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Spekulationen: Wer folgt auf Hanke und wird neuer Bischof von Eichstätt?

Katholische Kirche

Wer wird neuer Bischof von Eichstätt – und wie verändert das die katholische Kirche in Bayern?

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    Gregor Maria Hanke musste sich als Bischof von Eichstätt in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Finanzskandal in seinem Bistum befassen. Er hatte ihn Anfang 2018 selbst öffentlich gemacht.
    Gregor Maria Hanke musste sich als Bischof von Eichstätt in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Finanzskandal in seinem Bistum befassen. Er hatte ihn Anfang 2018 selbst öffentlich gemacht. Foto: Armin Weigel, dpa

    Wann? Das fragen sich Katholikinnen und Katholiken im oberbayerischen Eichstätt und Umgebung seit Monaten, und in letzter Zeit verstärkt. Wann also wird ihr Bistum einen neuen Bischof bekommen? An welchem Tag werden alle Kirchenglocken läuten? Welcher Name wird dann verkündet? Gregor Maria Hanke war nach fast 19 Jahren im Amt am Pfingstsonntag 2025 auf eigenen Wunsch zurück- und in den Ruhestand eingetreten. Er spüre, erklärte er, „nach den vielen Herausforderungen, Skandalen und ungelösten Konflikten eine innere Ermüdung“. Die Bischofszeit des Ordensmannes, der einst Abt der Benediktinerabtei Plankstetten war, wurde vor allem von einem 60-Millionen-Dollar-Finanzskandal um hochspekulative Immobilienanlagen in den USA überschattet; erst kürzlich sagte er vor Gericht als Zeuge dazu aus.

    Seit Hankes Rücktritt wird das Bistum, das mit rund 335.000 Gläubigen das an Kirchenmitgliedern kleinste in Bayern ist und an die (Erz-)Bistümer Bamberg, Regensburg und Augsburg grenzt, von Dompropst Alfred Rottler geleitet. Der 69-Jährige verwaltet es während der sogenannten Sedisvakanz als Diözesanadministrator – darf jedoch keine weitreichenden oder unumkehrbaren Entscheidungen treffen. Es ist ein Zwischenzustand, der, je länger er dauert, von engagierten Katholikinnen und Katholiken als unbefriedigend empfunden wird.

    Papst Leo XIV.: kirchenpolitischer Fingerzeig für die katholische Kirche in Bayern?

    Christian Gärtner, der Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt und Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern ist, sagt im Gespräch: „Die Gerüchte verdichten sich, dass es mit einer Bischofsernennung für Eichstätt nicht mehr lange dauern könnte, jetzt nachdem Papst Leo XIV. mit Heiner Wilmer das Bistum Münster neu besetzt hat.“ Der gegenüber Reformen aufgeschlossene Geistliche war im Februar in Würzburg, noch als Hildesheimer Bischof, zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Von den 27 deutschen Bistümern sind demnach aktuell zwei vakant: Hildesheim und Eichstätt.

    Das Bistum Eichstätt ist das mit rund 335.000 Gläubigen (Stand: 2025) mitgliederschwächste bayerische Bistum. Wer wird es künftig als Bischof leiten?
    Das Bistum Eichstätt ist das mit rund 335.000 Gläubigen (Stand: 2025) mitgliederschwächste bayerische Bistum. Wer wird es künftig als Bischof leiten? Foto: Lennart Preiss, dpa

    Welche Personalentscheidung Papst Leo auch immer fällt, ihr wird eine Signalwirkung beigemessen. Im Falle Eichstätts könnte sie als kirchenpolitischer Fingerzeig nicht allein für die katholische Kirche in Bayern verstanden werden, die der frühere Generalprior des Augustinerordens gut kennt. Schließlich zählte Gregor Maria Hanke mit seinen Mitbrüdern aus Regensburg und Passau, Rudolf Voderholzer und Stefan Oster, sowie dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki zu den größten Kritikern des innerkirchlichen Reformprozesses „Synodaler Weg“. Sie bildeten, oft zum Missfallen etwa des Münchner Kardinals Reinhard Marx, regelrecht einen Block, der Diskussionen und Entscheidungsfindungen erschwerte und für Missstimmung sorgte. Papst Leo könnte diesen Block aufbrechen.

