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Kissing

10.09.2017

Diese Dackel sind gut in Form

Genau begutachtet wurden die haarigen Models in Kissing.
Bild: Peter Stöbich

Bei der Zuchtschau in Kissing stellen sich rund 30 Tiere der Jury. Was eine Auszeichnung bringt.

Haarige Models präsentierten sich in Kissing gestern auf dem Laufsteg: An der Zuchtschau der Sektion Augsburg im Bayerischen Dachshundklub nahmen im Gasthof Grundler rund 30 Tiere teil. Anatomie und Gangwerk, Haarqualität und Zähne waren einige wichtige Kriterien, für die in den Stammbaum ein „Vorzüglich“ oder „Sehr gut“ eingetragen wurde – gewissermaßen ein Gütesiegel für Lumpi, Waldi und die Zucht.

Vorsitzender Dirk Topel hatte zwei seiner sechs Dackel mitgebracht: Auch Gina und Nonja mussten sich beim Schönheitswettbewerb der Jury stellen. „In schönster Form die beste Leistung“ heißt das Zuchtziel der Sektion, die 1961 gegründet wurde. Dachshund ist eigentlich die korrekte Bezeichnung für die Vierbeiner mit kurzen Läufen, kraftvollem Körperbau und mit einem schönen kräftigen Kopf.

Gezüchtet wurde diese Hunderasse für die Jagd, speziell für die Baujagd auf den Fuchs und den Dachs; denn die kurzen Läufe und ein vergleichsweise geringer Brustumfang ermöglichen das Eindringen in die unterirdischen Baue dieser Wildtiere. „Gestromter Teckel, gut gewinkelt“ – mit diesen Fachbegriffen konnte Karin Kellner aus Kissing nicht viel anfangen. Sie ist zwar keine Züchterin, aber schon seit einem halben Jahrhundert eine Liebhaberin der Kurzbeiner und kann nur unterstreichen, was über ihre Vorzüge in einem Faltblatt zu lesen ist: „Der Dackel ist ein vom Wesen her anhänglicher, weder ängstlicher noch aggressiver Hund mit ausgeglichenem Temperament. Wachsamkeit und Selbstbewusstsein machen ihn zum idealen Gesellschafter im Haus.“

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Auch für Kellner ist ihr Langhaardackel Maxi ein Familienmitglied, „das man gut erziehen kann“; sie war in den Gasthof Grundler gekommen, um die Zuchtschau zu verfolgen. Mit ihren Besitzern mussten sich die Tiere im Ring präsentieren, die Bewertung erfolgte sofort anschließend durch einen fachkundigen Richter. Wer gemessen, gewogen und für gut befunden worden ist, kann unter Tierfreunden stattliche Preise von mehreren hundert Euro erzielen.

„Viele unserer Mitglieder sind Jagdscheininhaber“, so der Vorsitzende. „Somit besteht ein gesundes Gleichgewicht zwischen Liebhabern der reinen Schönheitszucht und denjenigen, die in erster Linie ein mit brauchbaren jagdlichen Anlagen ausgestattetes Tier bevorzugen. Dieses Gleichgewicht spiegelt sich auch unter den Züchtern unserer Sektion wider.“

Dackel sind keineswegs nur „niedlich und süß“, sondern besitzen ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Topel sagt: „Das ist bei der Jagd auf wehrhaftes Wild, insbesondere den Dachs, sehr hilfreich. Denn im Dachsbau ist der Hund ein Alleinjäger und muss seine eigenen Entscheidungen treffen, da der Hundeführer ihn hier nicht leiten kann.“ Die Sektion Augsburg ist die älteste im Bayerischen Dachshundklub und mit rund 140 Mitgliedern die größte im südbayerischen Landesverband des Deutschen Teckelklubs. Sie bietet ihren Mitgliedern nicht nur die Ausbildung des Dackels als Begleiter und Freund des Menschen sowie Seminare und Beratung zu Gesundheit und Pflege an. „Gesellige Veranstaltungen wie Ausflüge, Wandertage, Exkursionen, Wettbewerbe im jagdlichen Scheibenschießen oder Grillfeste runden unser vielfältiges Programm ab“, sagt Inge Senning, die Obfrau für Ausstellungswesen.

„In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die gezielte Dachshundezucht mit der Entstehung der einzelnen Rassezuchtvereine“, schildert sie. Aufgrund seiner Vielseitigkeit könne man den Dackel fast als Universalhund betrachten: „Als Familienhund passt er sich wunderbar ein, als eifriger Jagdgefährte ist er ein ausdauernder Begleiter bei Pirschgängen, und als Wachhund beschützt er das Haus und seine Bewohner.“

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