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Donauwörth
13.01.2023

"Abriss des Jahres": Haus in Donauwörth für zweifelhaften Titel nominiert

In der Berger Vorstadt klafft eine Baulücke. Dort wurde unlängst ein Gebäude abgerissen, das viele kennen, weil die "Goldschmiede Koschta" einst ihr Geschäft im Erdgeschoss hatte.
Foto: Gustav Dinger

Plus Gustav Dinger bringt das Anwesen "Berger Vorstadt 17" landesweit als Negativ-Beispiel ins Gespräch. Er kritisiert die Stadt, prägende Bauwerke nicht zu schützen.

"Will die Stadt Donauwörth ihr historisches Gesicht erhalten oder nicht?" Diese Frage ist für Gustav Dinger eine grundsätzliche. Der frühere Stadtrat ist bekanntermaßen ein Verfechter für den Erhalt charakteristischer Baudenkmäler. Er beklagt, dass immer mehr prägende Bauwerke aus der Altstadt verschwinden. Seine kritischen Argumente in den Diskussionen sind bekannt. Etwa, als es um den Abriss des Wagenknechthauses in der Reichsstraße ging, oder um den Erhalt des Tanzhauses oder auch um das Bundschuhhaus direkt neben dem Rathaus, das verschwinden wird – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Jetzt hat Gustav Dinger den Verlust eines solchen Gebäudes in Donauwörth bayernweit publik gemacht.

Als Mitglied im Verband "Denkmalnetz Bayern" hat er den Abbruch des Hauses mit der Adresse "Berger Vorstadt 17" (ehemals Goldschmiede Koschta) für einen Wettbewerb eingereicht. Verliehen werden soll dabei der zweifelhafte Titel "Abriss des Jahres". Der Bayerische Landesverband für Heimatpflege hat Negativ-Beispiele aus dem Freistaat gesammelt und stellt sie im Internet (www.heimat-bayern.de) zur Abstimmung.

Es geht dem Landesverband um Heimat, die zunehmend verschwindet

Worum geht es im Wettbewerb? Es geht um verschwundene Heimat. Der Verband will darauf aufmerksam machen, dass Denkmalschutz oft ins Hintertreffen gerät. "Wir beobachten mit großer Sorge, dass Denkmäler und auch ältere Gebäude, die nicht auf der Denkmalliste stehen, viel zu stiefmütterlich behandelt werden", sagt Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins. Bei Eigentümern und Investoren, aber auch bei Behörden und in der Politik fehle leider immer wieder das Bewusstsein für die große kulturelle Bedeutung solcher Gebäude.

Das 700 Jahre alte Wagenknechthaus und das Cafe Engel stehen beide nicht mehr.
Foto: Hilgendorf

Und worum geht es Gustav Dinger konkret für Donauwörth und explizit im Fall des verschwundenen Hauses "Berger Vorstadt 17"? Das Gebäude ist kein eingetragenes Baudenkmal. Auf der Katasteruraufnahme des Jahres 1813 war das Haus bereits an dieser Stelle verzeichnet. Die Umfassungswände der Unterkellerung sind aber wohl noch älter und gehörten zu einem spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Vorgängerbau. Ein Eintrag in die Denkmalliste wurde abgelehnt, weil die überlieferte Bausubstanz heute aufgrund zahlreicher Überformungen nicht mehr aussagekräftig genug sei. Im November kam der Bagger und riss das Gebäude ein.

Gustav Dinger: "Ich finde, so macht man Straßenzüge kaputt!"

Gustav Dinger beklagt, dass es zwar eine Altstadtsatzung gibt, die Kriterien für Erhalt und Abriss vorsieht, dass diese aber bei Bauanträgen immer wieder aufgeweicht und seiner Meinung nach zu großzügig ausgelegt werde. Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt zeigt er Beispiele dafür, dass alte Häuser abgerissen wurden, dass sie durch Neubauten modernen Stils ersetzt wurden, die sich nicht wirklich harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Oder aber, dass Baulücken zurückbleiben. "Man kommt den Eigentümern zu sehr entgegen", so Dingers Sicht. "Ich finde, so macht man Straßenzüge kaputt!" Und er geht noch weiter: "Städtebaulicher Denkmalschutz ist in Donauwörth nicht wirklich gewünscht - das ist meine Interpretation."

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Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré widerspricht dieser Interpretation. "Ich erfreue mich jeden Tag am prunkvollen Anblick unserer Altstadt. Denkmalschutz ist sowohl mir als auch Stadtrat und Stadtheimatpfleger sehr wichtig. Oft allerdings steht die Sanierung alter Gebäude wirtschaftlich nicht mehr im Verhältnis und damit bleiben für Eigentümer nur noch Abriss und Neubau." 

