auf der Bühne. Die Kleine hatte ich oft Backstage dabei. Und es gibt auch kein Theater, wenn die Kinder mal beim Vater sind. Ansonsten gehört viel Organisationstalent dazu.

Du besitzt in einer Welt der permanenten multimedialen Kommunikation kein Handy – wie kann das sein?

(lacht) Ich möcht’ einfach manchmal meine Ruhe haben. Um ehrlich zu sein, ein Notfallhandy nutze ich schon ab und zu , wenn wir auf Tournee sind. Ich finde es aber grundsätzlich schön, einfach mal nicht erreichbar zu sein.

Ihr seid mittlerweile ziemlich erfolgreich, habt einige Musikpreise abgeräumt, könnt von der Musik ganz gut leben. Wovon träumt ihr?

Der Beruf gehört sicher zu den Dingen, die uns zu glücklichen Menschen machen. Mit dem neuen Album, unserem mit Abstand teuersten Projekt, wollen wir nun einen Schritt weiter kommen. Ziel ist, dass unsere Lieder künftig im Radio gespielt werden. Wir haben mit einem national renommierten Produzenten aus Burgau gearbeitet. Das könnte ein entscheidender Faktor dazu sein. Denn ich habe das Gefühl, die Aufnahmen klingen endlich so, wie wir uns das immer gewünscht haben. Jetzt müssen nur alle anderen auch dieser Meinung sein. Interview: Josef Karg

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