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Konzert

15.06.2016

Grandioses Gemeinschaftsprojekt

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Nahezu 80 Instrumentalisten aus dem St.-Bonaventura-Gymnasium Dillingen und dem St.-Thomas-Gymnasium Wettenhausen verwirklichten die Bläserfassung von Carl Orffs „Carmina Burana“ in der Sebastian-Kneipp-Halle.

Bonaventura-Gymnasium Dillingen und Thomas-Gymnasium Wettenhausen gestalten bewundernswert Carl Orffs Meisterwerk Carmina Burana

Auch 80 Jahre nach der Uraufführung in Frankfurt hat die szenische Kantate von Carl Orff „Carmina Burana“ nichts von ihrer singulären Wirkung eingebüßt. Zweimal ausgebuchte Hallen in Wettenhausen und Dillingen belegen die ungebrochene Anziehungskraft. Mitreißende musikalische Präsenz von Schulchören, Schulorchester und Gesangssolisten prägten die Doppelveranstaltung. Schulleiter Franz Haider lobte zu Recht den Mut und die Entschlussfreudigkeit der verantwortlichen Lehrkräfte zu dem Gemeinschaftsprojekt zweier Gymnasien aus dem Schulwerk der Diözese Augsburg, dessen Direktor Peter Kosak sich von der außergewöhnlichen Leistung überzeugen konnte.

Es war eine ungeheure Gemeinschaftsleistung zweier Schulfamilien, die zum imponierenden Erfolg beitrugen. Eine blendende Organisation, die nichts dem Zufall überließ, sorgte für reibungslosen Ablauf. Die Vorplanung hinsichtlich der Besetzung, die Vorbereitung auf das musikalische Ereignis, die intensive Beschäftigung mit dem bekanntesten Chorwerk weltweit garantierte ein Erlebnis, das die Zuhörer faszinierte und zu Beifallsstürmen hinriss. Die Carmina Burana sind von einer raffinierten Schlichtheit. Das Werk setzt ganz auf die Kraft der Melodien. Wie sonst könnten Schüler von elf bis achtzehn Jahren dazu animiert werden, sich mit Texten auf Latein, mittelhochdeutsch und altfranzösisch und ungewohnten musikalischen Formen auseinanderzusetzen.

Wer die Begeisterungsfähigkeit der Unterstufenchöre (Alexandra Finck und Markus Putzke), von BonaVoce und Chorschule St. Thomas miterlebt hat, weiß, wie großartig das gelungen ist. 200 Sängerinnen und Sänger waren den Anforderungen stimmlich und rhythmisch in hohem Maße gewachsen. Vom Orchester wird in der Orffschen Bühnenfassung große Variabilität verlangt.

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Zum ersten Mal erklang die instrumentale Begleitung für Blasorchester in der Bearbeitung von Juan Vicente Mas Quilles. Die Bläserformation des Bonaventura-Gymnasiums lag in den Händen von Rainer Hauf, der gemeinsam mit Markus Putzkte auch in Wettenhausen die neue Orchestrierung initiierte, vorantrieb und realisierte.

Die 80 jugendlichen Instrumentalisten waren ein imposanter Anblick, unterstützt von Lehrern, ehemaligen Schülern und Eltern an Piccolo, Horn, Fagott, Helikon und Euphonium. Gewaltig der riesige Klangkörper, dem fein ausgewogene harmonische und melodische Nuancen genauso gelangen wie die sichere Bewältigung der anspruchsvolle Rhythmik. Hier sind besonders das umfangreiche Schlagwerk zu würdigen sowie die Antriebskraft durch zwei Klaviere (Verena Schmidt und Markus Putzke). Machtvoll, strahlend und in imponierender Geschlossenheit die Chöre beider Gymnasien, ergänzt durch Mitglieder der Stiftskantorei Gundelfingen-Medlingen, von Chorios, der Camerata vocale und dem Vokalensemble Dinkelscherben. Es ereignete sich ein nahtloses begeisterndes Miteinander im Sinne interpretatorischer Zuverlässigkeit durch einen majestätischen Gesamtchorklang, der neben den auftrumpfenden Musikblöcken Augenblicke mit Pianokultur aufwies.

Die Dirigenten Rainer Hauf (triumphal im ersten Teil), Jürgen Rettenmaier (mit kenntnisreicher Noblesse im zweiten Teil) und Michael Finck (Chorerzieher par excellence im dritten Teil) meisterten die Anforderungen an Chor und Orchester mit bezwingender Sicherheit. Für die Solopartien schufen sie den trefflichen Begleitrahmen. Darauf konnte sich der Schüler am Wettenhausener Gymnasium Lukas Wohllaib verlassen, der stimmlich verstärkt den „gebratenen Schwan“ voller Mitgefühl sang. Die Sopranistin Annette Sailer nahm für sich ein mit Grazie und leuchtender Höhe in „Dulcissime“ und in „Stetit puella“ sowie ausdrucksstark bei „Amor volut undique“.

Den Freuden des Leibes huldigten „In taberna“ die Chor-Männer, aber auch Bariton Daniel Weiler. Mit Emphase deklamierte er tonschön das bacchantische Schwelgen und veranschaulichte anrührend die Sehnsucht des enthaltsamen Gesellen. Drei Zugaben und endloser Beifall, der auch der Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ galt, mit dem Markus Putzke spektakulär das Blasorchester zu glanzvollen Höhepunkten führte.

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