    Schon kurz nach Hankes Rücktritt hatten Diözesanadministrator Rottler und sein Ständiger Vertreter kirchliche Gremien und Laien um eine Beteiligung an der Suche nach einem neuen Bischof gebeten. Dazu schickten sie unter anderem an den Diözesanrat einen Fragenkatalog. Aus dessen Beantwortung sollten das gewünschte und für erforderlich erachtete Profil eines potenziellen Kandidaten hervorgehen – und Namen. Christian Gärtner will keinen nennen, weil man nach internen Gesprächen gleich mehrere an Rottler weitergegeben habe. „Wir erhielten die Auskunft, dass das Domkapitel sie bei der Zusammenstellung seiner Vorschlagsliste berücksichtigt habe. Ich muss das glauben“, sagt er.

    Für die Bischofsernennung in Eichstätt greift das „Konkordat zwischen seiner Heiligkeit Papst Pius XI. und dem Staate Bayern“ von 1924. In dem Vertrag ist geregelt, dass das Domkapitel „dem Hl. Stuhle unmittelbar eine Liste von Kandidaten unterbreiten (soll, die Red.), die für das bischöfliche Amt würdig und für die Leitung der erledigten Diözese geeignet sind“. Das Gremium hat dabei ebenso ein Vorschlagsrecht wie etwa die anderen bayerischen Bischöfe. Letztlich hat allerdings der Papst bei seiner Entscheidung weitgehend freie Hand und eine nicht zu unterschätzende Gestaltungschance.

    Christian Gärtner: Ministerpräsident Söder soll sich dafür einsetzen, dass Laien eine „echte Mitsprache“ bei der Bischofssuche erhalten

    Die damit verbundene Intransparenz kritisieren Katholikinnen und Katholiken in Deutschland seit Langem. Gärtner fordert daher eine „Änderung des Konkordats“ – und für diese solle sich Ministerpräsident Markus Söder einsetzen. Gärtner geht es um „echte Mitsprache“ und ein geregeltes Prozedere. Denn: Im Bistum Eichstätt seien zwar kirchliche Gremien eingebunden worden, doch für die Beantwortung des Fragebogens habe der Diözesanrat nicht einmal vier Wochen Zeit gehabt. Dies habe eine breitere Diskussion und den Austausch mit möglichen Kandidaten verhindert.

    In den Spekulationen über den Hanke-Nachfolger tauchte auch der Name des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger auf.
    In den Spekulationen über den Hanke-Nachfolger tauchte auch der Name des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger auf. Foto: Alexander Kaya

    Über einen Hanke-Nachfolger wird viel spekuliert. Zu hören waren dabei auch zwei – naheliegende – Namen: Anton Losinger und Pfarrer Prof. Dr. Thomas Schwartz. Losinger, promovierter Weihbischof im Nachbarbistum Augsburg, war von 2014 bis 2018 Stiftungsratsvorsitzender der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Der in Augsburg lebende Schwartz ist Hauptgeschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, mit Sitz in Freising. Ob einer der beiden tatsächlich mit einer Ernennung rechnen kann? Völlig ungewiss.

    Zumindest aus Sicht von Laien-Vertreter Gärtner und des Eichstätter Diözesanrates ist dagegen klar: Der neue Bischof sollte von außerhalb des Bistums kommen. „Gerade durch den Finanzskandal gab es Verwerfungen, die wahrscheinlich nur jemand heilen kann, der völlig unbelastet davon ist.“ Zudem, so Gärtner, sei ein Bischof vonnöten, „der sich, anders als Hanke, wieder am Reformprozess Synodaler Weg beteiligt“. „Das Bistum Eichstätt braucht einen Brückenbauer und eine Integrationsfigur“, sagt er und ergänzt: „Einen, der die Anliegen der ehrenamtlich Engagierten wieder ernster nimmt.“ Und: „Einen, der gewisse Management-Fähigkeiten mitbringt.“

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