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Freizeit

17.10.2017

Ohne Ehrenamtliche keine Kulturangebote in Friedberg

Das Friedberger Kulturleben ist stark vom Ehrenamt geprägt. Ohne das Engagement der Menschen in dieser Stadt gäbe es weder den Friedberger Musiksommer noch die Angebote der KunstSchule, die Konzerte der Stadtkapelle, die Aufführungen der Schule für Musik und die Ausstellungen der Kunstspechte.
Bild: Andreas Schmidt (Archiv)

Kunst, Theater, Musik – all das will gefördert werden. Eine Bestandsaufnahme zeigt: Ohne die Arbeit von Vereinen und Freiwilligen wäre kulturell nicht viel geboten.

Egal ob Konzerte, ein Jugendfestival oder eine Ausstellung - die kulturellen Angebote prägen das Bild einer Stadt. Doch sie kommen nicht von allein. Es braucht engagierte Menschen mit Ideenreichtum und der Bereitschaft, sich für ihre Stadt ein zu setzten. Davon gibt es in Friedberg offensichtlich einige. Denn 83 Prozent aller kulturellen Angebote basieren auf dem Engagement von Ehrenamtlichen. Das ist das Ergebnis einer Bestandsanalyse, die im Kulturausschuss präsentiert wurde.

„Genau das unterscheidet uns von vielen anderen Städten“, betonte Roland Fuchs ( SPD). „Wir müssen uns überlegen, wie wir dieses Engagement fördern können.“ Hauptaufgabe des Kulturamtes sei es, bereits Bestehendes zu erhalten. Das sei wichtiger, als selbst ans Werk zu gehen. Dem stimmte Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) zu. „Die bürgerschaftliche Kultur muss weiter unterstützt werden“, sagte er. Wie genau diese Förderung aussehen könnte, ließ der Kulturausschuss allerdings offen.

Denn erst einmal ging es darum, Ergebnisse zu präsentieren, die Untersuchungen im Rahmen des Kulturentwicklungskonzepts hervorbrachten. An einem solchen arbeitet die Stadtverwaltung mithilfe des Stadtgeografen Bastian Lange seit 2016. Ziel des Konzepts ist es, mögliche Defizite im kulturellen Bereich herauszuarbeiten, die Rahmenbedingungen für Kulturschaffende in Friedberg zu verbessern und die Förderung planvoller zu gestalten. Dafür wurde der Bestand an Kulturangeboten analysiert, örtliche Experten der Kulturszene befragt und Workshops zu verschiedenen Themen für Bürger angeboten.

„Ein erster positiver Effekt, der sich aus dem Prozess ergeben hat, ist die verbesserte Kommunikation zwischen Kulturschaffenden, Bürgern und der Verwaltung“, so Lange. Insgesamt bezeichnete er das Kulturangebot in Friedberg als „ausgewogen und ausdifferenziert“. Es bestehe ein starkes Netzwerk innerhalb der Vereine und die kulturellen Angebote bewegten sich auf einem hohen Niveau. Fast die Hälfte aller Veranstaltungen, nämlich 15 von 32, sind im musikalischen Bereich angesiedelt. „Außerdem haben die kulturellen Aktivitäten der Stadt eine sehr starke Wirkung auch nach außen hin in die Region“, betonte Lange. Das sei positiv. Zudem bestünden die meisten Kultureinrichtungen in Friedberg seit über 20 Jahren und hätten sich in dieser Zeit stetig weiterentwickelt und ihre Angebote erweitert.

Endgültig abgeschlossen sein soll die kulturelle Bestandsaufnahme erst bis zum Sommer nächsten Jahres. Denn zu einigen Themen seien laut Lange weitere Gespräche nötig. So stehen die Fragen, wie das Schloss kulturell genutzt werden soll, wie Kultur gefördert werden kann und wie die einzelnen Stadtteile noch stärker in das kulturelle Leben integriert werden können, weiterhin zur Diskussion. Genau in diesen Bereichen, der Beschaffung von Räumlichkeiten, der Nachwuchssuche sowie der Aufstockung finanzieller Mittel für Vereine - sieht Lange zukünftige Herausforderungen für die Stadt.

„Im Bereich der Jugend hat sich mit dem Südufer-Festival und der Arbeit der Jugendpflegerin schon einiges getan“, sagte Lange. Dennoch könnten auch die Angebote für junge Leute oder sozial schwächere Kinder noch ausgeweitet werden. „Die Nachwuchsarbeit ist entscheidend, um das hohe Niveau zu halten“, stimmte Eichmann zu. Man müsse dringend Antworten darauf finden, wie man diese stärken könne.

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