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  3. Bistum Augsburg: Das sind die Reaktionen auf den Rücktritt der Missbrauchsbeauftragten

Katholische Kirche
24.04.2024

"Einmaliger Vorgang": Reaktionen auf Rücktritt der Missbrauchsbeauftragten

Der Augsburger Bischof Bertram Meier steht in der Kritik. Diese kommt nicht nur von den von ihm beauftragten, unabhängigen Missbrauchsbeauftragten.
Foto: Nicolas Armer, dpa (Archivbild)

Die Kritik der bisherigen Ansprechpersonen an der Augsburger Bistumsspitze sorgt für Schlagzeilen. Was Vertreter von Gremien, Reformgruppen und aus der Politik sagen.

Die Rücktrittsankündigung von gleich zwei der drei Missbrauchsbeauftragten des katholischen Bistums Augsburg hat am Mittwoch bundesweit zu Reaktionen geführt. So sagte der Sprecher der Betroffenen-Initiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, der Deutschen Presse-Agentur, dies sei "in der Tat einmalig". Der Vorgang zeige, dass Aufarbeitung in Eigenregie nicht funktionieren könne und für Betroffene eine Zumutung sei. "Es wird Zeit, dass die Politik endlich ins Handeln kommt", sagte Katsch und forderte "eine Wahrheitskommission in der katholischen Kirche".

Zuvor hatte unsere Redaktion berichtet, dass die Diplom-Psychologen und Psychologischen Psychotherapeuten Angelika Hauser und Rupert Membarth der Bistumsleitung schriftlich ihren Rücktritt zum 30. April erklärt hatten. Dies taten sie am Montag.

Einer der Hauptvorwürfe der Missbrauchsbeauftragten: die mangelnde Kommunikation mit Bischof Bertram Meier

Schriftlich gegenüber der Bistumsleitung wie in einem Interview mit unserer Redaktion führten die beiden, die im September 2022 als neue unabhängige Missbrauchsbeauftragte vorgestellt worden waren, mehrere Gründe für ihren Schritt an. Darunter: "eine mangelnde Kommunikation mit dem Augsburger Bischof Bertram Meier und seinem Generalvikar". Sowie: "kein engagiertes Bemühen" der Diözesanleitung, "proaktiv vergangene und gegenwärtige Fälle sexualisierter Gewalt aufzuarbeiten". Diesen Vorwurf wies das Bistum Augsburg "entschieden zurück".

Angelika Hauser, 1959 in Hamburg geboren, ist Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin. Hauser hat in Augsburg ihre Praxis. Zu Interview Missbrauchsbeauftragte honorarfrei
Foto: Eberhard Hauser

Zudem kritisierten Hauser und Membarth im Interview mit unserer Redaktion unter anderem weiter, dass ihnen "die Möglichkeit genommen" worden sei, "die Personalakten beschuldigter Kleriker einzusehen". Dies wäre aus ihrer Sicht wichtig gewesen, um zu einer seriösen Plausibilitätseinschätzung von Vorwürfen Betroffener zu kommen.

Dazu verwies das Bistum Augsburg auf datenschutzrechtliche Bestimmungen, die alle deutschen Bistümer beträfen. Die Kommission des Verbands der Diözesen Deutschlands habe nach der zum 1. Januar 2022 in Kraft getretenen neuen Personalaktenordnung bereits "die strikte Einhaltung der Vorschriften angemahnt, wonach seitdem kein Recht zur Akteneinsicht besteht". Das Bistum Augsburg müsse seitdem "streng zwischen Akteneinsicht und Aktenauskunft trennen". Ob und wie diese Trennung durch die anderen Bistümer praktiziert werde, entziehe sich allerdings seiner Kenntnis.

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Missbrauchsbeauftragte: Uns wurde der "Einblick in die Personalakten von beschuldigten Klerikern" untersagt

Angelika Hauser erklärte dagegen gegenüber Bistumsleitung und unserer Redaktion: "Bis vor Kurzem gab es für uns die Möglichkeit, die Personalakten der Beschuldigten einzusehen." Erst ab Mitte November 2023 sei "dies jedoch plötzlich nicht mehr möglich" gewesen. "Wir erhielten vom Ordinariatskanzler per Mail die Information, die uns den Einblick in die Personalakten von beschuldigten Klerikern untersagte. Fortan sollte dies nur noch mittelbar über den Interventionsbeauftragten geschehen", so Hauser.

Christian Weisner vom Bundesteam der "KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche". Er bezeichnet den Rücktritt der beiden Missbrauchsbeauftragten als einen "dringlichen Warnruf".
Foto: Armin Weigel, dpa (Archivbild)

Christian Weisner von der bundesweiten katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche" bezeichnete den Rücktritt der beiden Missbrauchsbeauftragten auf Anfrage als einen "dringlichen Warnruf". "Er macht deutlich, wie unbeholfen und unbefriedigend auch nach so vielen Jahren, ja Jahrzehnten, immer noch eine wirklich an den Interessen der Betroffenen ausgerichtete konkrete Missbrauchsaufarbeitung verläuft." Maßgeblich für den Rücktritt sei wohl "die Diskrepanz zwischen den Aussagen und Ankündigungen des Augsburger Bischofs und dem tatsächlichen Handeln der Bistumsbehörde, für die aber der Bischof die letzte Verantwortung trägt und tragen muss", sagte Weisner. Er forderte, dass die Aufarbeitung von sexuellem und auch geistigem Missbrauch "auf völlig neue Beine gestellt werden" müsse. "Denn jedes einzelne Versagen in einem deutschen Bistum ist ein herber Rückschlag für die Glaubwürdigkeit der gesamten katholischen Kirche in Deutschland."

