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Tierheim Hamlar

07.12.2018

Was passiert mit den 44 geretteten Hunden aus Rain am Lech?

Die meisten der Hunde, die das Tierheim Hamlar vor zwei Wochen von einem verwahrlosten Areal bei Rain geholt hat, sind Chihuahuas. In wenigen Wochen können sie an einen neuen Besitzer vermittelt werden.
Bild: Christian Mühlhause

Plus Besitzer geben die Vierbeiner zur Vermittlung frei. Vier Hündinnen sind trächtig, andere brauchen Zahnbehandlungen. Einen ähnlichen Fall gab es in Donauwörth.

Das Schicksal der 44 Hunde, die aus einem Anwesen in einem Rainer Ortsteil gerettet wurden , bewegt viele Menschen. Nahezu täglich rufen Interessierte im Tierheim Hamlar an und erkundigen sich nach den Vierbeinern. „Den Hunden geht es aber relativ gut“, berichtet Sonja Hoffmeister, Leiterin des Tierheims.

Die Lage habe sich etwas entspannt, so Hoffmeister. Aktuell sind beim Tierschutzverein Donauwörth nur noch 34 Hunde untergebracht, da zehn direkt vom Besitzerehepaar weitervermittelt wurden. Die übrigen wurden am Mittwoch von einer Tierärztin erneut untersucht. Vier der 17 Hündinnen sind trächtig. Es kommen also jeweils drei bis vier Welpen hinzu – es müssen also noch mehr Tiere versorgt werden.

Tierheim Hamlar - Behandlung der Hunde wird mit Spenden finanziert

Außerdem haben etwa 20 Hunde massive Schäden an den Zähnen. „Wir müssen diese Hunde narkotisieren und Zahnstein entfernen oder Zähne ziehen“, erklärt Hoffmeister. Zudem werden alle Hunde geimpft, teilweise auch kastriert. Für das Tierheim eine kostenintensive Sache. Finanziert wird alles allein aus Spenden.

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Hintergrund dafür ist, dass die Halter ihre Besitzansprüche an den Tieren mittlerweile abgegeben und an den Tierschutzverein übertragen haben, wie Dr. Thomas Kellner vom Veterinäramt Donau-Ries mitteilt. „Wir haben an dem Tag reagiert, als uns die Zustände der Haltung bekannt wurden.“ Jemand hatte das Halterpaar bei der Polizei angezeigt. Wie genau die Lebensumstände der Hunde auf dem Anweisen nahe Rain tatsächlich aussahen, darüber gibt das Amt wegen laufender Ermittlungen keine Informationen.

Jetzt aber könnte das Tierheim Hamlar die Vierbeiner, die unter unwürdigen Verhältnissen leben mussten, an neue Besitzer vermittelt werden. Das werde aufgrund der Impfung aber mindestens noch vier Wochen dauern und vom Tierschutzverein öffentlich bekannt gemacht, erklärt Sonja Hoffmeister.

In Donauwörther Ortsteil leben Tiere auf verwahrlostem Anwesen

Unterdessen wurde jetzt nach einem Hinweis einer Leserin der Donauwörther Zeitung ein weiterer Fall im Landkreis öffentlich, bei dem verschiedene Tiere nicht artgerecht gehalten werden. In einem Donauwörther Ortsteil leben Pferde, Esel, Hunde und Schafe auf einem Anwesen, das Nachbarn als vermüllt, verkotet und verwahrlost beschreiben. Pferde seien bei Wind und Wetter im Freien ohne in einem Unterstand Schutz suchen zu können. Die Schafe würden auf Steinboden gehalten und Hunde laut bellende auf die Straße laufen. Eine entsprechende Versorgung der Tiere mit Trinkwasser und Futter wird zumindest stark angezweifelt.

Im Veterinäramt Donau-Ries sind die Umstände auf dem Anwesen bei Donauwörth bekannt, erklärt Dr. Kellner. Man habe bereits reagiert und die Zahl der dort lebenden Tiere sei „aktiv reduziert“ worden. Zudem seien weitere Kontrollen und Maßnahmen angeordnet. Da auch bei diesem Halter die Ermittlungen noch laufen, kann der Veterinär keine weiteren Details nennen.

Doch er erklärt, in vergleichbaren Fällen Kontrollen mit mündlichen und schriftlichen Anordnungen und Bußgeldbescheiden angewendet werden. Angeordnet werden können verschiedene Maßnahmen, die das Leben der Tiere vor Ort konkret verbessern oder die Tiere würden abgeholt – so geschehen mit den 44 Hunden bei Rain.

Wehrt sich aber ein Halter dagegen, seine Tiere freiwillig abzugeben, kann das Veterinäramt diese unter bestimmten Voraussetzungen eigenständig wegnehmen. „Alle notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Tierhaltung können so oft und wiederholt angeordnet werden, bis ordnungsgemäße Verhältnisse hergestellt oder die Tierhaltung eingestellt ist“, erklärt Dr. Kellner.

Jeder Tierhalter hat das Recht sich juristisch zu wehren

Er versteht, dass Außenstehende oft den Eindruck hätten, das Veterinäramt würde nicht streng genug oder gar nicht reagieren. Dabei würde nicht bedacht werden, dass jeder Tierhalter das Recht dazu habe, sich gegen die Maßnahmen des Veterinäramtes juristisch mit einem Widerspruch oder Einspruch zu wehren. „Dadurch dauern manche Verfahren länger als auf den ersten Blick notwendig, was bei Außenstehende oftmals Unverständnis hervorruft“, so Dr. Kellner weiter.

Sie wollen helfen? Der Tierschutzverein freut sich angesichts der teuren Behandlungskosten für die Vierbeiner über Spenden auf das Konto bei der Sparkasse Donauwörth DE 63 7225 0160 0190 0064 60:

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