Lange war um das Donauwörther Tanzhaus gerungen worden: Abriss und Neubau, oder Sanierung? Das war die entscheidende Frage, ehe die Sanierung sich durchsetzte.
Foto: Thomas Hilgendorf

Oberbürgermeister Sorré findet Dingers Nominierung "verwunderlich"

Die Stadt Donauwörth tritt in solchen Fällen als Untere Bauaufsichtsbehörde und Denkmalschutzbehörde auf und bezieht nach den Worten des OB auch das Landesamt für Denkmalpflege für eine Expertise mit ein. Wenn alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten sind, muss die Stadt aber dem Abriss zustimmen, wie Sorré sagt. So habe es sich auch beim Haus "Berger Vorstadt 17" verhalten: "Die Prüfung ergab, dass keine Denkmaleigenschaft besteht und kein Eintrag in die Denkmalliste erfolgen kann." Da auch Gustav Dinger das entsprechende Schreiben erhalten hat, findet Sorré die Nominierung zum Titel "Abriss des Jahres" verwunderlich.

Der Erhalt der historischen Stadtansicht ist für Sorré ein wichtiges Kriterium. Daneben allerdings ist es für ihn auch bedeutend, urbanes Wohnen in der Innenstadt zu ermöglichen und zur Belebung und Attraktivität beizutragen. Er findet: "Dieser Spagat ist uns in den vergangenen Jahren gut gelungen, wenn auch manchmal nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligter."

Seit Kurzem steht die Reichsstraße Donauwörth unter Ensembleschutz.
Foto: Martin Meier

Der OB will keinen Eingriff in die Rechte eines Haus- und Grundstückeigentümers

Neben der konsequenten Einhaltung der Altstadtsatzung wäre es Gustav Dinger auch wichtig, das "Sanierungsgebiet Altstadt" besser zu schützen. Dinger bemängelt, dass für Häuser innerhalb dieses Umgriffs, die erhaltenswert, aber nicht denkmalgeschützt sind, keine Abrissgenehmigung erforderlich ist. 

OB Sorré sagt, rein theoretisch sei es zwar möglich, einen solchen Passus in die Satzung des Sanierungsgebiets aufzunehmen, das Problem indes liege in der Definition. Denn der Begriff der "besonders erhaltenswerten Bausubstanz" sei ein unbestimmter Rechtsbegriff, der der Auslegung bedarf, die wiederum im Ermessen der Stadtverwaltung läge. "Wenn wir als Kommune also subjektiv der Auffassung wären, ein Gebäude sei erhaltenswert, müssten wir dem Gebäudeeigentümer Abriss und Neubau verbieten", schlussfolgert der OB. Das aber betrachtet er als Eingriff in die Rechte des Eigentümers. "Wir finden es zielführend, bei Abrissanzeigen nochmals mit den Eigentümern in Kontakt zu treten und schlagen gegebenenfalls Sanierungs- und Fördermöglichkeiten vor. Die Entscheidung obliegt zuletzt dann aber demjenigen, der die Kosten zu tragen hat."

Dem Bundschuhhaus rechts neben dem Donauwörther Rathaus droht ebenfalls der Abriss. Die Bausubstanz sei katastrophal, haben Fachleute festgestellt.
Foto: Sammlung Gustav Dinger

Gustav Dinger hat eine andere Sichtweise. Er hält es "nicht unbedingt für eine reine Privatangelegenheit, was mit einem Haus passiert". Sofern die Gebäude mit ihrem Aussehen identitätsstiftend für eine Stadt sind, wünscht er sich ein mutigeres, ein visionäres Einschreiten der Politik. 

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Die Diskussion ist geschlossen.

13.01.2023

Die Frage ist doch, warum ist das Bundschuhhaus marode, wenn ich richtig informiert gehört es doch seit Jahren der Stadt. In Donauwörth lässt man immer alles verfallen um danach einen Grund zum Abriss zu haben. Alter Bestand und Geschichte sind in Donauwörth schon lange nicht mehr erwünscht. Wenn das Bundschuhhaus wegen eines neuen Aufzug für ein Barriere freihes Rathaus,
so stand es mal geschrieben, weichen muss, dann kann man diesen Rathausplatz auch vergessen. Und wenn man will, kann man alles Sanieren, auch das Bundschuhhaus, andere Städte haben schlimmere Häuser saniert. Aber im Falle eines Abriss, hätte ich noch eine bessere Idee, das große Gebäude rechts auf dem Bild mit der Uhr gleich mit abreisen damit Geschichte aus Donauwörth entgültig verschwindet, denn die braucht ja anscheinend eh niemand mehr.