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Kissing

10.11.2019

Die mysteriöse Schöne überzeugt die Jury in Kissing

Der diesjährige Preisträger Michael Merkle und sein preisgekröntes Kunstwerk Nofretete im Gespräch mit Landratsstellvertreter Peter Feile.
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Der diesjährige Preisträger Michael Merkle und sein preisgekröntes Kunstwerk Nofretete im Gespräch mit Landratsstellvertreter Peter Feile.
Bild: Heike John

Plus Der diesjährige Kunstförderpreis der Gemeinde geht an einen Friedberger, der mit seiner Skulptur der Nofretete das Preisgeld abräumt. Die weiteren Preisträger kommen aus Ried und Meitingen.

Für die kommenden sechs Wochen bietet das Kissinger Rathaus wieder eine perfekte Kulisse für die Kunst. Zum 24. Mal vergab die Gemeinde, finanziell unterstützt von der Stadtsparkasse Augsburg, den Kunstförderpreis. Im Rahmen einer feierlichen Vernissage wurden die diesjährigen Preisträger verkündet.

In den Rathausfluren ausgestellt sind derzeit insgesamt 59 Arbeiten von 39 ausgewählten Künstlern. Den mit eintausend Euro dotierten ersten Preis erhielt der Friedberger Bildhauer Michael Merkle für seine aus Olivenholz gearbeitete, geölte und mit Blattgold verzierte Skulptur Nofretete.

Durch empathische, professionelle Sichtweise, bildhauerisches Können und hohe Qualität in der Ausführung habe der Künstler in seiner Arbeit die Persönlichkeit der rätselhaften Frau aus dem alten Ägypten gefertigt, so heißt es in der von Elisabeth Röder gehaltenen Laudatio. Der Künstler überzeugte die Jury durch die gezielte Auswahl der Materialien und die künstlerisch wertvolle und aufwendige Bearbeitung.

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Zweite Preisträgerin ist Christine Metz aus Ried. Sie begeisterte die Jury mit ihrer Bleistiftzeichnung unter dem Titel „Crumbs“. „Diese Arbeit hat mich erst leise, dann immer drängender gerufen“, erklärte Laudator Hansjürgen Vogel seine Wahl. Das Bild der bröselnden Semmel habe eine Sogwirkung und transportiere in eine andere Welt. Das mit einem Preisgeld von 750 Euro dotierte Werk ist Teil einer derzeit entstehenden Reihe und deshalb laut Künstlerin unverkäuflich.

Den dritten Preis erhält Arnold Suiter aus Meitingen für sein Bild „Im Wandel der Zeit“ (siehe Vorbericht in unserer Zeitung). Das Werk in Öl- und Acrylfarbe auf Holz hängt gleich neben dem Büro des Bürgermeisters und zeigt eine weite naturalistisch gemalte Landschaft mit schwebenden Würfeln und Kugeln. „Jeder Betrachter ist aufgefordert, das Bild selber zu lesen und zu interpretieren“, so lud Gerhard Springer in seiner Laudatio ein.

Mit zur Jury zählten neben den drei Laudatoren aus dem Künstlerkreis auch Bürgermeister Reinhard Gürtner und Werner Kraus, Marktbereichsleiter der Stadtsparkasse Augsburg. Gürtner dankte dem Kreditinstitut als Förderer und begrüßte im Publikum auch Altbürgermeister Manfred Wolf, der zusammen mit Egon Langhans vor 23 Jahren den Kunstförderpreis ins Leben rief.

Dieses Konzept, Kunst in öffentlichen Gebäuden zu zeigen, habe im Laufe der Zeit immer mehr Nachahmer gefunden“, erklärte Landratsstellvertreter Peter Feile. Im Landkreis habe sich mittlerweile eine beachtliche Kunstszene entwickelt. Dies freut auch die Mitglieder des Kunstkreises Lechkiesel um ihren Vorsitzenden Gernot Kragl. Sie kümmern sich jedes Jahr um die organisatorische Durchführung des Kunstförderpreises und sind für eine passende und wirkungsvolle Platzierung der Bilder und Skulpturen zuständig. Besonders herausgestellt wurde der Mut der Künstler, sich dem Urteil der Öffentlichkeit zu stellen. Die Bedeutung des Kissinger Kunstförderpreises könne an der großen Zahl der insgesamt 101 eingereichten Werke und ihre im Laufe der Jahre konstant angestiegene Qualität gemessen werden.

Bürgermeister Reinhard Gürtner lud die Öffentlichkeit dazu ein, in den kommenden sechs Wochen die Kunst in den Rathausfluren ausgiebig zu betrachten, sich von ihr inspirieren zu lassen und darin auch einen Ausgleich zum Alltag zu suchen. Und so findet sich das farbintensive Werk mit dem Titel „Ein Morgen am Meer“ neben den Zimmern der Finanzverwaltung, zwei Mischtechniken unter dem Motto „Wachsen und Reifen“ schmücken den Flur vor dem Trauungszimmer im ersten Stock und „Verwurzelt“ heißt das Bild neben der Tür zum Standesamt.

Unter den ausgestellten Arbeiten sind Collagen und Acrylbilder, aber auch bildhauerische Werke wie Holzskulpturen, Stahlarbeiten oder ein Bleiguss. Der wohl jüngste Teilnehmer am Wettbewerb ist der 20-jährige Christopher Gerth aus Mering mit einem mittels Marker gestalteten Herbstfenster. Zur Ausstellungseröffnung gestaltete die Musikschmiede Kissing mit Schülern aus der Saxofon- und Klarinettenklasse von Florian Schmaler sowie aus der Gitarrenklasse von Reinhard Schelzig den musikalischen Rahmen.

Die im Rahmen des diesjährigen Kunstförderpreises ausgestellten Werke sind noch bis Freitag, 20 Dezember, zu den Geschäftszeiten im Kissinger Rathaus in der Pestalozzistraße 5 zu sehen.

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