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Interview
04.03.2022

"Revolutionäre Erforschung der Haut" aus Augsburg

Insbesondere Kinder sind von Neurodermitis betroffen. Der Juckreiz kann sehr quälend sein.
Foto: Oliver Berg, dpa

Viele Menschen, vor allem Kinder, leiden unter Neurodermitis. Diese kann sehr quälend sein. Doch inzwischen gibt es immer mehr Abhilfe.

Die Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine relativ häufige Hauterkrankung. Bis zu 20 Prozent der Kinder sind in Deutschland betroffen. Mit zunehmendem Alter klingt die Erkrankung oft ab. Deshalb sind dann noch etwa ein bis drei Prozent der Erwachsenen betroffen. Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin der Hochschulambulanz für Umweltmedizin an der Uniklinik Augsburg, forscht intensiv zu diesem Thema und sucht überdies Probanden, die sich an einer aktuellen Studie beteiligen.

Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin der Hochschulambulanz für Umweltmedizin an der Uniklinik Augsburg
Foto: Uniklinik Augsburg

Frau Prof. Traidl-Hoffmann, handelt es sich bei der Neurodermitis – etwa wie bei der Schuppenflechte – um eine Autoimmunerkrankung?

Claudia Traidl-Hoffmann: Wie die Medizin inzwischen herausgefunden hat, handelt es sich um eine Art Barrieredefekt der Haut, der genetisch bedingt, aber auch durch Umweltfaktoren getriggert sein kann. Bei lange bestehender Neurodermitis kommen manchmal Autoimmunmechanismen dazu.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Traidl-Hoffmann: Es werden bestimmte Barrieremoleküle in der Haut nicht gebildet. Man kann sich das etwa so vorstellen wie eine Mauer, in der der Mörtel fehlt. Die Haut ist sozusagen nicht dicht. Das führt dazu, dass sich das Mikrobiom, das ist hier die Gesamtheit der Bakterien, Viren und Pilze auf der Haut, verändert. Das wiederum fördert Entzündungen auf der Haut – und eine Art Teufelskreislauf entsteht. Die Haut ist gerötet, entzündet, juckt teils sehr heftig, was für die Betroffenen sehr quälend sein kann, etwa nachts.

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Wie diagnostiziert man Neurodermitis?

Traidl-Hoffmann: Das klinische Bild und die Krankengeschichte weisen meist den direkten Weg zur Diagnose. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit der Schuppenflechte. Und es gibt Übergangsformen zwischen beiden Hauterkrankungen. In 95 Prozent der Fälle kann eine Hautärztin oder ein Hautarzt eine Neurodermitis einfach von außen mit den Augen erkennen. Inzwischen gibt es ein neues diagnostisches Mittel. Man kann bestimmte Moleküle auf der Haut nachweisen. Diese werden mittels einer – schmerzlosen – Probe auf der Haut gewonnen.

Wie wird die Neurodermitis behandelt? Gibt es da neue Behandlungswege?

Traidl-Hoffmann: Bei leichteren Formen äußerlich, bei schweren Formen sozusagen von außen und innen. Bislang hat man etwa mit Cortisoncremes oder einem Immunsuppressivum namens Ciclosporin gearbeitet. Das ist aber sozusagen die Methode Rasenmäher – auch wenn die modernen Cortisone viel Wirkung und sehr wenige Nebenwirkungen aufweisen. Früher gab man Cortison noch als Tablette, aber das wird nicht mehr gemacht. Heute trägt man moderne Cortisone nur noch direkt auf die Haut auf.

Also gibt es neue Medikamente?

Traidl-Hoffmann: Ja, in der Tat. Sehr gute Medikamente, die im Prinzip keine Nebenwirkungen haben. Sie unterbrechen die Entzündungskaskade auf der Haut. Das ist etwa so, als würde man bei einer Kette von Dominosteinen einige herausnehmen, sodass es nicht zu einer Kettenreaktion kommt. Eben weil die Therapie so spezifisch ist, hat sie fast nur Wirkung und wenig Nebenwirkungen.

Werden diese neuen Medikamente schon oft verwendet?

Traidl-Hoffmann: Von uns ja, in der breiten Anwendung leider noch nicht. Die Kenntnis darüber muss sich noch weiterverbreiten.

Woran forschen Sie derzeit im Besonderen?

Traidl-Hoffmann: In den vergangenen Jahren ist es uns im Rahmen einer Förderung durch die Christine Kühne Stiftung gelungen, das Mikrobiom auf der Haut in geradezu revolutionärer Weise zu erforschen. Wir können das Mikrobiom auf der Haut untersuchen und sagen, ob Medikamente bei Neurodermitis über einen längeren Zeitraum gesehen erfolgreich wirken. Um diese Daten zu verarbeiten, ist eine komplexe Bioinformatik notwendig. Die Werkzeuge dafür wurden hier in Augsburg entwickelt. Wir versuchen nun, das Mikrobiom mit Cremes – das sind keine Medikamente, sondern Pflegecremes – zu beeinflussen. Dafür suchen wir hier in Bayerisch-Schwaben noch Freiwillige, die sich an unserer Studie beteiligen. Die Teilnahme ist völlig schmerzlos. Wir wollen auch schauen, wie sich über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren psychosoziale Faktoren wie Stress oder auch Umweltfaktoren auf die Haut auswirken. Ich würde mich freuen, wenn sich Probanden bei uns melden würden. Interessierte melden sich unter studien.umweltmedizin@med.uni-augsburg.de

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