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Landkreis Dillingen

14.01.2021

Tod eines Dreijährigen in Dillingen: Heute beginnt der Prozess

Im Oktober 2019 ist ein Dreijähriger aus dem Landkreis Dillingen in der Augsburger Kinderklinik gestorben. Nun muss sich der Partner der Mutter vor Gericht verantworten.
Bild: stock.adobe.com

Plus Ein 24-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Augsburg wegen Totschlags verantworten. Er soll ein dreijähriges Kind geschlagen haben, bis es starb.

Es ist einer der Fälle, die man so schnell wohl nicht vergisst: Im Oktober 2019 werden Sanitäter zu einer Wohnung in Dillingen gerufen. Dort finden sie einen dreijährigen Buben, der offenbar an lebensgefährlichen Verletzungen leidet. Die Helfer kämpfen noch vor Ort um sein Leben. Auf dem Weg in die Kinderklinik in Augsburg müssen sie ihn wiederbeleben. Einige Stunden später stirbt der Junge. Knapp sechs Monate später wird der Freund der Mutter, damals 23, festgenommen. An diesem Donnerstag beginnt der Prozess gegen ihn. Der Vorwurf: Totschlag.

Laut Informationen unserer Zeitung war der Nachmittag im Oktober 2019 grausam: Der Mann soll damals mit der Betreuung der beiden Kinder seiner Lebensgefährtin beauftragt gewesen sein. Die Mutter selbst war tagsüber nicht da. Der Angeschuldigte soll dem dreijährigen, 13 Kilogramm schweren und 73 Zentimeter großen Kleinkind mindestens zwei Mal mit der Faust in die Magengegend und ins Gesicht geschlagen haben. Zudem soll er dem unterernährten Kind entweder Mund und Nase zugehalten oder es mit voller Wucht geschüttelt haben, ohne seinen Kopf zu schützen.

Der Fall des toten Dreijährigen aus Dillingen erregte großes Aufsehen

Der Junge verstarb am Tag danach in den frühen Morgenstunden, wahrscheinlich in Folge massiver Blutungen im Bauchraum, ausgelöst durch die Schläge. Oder er erstickte, weil die Atemwege infolge eines Schütteltraumas verschlossen waren. Der Angeklagte befindet sich seit seiner Festnahme im Mai 2020 in Untersuchungshaft.

Der Fall hatte im Landkreis auch für Aufsehen gesorgt, weil das Dillinger Landratsamt vor der Tat einen Hinweis darauf bekommen hatte, dass in der Familie prekäre Verhältnisse herrschten. Dieser Hinweis wurde innerhalb der Behörde jedoch nicht an das Jugendamt weitergegeben, sondern endete lediglich als Aktennotiz. Wie Landrat Leo Schrell damals erklärte, habe sich die Anwohnerin wegen bellender Hunde beim Veterinäramt beschwert. Dabei habe sich auch herausgestellt, dass in der betreffenden Wohnung Kinder lebten. Vonseiten des Amtes habe man die Frau gebeten, sich direkt an das Jugendamt zu wenden, was diese wohl aber nicht tat. Die Mitarbeiterin des Veterinäramts wiederum habe nicht reagiert, weil es sich bei vielen Anrufen oft nur um Streitereien innerhalb der Familie handle und nicht um Gefährdung des Kindeswohls. Eine akute Gefährdung habe sie nicht herausgehört. Am Abend der Vorfälle war das Jugendamt dann vor Ort und nahm die Schwester des Jungen in Obhut.

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