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Silberdistel
27.01.2024

Er ist Naturschützer, Vollbluthandwerker und lebt fürs Ehrenamt

Unter anderem für seine Arbeit im Königsbrunner Naturmuseum erhält Günther Groß die Silberdistel.
Foto: Marcus Merk

Das Ehrenamt prägt den Großteil des Lebens von Günther Groß aus Königsbrunn, und er ist immer noch nicht müde. Die Redaktion verleiht ihm nun die Silberdistel.

So schwierig es ist, das Haus von Günther Groß in Königsbrunn zu finden, so einfach ist es, irgendwann auf seinen Namen zu stoßen. Nicht nur in seiner Heimatstadt, sondern im ganzen Landkreis hat sich der 79-Jährige mit seinem ehrenamtlichen Engagement, vor allem im Naturschutz und in der Umweltbildung, verdient gemacht. Für seinen besonderen Einsatz erhält er die Silberdistel unserer Redaktion.

In einer Wohnsiedlung in Königsbrunn wohnt Günther Groß mit seiner Ehefrau Maria. Niemand wird wohl je verstehen, nach welchem Schema die Hausnummern nummeriert sind. "Ich weiß es auch nicht", gibt der 79-Jährige zu. Steht man dann vor der richtigen Tür, fällt der Blick auf den Briefkasten mit einem Aufkleber, auf dem "Freundeskreis Naturmuseum Königsbrunn", "Pilzverein Augsburg-Königsbrunn", "Lechallianz" und "Naturschutzallianz" steht. Bei allen Vereinen hat Groß den Vorsitz inne. 

Von Beruf ist Groß eigentlich Maschinenbauer, hat mehrere Jahre bei einer großen Augsburger Schlosserei gearbeitet und später bei Siemens seinen Meister draufgelegt. Beruflich habe er sich dann aber umorientiert. "Meine Eltern haben ein großes Blumengeschäft gehabt", sagt er. "Bei einem Blumengroßhandel war ich für alles zuständig, was nicht mit Blumen zu tun hatte." Später ging er in seinen alten Beruf zurück und war im Außendienst für verschiedene Firmen tätig. 

Sein ehrenamtliches Engagement begann bei den Maltesern

Sein ehrenamtliches Engagement habe begonnen, als die Malteser nach Augsburg gekommen sind und er dort einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat, erzählt Groß. 1963 habe er selbst Erste-Hilfe-Kurse gegeben und war im Katastrophenschutz ehrenamtlich tätig: "Aus dieser Tätigkeit heraus bin ich 1975 hauptamtlich eingestiegen und war jahrelang Referent für Behindertenbeförderung." Als seinen größten Verdienst während dieser Zeit bezeichnet der Königsbrunner das Behindertentaxi, das er 1980 in Augsburg ins Leben gerufen hatte. Das sei damals einzigartig gewesen in Bayern. "Nebenbei habe ich im Rettungsdienst gearbeitet und war für 25 Zivis zuständig." Ein Zwölfstundentag sei Standard gewesen.

Auch für den Hochleistungssport engagierte sich der zweifache Vater und dreifache Großvater: "Zwischenzeitlich hatte mein Sohn mit dem Kanusport angefangen. So habe ich beim TSV Augsburg viel im Bootshaus und an der Strecke gearbeitet. Ob neue Halterungen für Kanus, ein Anbau des Bootsschuppens oder Trainingsgeräte für die Sportler – kein Problem. Ich war einfach schon immer ein Vollbluthandwerker." Parallel dazu war Groß seit 1982 Vorsitzender des Pilzvereins Augsburg, mit dem er heute noch während der Pilzsaison Beratungen durchführt. Diese Leidenschaft entdeckte er in seiner Jugend – weil er zu dieser Zeit der Einzige im Freundeskreis mit einem Auto war. "Mein Spezl hat gesagt, jetzt können wir in weiter entfernte Wälder fahren. So bin ich übers Auto zu den Pilzen gekommen."

