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Weihnachtsfrieden: Man sollte der CSU nicht alles glauben

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Kommentar Von Holger Sabinsky-Wolf
18.12.2018

Es ist nachvollziehbar, dass die CSU nicht zurück, sondern nach vorne blicken möchte. Doch so einfach ist das nicht.

Weihnachten ist eine große Inszenierung. Das ist bei der CSU nicht anders als in vielen Familien. Mit vielen süßen Plätzchen, bunter Deko und viel Glühwein wird da so manches Familienzerwürfnis übertüncht. Bis dann halt Onkel Karl sich doch wieder mit Tante Erna in die Haare kriegt, weil die Meinungsverschiedenheiten zu groß sind und die beiden sich noch nie leiden konnten.

Die CSU gießt Zuckerguss über die vergangenen Monate

Also hat auch die CSU alles Recht und allen Grund, ordentlich Zuckerguss über die vergangenen 18 Monate zu gießen. Nur sollte man das nicht alles glauben. Die Partei hat eine ihrer größten Krisen hinter sich. Absturz bei der Bundestagswahl , Seehofers Sturz als Ministerpräsident, Dauerstreit mit der Schwesterpartei, Regierungskrisen in Berlin und schließlich das historisch schlechte Ergebnis bei der Landtagswahl und der erzwungene Abgang Seehofers als Parteichef.

Es ist nachvollziehbar, dass die CSU nicht zurück, sondern nach vorne blicken möchte. Söder will alles: Die Partei soll jünger, weiblicher, moderner, digitaler, begeisternder, konservativer, teamorientierter werden. Eine Denkfabrik aus Philosophen, Künstlern und Intellektuellen soll neue Ideen geben. Fast ein bisschen zu viel. Denn so einfach wird das alles nicht. Die Europawahl steht vor der Tür, bei der die CSU 2014 schlecht abgeschnitten hat. Und der unberechenbare Seehofer ist immer noch Innenminister in Berlin. Auch fürs nächste Weihnachten sollte die CSU genug Glühwein bereithalten.

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18.12.2018

Die Zuckerfabriken Rain und Ochsenfurt wären lange ausgelastet, müssten sie die Glanzleistungen überzuckern, die der Ramses, das Mautkasperl und das Dokterl im Bundesverkehrsministerium abgeliefert haben.

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