Elisabeth Weissenhorn-Höfle und Uli Spindler von der Reforminitiative "Maria 2.0 im Bistum Augsburg" erklärten auf Anfrage: "Sind sich Bischof Bertram Meier und die Bistumsleitung bewusst, was sie mit ihrem Verhalten und ihrer Vorgehensweise zum Ausdruck bringen? Wir stellen uns die Frage: ,Verhalte ich mich derart, wenn ich von einer Herzensangelegenheit spreche?’" Das Vertrauen in die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit, die Aufarbeitung des Missbrauchs uneingeschränkt zu unterstützen und zügig durchzuführen, sei "damit komplett verloren gegangen, auch wenn es vielleicht komplexe Rahmenbedingungen gibt".

Elisabeth Weissenhorn-Höfle (rechts) von der Reforminitiative "Maria 2.0 im Bistum Augsburg". Das Bild zeigt sie Ende Februar während einer "Mahnwache" vor dem Augsburger Dom. Damals waren die deutschen katholischen Bischöfe in Augsburg zu ihrer Vollversammlung zusammengekommen.
Foto: Silvio Wyszengrad

Auch in der Landespolitik waren die Rücktritte am Mittwoch Thema. So meldete sich Gabriele Triebel, religionspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen aus Kaufering, in einer Stellungnahme zu Wort: "Die Rücktritte der beiden Missbrauchsbeauftragten zeigen erneut, dass es klare Regeln für die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und mehr Unterstützung für die Opfer braucht. Die Hürden, von denen sie sprechen, sind lange bekannt." Und weiter: "Solang die Aufarbeitung nur vom Goodwill der Kirchen abhängt, wird sich nichts ändern. Wir brauchen dringend ein Gesetz, das das Recht auf Aufarbeitung und Ansprechstellen verbindlich festlegt. Auf Bundesebene wird bereits daran gearbeitet – Bayern sollte diesem Beispiel folgen."

Betroffenenbeirat und Diözesanrat äußern sich

Vom "Unabhängigen Betroffenenbeirat im Bistum Augsburg" hieß es auf Anfrage, dass man den Rücktritt Hausers und Membarths bedauere. "Jedoch ist dies eine Angelegenheit des Bistums, die der Betroffenenbeirat nicht kommentieren möchte", sagte dessen Sprecher Friedrich Braun. Er ergänzte: "Wir selbst konnten die Erfahrung machen, dass die Kommunikationswege mit dem Bistum funktionieren, wobei Verbesserungen durchaus denkbar sind. Die hohe Priorität, die vonseiten des Bistums dem Datenschutz eingeräumt wird, ist durchaus in unserem Sinne." Als Mitglieder auch der "Unabhängigen Aufarbeitungskommission Augsburg" könne man "bestätigen, dass der Zugang zu Akten stets gewährleistet war".

Auch die Vorsitzende des "Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg", Hildegard Schütz, äußerte sich gegenüber unserer Redaktion. "Wir nehmen den Rücktritt von Frau Angelika Hauser und Herrn Rupert Membarth mit Bedauern zur Kenntnis", sagte sie. Die nun im Raum stehenden Vorwürfe bezögen sich "aus unserer Sicht auf Modi der Zusammenarbeit zwischen den drei Akteuren" ,Ansprechpersonen für Missbrauch’, ,Unabhängige Aufarbeitungskommission Augsburg’ und ,Bistumsleitung’. "Der Diözesanrat als oberstes Laiengremium hat ein großes Interesse an einer intensiven und reibungslosen Zusammenarbeit dieser drei Akteure und aller Verantwortlichen, damit Betroffenen schnellstmöglich und umfänglich geholfen werden kann", so Schütz. "Die jetzige Situation sollte daher im Dialog mit allen Beteiligten geklärt und Unstimmigkeiten ausgeräumt werden."

Joachim Unterländer, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern und ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter, sagte auf Anfrage ganz ähnlich: "Es muss eine möglichst transparente und offene Aufarbeitung erfolgen – und dies im Dialog mit allen Beteiligten. Das muss auch im Bistum Augsburg möglich sein."

Das sagt das Bistum Augsburg auf die Frage, wie es nun weitergeht

Auf die Frage, wie es im Bistum Augsburg mit den Missbrauchsbeauftragten weitergehe, erklärte ein Bistumssprecher am Mittwoch: "Das Bistum Augsburg hat bereits damit begonnen, Nachfolger/-innen für die zum 30. April 2024 ausscheidenden Ansprechpersonen zu suchen." In der sogenannten Interventionsordnung, auf die sich die deutschen Bischöfe verständigt haben, heißt es: "Es sollen mindestens zwei Personen, sowohl eine Frau als auch ein Mann, benannt werden." Da der bislang dritte Missbrauchsbeauftragte, der Jurist Andreas Hatzung, ankündigte, weiter im Amt bleiben zu wollen, bedeutet das dem Sprecher zufolge, dass nun "vorrangig eine weibliche Person zu finden" sei. Ansonsten sei "der Stellungnahme des Bistums derzeit nichts hinzuzufügen". Angefragt war auch eine persönliche Stellungnahme des Bischofs.

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25.04.2024

Bin ich froh, dass ich vor 5 Jahren aus diesem Kasperlverein ausgetreten bin. Mit Glaube und Menschlichkeit hat das doch nichts mehr zu tun.

25.04.2024

Und die CSU steht getreu hinter diesen Machenschaften der Kirche, indem sie der Kirche eine Vorrangstellung in bayrischen Schulen gibt.
Leid tun mir die viele Missbrauchsopfer, aber auch die vielen tollen Menschen die innerhalb der kirchlichen Strukturen prima Arbeit machen.