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Der ehemalige Augsburger zog in den späten Neunzigern nach Königsbrunn. Hier legte er den Grundstein für weiteres Engagement. "Früher haben die Naturschutzorganisationen alle für sich gearbeitet. Als die Eon 1997 ein Kraftwerk in den Lech bauen wollte, haben wir eine Allianz gegründet, in der sich alle diese Naturschutzorganisationen zusammenschlossen. Miteinander waren wir stärker, haben uns für den Lech eingesetzt." Aus der Lechallianz wurde dann die Naturschutzallianz.

Und Groß kam zum Königsbrunner Naturmuseum. Das sei wenig bekannt gewesen. Darin befand sich die wissenschaftliche Sammlung von Heinz Fischer. Nach längerem Drängen durch Groß habe der damalige Bürgermeister Ludwig Fröhlich zu ihm gesagt: "Dann nimm's doch, das Museum." Die Natursammlung habe er mit seinem Team auf einen neueren Stand gebracht, viel selbst gebaut und getüftelt. Um Projektzuschüsse des neu gegründeten Begegnungslands Lech-Wertach zu erhalten, habe wiederum ein Verein gegründet werden müssen, so Groß. Bis dato sei er allein gewesen. "Mit Nachbarn habe ich dann den Verein Freundeskreis Dr.-Heinz-Fischer-Sammlungen gegründet und darüber das erste Projekt gestartet, die Sanierung des Obergeschosses." Heute nennt sich der Verein Freunde des Naturmuseums Königsbrunn.

Ein Zwölfstundentag ist für den Rentner normal

Mit Unterstützung von Lehrkräften habe er alles neu aufgebaut, Groß übernahm handwerkliche Arbeiten und die Planung. Das zweite Projekt war die Neugestaltung des Erdgeschosses, wo der Lech das zentrale Thema ist. Von 2009 bis 2014 dauerten die Umbaumaßnahmen. Die Malteser und der Kanusport seien zwar weggefallen, die Zwölfstundentage aber geblieben, sagt der Rentner schmunzelnd. Hinzu kam noch ein weiteres Projekt, welches er drei Jahre lang federführend begleitet und jetzt schuldenfrei abgegeben hat: der Bau einer Fledermausstation auf Gut Morhard, die mit Unterstützung der Städte Augsburg und Königsbrunn, des Landkreises und von Sponsoren finanziert wurde. 

Die Antwort auf die Frage, wieso er das Ganze mache, lautet: "Unsere Natur braucht dringend Unterstützung, da will ich etwas beitragen." Er betont, dass Naturschutz alle etwas angehe. "Wir setzen uns ja nicht nur für einen Verein ein, sondern für jeden." Sein Herzensprojekt? Der 79-Jährige muss nicht lange überlegen: "Das Naturmuseum." Es mache Spaß, Menschen im Museum zu sehen, die es toll und lehrreich finden. Derzeit arbeite er an einem weiteren großen Projekt mit dem Titel "Wie funktioniert die Natur". Dabei entstünden ein großes Diorama und ein Infobereich für den Lech, so Groß. Für die Zukunft könne er sich einen weiteren Ausbau vorstellen sowie ein Museumscafé, das Besucher anlocken soll. Es gibt aber auch Schwierigkeiten: Im August 2023 wurde das Museumsdach durch das heftige Unwetter stark beschädigt, was zu einem Wasserschaden führte. Wie lange er sich noch ehrenamtlich engagieren wird, hänge von seiner Gesundheit ab, sagt Günther Groß. "Noch fühle ich mich fit."

Das ist die Silberdistel unserer Redaktion:

Auszeichnung: Mit der Silberdistel ehrt unsere Redaktion seit vielen Jahren Menschen aus der Region für ihr besonderes bürgerschaftliches Engagement.

Handwerk: Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer kunstvoll in Silber gearbeiteten Distelblüte, die eigens in der Alten Silberschmiede in Augsburg angefertigt wurde.

Vorschläge: Jede Leserin, jeder Leser kann Vorschläge für unsere Auszeichnung machen. Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner finden sich in unseren Lokalredaktionen.

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