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Dackelschau

21.09.2015

Wer hat die krummsten Beine?

Wilder Jäger und verschmustes Haustier zugleich – der Dackel.
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Wilder Jäger und verschmustes Haustier zugleich – der Dackel.

Die Vierbeiner zeigen sich in Kissing als liebenswürdige Kerlchen mit viel Charakter

Nur die schönsten Dackel dürfen ihre Gene in der Zucht weitergeben. Dafür werden sie bei der Herbstzuchtschau strengstens unter die Lupe genommen. Diese fand für die Sektion Augsburg des bayerischen Dackelzuchtklubs bereits zum dritten Mal im Landgasthof Alt-Kissing statt. Dabei zeigten die Vierbeiner viel Charakter.

Während einige wirkten, als seien sie auf dem Laufsteg geboren, begriffen andere den Ernst der Lage nicht und fanden den Teppich oder die Kollegen interessanter. Hier waren die Überredungskunst der Besitzer und das ein oder andere Leckerchen gefragt. Dackel wären nicht Dackel, wenn sie nicht für den ein oder anderen Lacher sorgen würden. So hatte eine Dackeldame nach der dritten Runde plötzlich keine Lust mehr – und befreite sich kurzerhand von ihrem Halsband, um mit wehenden Ohren den Ring zu verlassen. „Fahnenflucht“, kommentierte Richterin Anne Posthoff amüsiert. Die widerspenstige Hundedame war jedoch schnell wieder eingefangen.

Insgesamt 19 Dackel wurden bei der Schau vorgestellt und auf ihre Zuchttauglichkeit überprüft. Die Note „Vorzüglich“ oder „Sehr gut“ müssen die Tiere erreichen, um für die Zucht eingesetzt werden zu dürfen, so Dirk Topel, der Vorsitzende des bayerischen Dackelklubs in der Sektion Augsburg. Bei der Tischbeurteilung werden zunächst die Zähne, die Rute und der Haarwuchs kontrolliert. Dann werden die Tiere vermessen und müssen im Anschluss vor der Richterin laufen. Dabei prüft sie den Bewegungsablauf. Je nach Art, Rauhaar-, Langhaar oder Kurzhaardackel in den Größen Kaninchen, Zwerg und Normal, gibt es festgelegte Normen, die es für die Dackel zu erfüllen gilt.

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Bei der halbjährlich stattfindenden Zuchtschau waren alle Arten vertreten – und alle Altersgruppen: Während die Dackelbabys erste Ausstellungsluft schnupperten, spazierten die Veteranen gelassen um den Ring. Dabei konnte es durchaus passieren, dass ein Hund auf seine Familienmitglieder traf. „Ich sehe auf Schauen oft Welpen aus meiner Zucht wieder“, so die erfahrene Züchterin Jovita Burkard. Für die Hundezüchter sind die Schauen eine Möglichkeit zum Austausch. „Die erfahrenen Züchter geben gerne ihr Wissen weiter“, so Dirk Topel. Bei Kaffee, Kuchen oder Mittagessen redete es sich im Kissinger Gasthof besonders gut. Dafür zeigte sich auch Organisatorin Inge Senning dankbar: Die Schau in einem Saal abhalten zu können, sei nicht selbstverständlich.

Im Vordergrund standen immer die Dackel. Man merkte den Züchtern die Begeisterung an. „Bei Dackeln ist das wie ein Schalter, der sich umlegt“, so Martin Kremmling, Zweiter Vorsitzender, mit seinem Rüden Oscar auf dem Arm. „Wenn sie draußen sind, wollen sie nur jagen, sobald sie im Haus sind, springen sie zu dir aufs Sofa – das sind einfach liebenswürdige Kerlchen!“

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