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Glaube

10.10.2016

Wie das Miteinander der Religionen gelingt

Katholisches Landvolk beschäftigt sich mit dem Thema Islam

In Deutschland leben derzeit vier Millionen Muslime aus verschiedenen Herkunftsländern. Durch die Flüchtlingskrise kam 2015 noch einmal eine sehr große Zahl muslimischer Menschen dazu. Viele Deutsche sehen dieser Entwicklung sehr besorgt entgegen. Auf Einladung der Katholischen Landvolkbewegung Friedberg (KLB) sprach Bernhard Scholz, Referent für interreligiösen Dialog Augsburg, zum Thema „Herausforderung Islam – Wie kann ein Miteinander gelingen?“

Scholz gab einen Überblick über die zentralen Glaubensinhalte des Islam und zeigte Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zum Christentum auf. Anhand der fünf Säulen des Islam zeigte der Referent, wie ein Miteinander zwischen Islam und Christentum gelingen kann. Gemeinsam haben alle Gläubigen, dass sie zu einem Gott beten. Fasten, Almosen (Spenden) geben und die Wallfahrt sind weitere gemeinsame Punkte. Ein großer Unterschied ist laut Scholz, dass die Muslime ihren Glauben sehr sichtbar leben und praktizieren. Was wiederum für Christen heute befremdlich und übertrieben wirken kann.

Aus dem Publikum kamen schon während des Vortrags viele Fragen: Modern denkende Menschen verstehen nicht, warum die Stellung der Frau im Islam eine offenbar untergeordnete ist und sich der Lebensbereich nur auf das häusliche Umfeld, Kinder und Haushalt begrenzt. Strenge Muslime sind zudem der Meinung, dass der Koran wortwörtlich wiedergibt, was der Prophet Mohammed den Menschen zu sagen hat. Die Bibel hingegen wird gemeinhin interpretiert.

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Die aktuelle Radikalisierung junger Menschen hat dem Referenten zufolge viele Hintergründe und nichts mit dem islamischen Glauben zu tun. Der sogenannte Islamische Staat (IS) greife dort, wo sich niemand mit den Fragen und Zweifeln junger Menschen auseinandersetze. Viele fühlten sich unverstanden und als Verlierer gegenüber der westlichen Welt und schlössen sich deshalb radikalen Gruppierungen an.

Dialog und Kennenlernen zwischen Christen und Muslimen gelingen laut Scholz nur im Austausch von gelebten Überzeugungen und praktizierter Religionsfreiheit. Toleranz und Akzeptanz gegenüber der jeweiligen Religion und den Menschen seien Voraussetzungen. KLB-Mitglieder forderten zur Diskussion aller Aspekte in der Gesellschaft, zum kritischen Nachfragen bei muslimischen Mitbürgern und zur freundlichen Begegnung auf – ein Kernanliegen auch des Referenten. (FA, Foto: V. Novelli)

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