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Kommunalpolitik

23.09.2011

Wie viele Windräder um Wallerdorf?

Auf diesem Gebiet – bestehend aus der im Regionalplan ausgewiesenen Vorrangfläche (3) und einem weiteren Areal (4) – will die Stadt Rain Windräder zulassen.

Die Stadt Rain will Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen festsetzen. Beim Umfang des Gebiets sollen die Bürger der betroffenen Ortsteile ein Wörtchen mitreden

Rain Der Rainer Stadtrat möchte den Bau von großen Windrädern auf ein Gebiet westlich der Stadtteile Wallerdorf und Wächtering konzentrieren. Zu dem bereits im Regionalplan vorgesehenen, 44,7 Hektar großen Vorranggebiet für Windkraft könnte nördlich anschließend eine weitere Fläche von 27 Hektar kommen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Architekturbüros Opla (Augsburg). Die Räte beschlossen einstimmig, den Flächennutzungsplan entsprechend ändern zu wollen.

Bevor das dazu nötige Verfahren gestartet wird, möchte die Kommune in den kommenden Wochen die Bewohner in den Stadtteilen Wächtering, Wallerdorf und wohl auch Bayerdilling bei Bürgerversammlungen detailliert über die Angelegenheit informieren. Dritter Bürgermeister Rainer Wilhelm und Josef Gawlik (beide Stadtteilliste) regten an, die „Stimmungslage“ in der Bevölkerung beizeiten zu erkunden. Bürgermeister Gerhard Martin erklärte, die Bürger könnten sich bei den Versammlungen und im Rahmen der offiziellen Auslegung der Unterlagen äußern: „Der Stadtrat ist dann aufgefordert, diese Überlegungen in seine Entscheidung einzubeziehen.“

Hauptthema in den anstehenden Gesprächen wird sein, ob die angestrebten Konzentrationsflächen, die etwa 800 Meter westlich von Wallerdorf und Wächtering liegen sollen, das vorgeschlagene Ausmaß haben sollen. Martin und die Vertreter des Architekturbüros machten mehrfach klar, dass die Stadt bei der Windkraft keine Verhinderungspolitik betreiben dürfe. Grundsätzlich könne die mögliche Zahl der Windräder über die Größe der Flächen geregelt werden. Sollte die Kommune weniger solche Riesen-Rotoren wünschen, könnte die Zahl über einen Bebauungsplan bestimmt werden.

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Eines sei aber schon jetzt klar: Wenn die Konzentrationsflächen einmal festgesetzt sind, sind Windkraftanlagen im Stadtgebiet nur noch dort erlaubt – und alle anderen Bereiche sind tabu. Die beiden angestrebten Windrad-Areale mit einer Gesamtfläche von 71,7 Hektar erachtet das Büro Opla nach Abwägung aller Argumente als am besten geeignet. Die Areale seien aus insgesamt zehn möglichen Standorten ausgefiltert worden, berichteten Juliane Kruse und Werner Dehm. Kriterien seien beispielsweise Windgeschwindigkeit, Geländetopografie und vorgeschriebene Abstandsflächen gewesen. Ebenso seien Ausschlussgebiete, wie etwa Siedlungen und Biotope, zu berücksichtigen gewesen.

Die Sprecher der Fraktionen betonten die Bedeutung des Themas. „Wir wollen uns den erneuerbaren Energien nicht entziehen“, sagte Alfred Hackenberg (CSU). Es gehe darum, die Sache rechtzeitig zu steuern – auch, damit mögliche Investoren Bescheid wüssten und eine städtebauliche Fehlentwicklung vermieden werde.

Bis zu zehn Rotoren möglich

Mit kritischen Augen betrachtete Peter Senzel – er wohnt in Wallerdorf – das Vorhaben. Er und sein SPD-Ratskollege Reinhard Prummer seien für Windkraft, „aber nicht um jeden Preis“. Senzel befürchtet, dass auf der geplanten Konzentrationsfläche einmal zehn Windräder stehen könnten. Nach seinen Informationen peile ein Interessent auf dem im Regionalplan vermerkten Vorranggebiet den Bau von drei Anlagen an. Damit sei dieses Gebiet „noch lange nicht voll“. Für die 27 Hektar nördlich davon gebe es ebenso bereits Überlegungen. Dort seien vier Windräder geplant.

Senzel mahnte: „Je mehr Windräder, desto größer werden die Auswirkungen auf die Bewohner.“ Der Wallerdorfer sorgt sich um die Lebensqualität in den benachbarten Stadtteilen, sollten tatsächlich so viele Anlagen entstehen. Angesichts der möglichen und bereits auf den Weg gebrachten Konzentrationsflächen im näheren Umland würde Wallerdorf von Windkraftanlagen geradezu „eingekreist“ (siehe „Wissenswert“). Aufgrund dieser Gesamtsituation sollte der Stadtrat prüfen, ob die Konzentrationsfläche auf ein „vernünftiges Maß“ reduziert werden könnte. Die Bedenken seien nachvollziehbar, erklärte Günther Wintermayr (PWG).

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