Anmerkung der Redaktion: Dieser Text zählt bei unseren Leserinnen und Lesern zu den beliebtesten Stücken und wird deshalb immer wieder ausgespielt.
Rund 13,25 Millionen Menschen leben in Bayern. Das hat das Statistische Landesamt am Ende 2024 ermittelt und damit das anhaltende Bevölkerungswachstum im Freistaat bestätigt. Seit 2000 ist die Anzahl der Bayerinnen und Bayern um über eine Million Menschen gestiegen, kaum ein anderes Bundesland verzeichnet solch eine Entwicklung. Auch der Südwesten des Freistaats ist beliebt: Eine starke Wirtschaft und hohe Lebensqualität ziehen nach wie vor Menschen in die Region. Doch auch hier, im Südwesten Bayerns, gibt es Gemeinden, in denen der Trend gebrochen wird.
So stark wie in einigen nördlichen Regionen Bayerns ist es hier allerdings nicht. Etwa im Grenzgebiet zu den neuen Bundesländern in Unter- und vor allem Oberfranken sind dagegen ganze Landkreise von Bevölkerungsschwund betroffen, Ähnliches ist zwischen Ries und Allgäu nicht zu beobachten. Den Zahlen des LfSt zufolge wird bis 2042 in sämtlichen Landkreisen Schwabens sowie den angrenzenden Gebieten Oberbayerns die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner um mindestens zwei Prozent wachsen, teils sogar um mehr als zehn Prozent; wie in den Landkreisen Augsburg und Unterallgäu.
In diesen Gemeinden Bayerisch-Schwabens schrumpft die Bevölkerung am stärksten
Die wenigen Gemeinden, in denen die Bevölkerung seit 2018 jedoch signifikant gesunken ist, haben alle eine Eigenschaft gemeinsam: Sie sind äußerst klein. Eine von ihnen ist etwa die Gemeinde Forheim im Landkreis Donau-Ries. Hier leben nach dem neuesten Stand vom 30. Juni 2025 nur 520 Menschen. Und so klingt es zwar kaum dramatisch, wenn man festhält, dass die Bevölkerung sich hier seit 2018 zwar verringert hat, jedoch um lediglich 35 Personen. Doch für eine Gemeinde wie Forheim bedeutet das gleich einen Bevölkerungsrückgang um 6,2 Prozent – eine Zahl, die in Schwaben sowie den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Landsberg am Lech nur noch in zwei Gemeinden überboten wird.
Dabei finden sich auch in der Nachbarschaft von Forheim weitere Gemeinden mit Bevölkerungsschwund. Ehingen am Ries hat etwa zwischen 2018 und 2025 49 Einwohnerinnen und Einwohner verloren. Bei einer Bevölkerung von heute 758 Personen ist das ein Verlust von 6,1 Prozent. Auf die Gesamtentwicklung für den nördlichsten bayerisch-schwäbischen Landkreis hatten die kleinen Gemeinden jedoch keinen Einfluss: In Donau-Ries leben aktuell rund 1500 Menschen mehr als 2018, ein Zuwachs von über einem Prozent bei nun 135.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Um neben Ehingen und Forheim die beiden weiteren Gemeinden zu finden, die sechs Prozent oder mehr ihrer Bevölkerung in diesem Zeitraum verloren haben, muss man weiter in den Süden schauen.
Rekordwert in Schwaben: So viele Einwohner hat Maierhöfen seit 2018 verloren
So liegt zwar auch Günzach in einer wachsenden Region, gehört zum Landkreis Ostallgäu. Wie Forheim und Ehingen ist es allerdings recht klein, hier leben aktuell 1362 Menschen. 2018 waren es hingegen noch 1454, also 92 mehr – ein Verlust von 6,3 Prozent. Ähnlich geht es der Gemeinde Maierhöfen: Sie liegt im Landkreis Lindau, der ein stetiges Bevölkerungswachstum verzeichnet. Mit aktuell noch 1479 Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Bevölkerung hier allerdings seit 2018 um 120 Menschen geschrumpft – das entspricht rund 7,5 Prozent der Bevölkerung. Einen höheren Wert gibt es sonst weder in Schwaben, noch in den angrenzenden Landkreisen in Bayern.
Für die betroffenen Gemeinden gibt es aber auch gute Nachrichten: Wer klein ist, hat zugleich gute Chancen, den Trend wieder umzukehren. Nur wenige Zuzügler könnten hier für ein starkes Bevölkerungswachstum sorgen. Und viele der genannten Gemeinden – wie Maierhöfen, Günzach oder Forheim – hatten zuvor auch jahrzehntelang häufig Zuwachs zu verbuchen. Wie es auch gehen kann, zeigt etwa die Nachbargemeinde von Günzach: In Untrasried, einem der jüngsten Orte der Region, sind seit 2018 96 Personen neu hinzugekommen. In einer Stadt wie Augsburg würde diese Zahl kaum auffallen – hier bedeutet sie bei nun 1674 Einwohnerinnen und Einwohnern gleich einen Zuwachs von 6,1 Prozent.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren