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Wirtschaft

01.10.2016

Druckerei muss Insolvenz anmelden

Eder ist in finanzieller Schieflage. Wie der Verwalter die Lage einschätzt

Die Druckerei Eder in Monheim ist in eine schwierige wirtschaftliche Situation geraten. Weil dem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit droht, stellte die Geschäftsführung am 20. September beim Amtsgericht Nördlingen einen Insolvenzantrag. An den drei Firmenstandorten – Monheim, Augsburg und Erlau (Sachsen) – sind insgesamt gut 70 Mitarbeiter betroffen. Das Gericht bestellte Professor Martin Hörmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der versucht nach Auskunft seiner Mitarbeiterin Kim Johnson jetzt, schnellstmöglich eine Lösung zu finden, um das Unternehmen zu retten.

Die Druckerei gründete Ernst Eder 1987 in Monheim. Damals hatte er einen Mitarbeiter. Eder baute den Betrieb aber rasch und kontinuierlich aus. Seit 1992 gibt es eine Zweigniederlassung im sächsischen Erlau. Vor gut zehn Jahren zählten diese beiden Standorte über 100 Beschäftigte. Hinzu kam auch noch eine Filiale in Augsburg.

In den vergangenen Jahren ging in dem Unternehmen die Zahl der Arbeitsplätze zurück. Momentan sind es in Monheim 32 Mitarbeiter, in Erlau 30 und in Augsburg 11. Einen konkreten Anlass, warum die Firma in finanzielle Schieflage geriet, gebe es nicht, erklärt Kim Johnson auf Anfrage unserer Zeitung: „Eine detaillierte Ursachenforschung muss noch betrieben werden.“ Tatsache sei, dass das klassische Druckgewerbe rückläufig sei. Immer mehr Geschäfte würden mit Internet-Druckereien abgewickelt.

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Nachdem Eder Insolvenz angemeldet hatte, nahm der Insolvenzverwalter umgehend Kontakt zu den Kunden und Lieferanten des Unternehmens auf. Man habe sicherstellen können, dass die Druckerei weiter mit Material beliefert wird, berichtet Kim Johnson. Es seien in den vergangenen zehn Tagen auch neue Aufträge eingegangen. Daraus ergebe sich Folgendes: „Wir können den Betrieb vollumfänglich aufrechterhalten.“

Nächster Schritt sei jetzt, den Markt zu sondieren. Soll heißen: Der Insolvenzverwalter will Ausschau nach einem Investoren halten, der in die Firma Eder einsteigt oder sie ganz übernimmt. „Angesichts dessen, was wir hier gesehen haben, sind wir guter Dinge“, fasst Kim Johnson die ersten Eindrücke vor Ort zusammen: „Der Betrieb hat Substanz. Wir haben eine gute Ausgangslage.“

Die Löhne und Gehälter der Belegschaft seien in den kommenden drei Monaten über das Insolvenzgeld gesichert. Einen entsprechenden Antrag habe man bei der Agentur für Arbeit gestellt. Man hoffe, bis Ende November oder Anfang Dezember Klarheit über das Schicksal des Unternehmens zu haben.

Die Verantwortlichen der Firma selbst wollen sich nicht zum Insolvenzverfahren äußern.

Die Nachricht, dass es der Druckerei schlecht gehe, habe in Monheim für Bestürzung gesorgt, sagt Bürgermeister Günther Pfefferer. Auch er sei traurig über die Entwicklung, denn: „Die Druckerei Eder gehört einfach zu Monheim dazu.“ Auch Pfefferer hofft, dass der vorläufige Insolvenzverwalter den Betrieb erhalten kann: „Ich wäre froh, wenn es weitergehen würde.“

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