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Versicherung
19.07.2021

Hochwasser und Flut: Welche Versicherung im Notfall entscheidend ist

Die Flutkatastrophe sorgt deutschlandweit für Bilder der Verwüstung und Zerstörung. Eine Elementarschaden-Versicherung kann zumindest finanziell helfen.
Foto: Boris Roessler, dpa

Heftige Sturzfluten haben deutschlandweit für Verwüstung gesorgt. Betroffene erhalten nicht unbedingt Soforthilfen - denn gegen die Schäden kann man sich versichern.

Es sind Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen. Wohnwagen, Autos und Wohnmobile sind zusammengequetscht und hängen an einer Brücke fest, Wohnzimmermöbel liegen verdreckt vor den Häusern, Freiwillige schaufeln Schlamm aus Kellern. Die Flutkatastrophe hält Deutschland in Atem – ganze Dörfer wurden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zerstört.

Auch in Bayern haben heftige Regenfälle nun zu Überschwemmungen geführt. Besonders betroffen ist das Berchtesgadener Land. Die Bob- und Rodelbahn am Königssee wurde schwer beschädigt. Landrat Bernhard Kern sagte bei einer Pressekonferenz, dass sich der Schaden noch nicht abschätzen lasse. Dieser gehe aber in die Millionen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Gebiete stehen nun vor dem Nichts. Finanzielle Unterstützung vonseiten des Freistaats können sie zum Teil nicht unbedingt erwarten. Denn Schäden, die durch Hochwasser, Starkregen und Erdrutsch entstehen, lassen sich versichern, sagt Stefan Liebl, stellvertretender Pressesprecher der Versicherungskammer Bayern. Deshalb gebe es seit 2019 auch keine grundsätzlichen Soforthilfen mehr von der bayerischen Staatsregierung: "Jeder ist erst einmal selbst dafür verantwortlich, die eigene Existenz zu sichern. Durch Elementarschaden-Versicherungen gibt es marktfähige Lösungen, deshalb muss der Staat kein zusätzliches Angebot machen", sagt Liebl.

So gut wie jedes Haus lässt sich gegen Elementarschäden absichern

Nur wer im Ernstfall dokumentieren könne, dass er von einem Versicherungsunternehmen abgelehnt wurde, dürfe sich an den Staat wenden. Im Moment, sagt Liebl, ließen sich 99,8 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden versichern. Bei den übrigen 0,2 Prozent entwickle die Versicherungskammer Bayern gemeinsam mit den Besitzerinnen und Besitzern in der Regel präventive Maßnahmen, um die Gefahr durch Wasser und Erdrutsch zu verringern. So könne man den Preis für die Versicherung drücken. Zusätzliche Maßnahmen senken den Preis im Übrigen auch für diejenigen, deren Haus sich problemlos gegen Elementarschäden versichern lässt. Denn die Versicherungsprämie steigt stets mit dem Risiko.

Stefan Liebl macht allerdings immer wieder die gleiche Erfahrung: Kurz nach einer schrecklichen Umweltkatastrophe wie der jetzigen Flut sei die Aufmerksamkeit für derartige Geschehnisse hoch. "Wenn es Abschlüsse gibt, dann meistens kurz nach der Katastrophe. Doch wir wären gerne vor der Welle, nicht hinter ihr", sagt Liebl. Die Bereitschaft, solche Schäden zu versichern, bleibe aber insgesamt sehr gering.

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Dabei gehe es bei der Elementarschaden-Versicherung nicht um horrende Summen. Besonders nicht verglichen mit einer Autoversicherung. "Für das Auto zahlen wir 400 bis 500 Euro pro Jahr – ohne mit der Wimper zu zucken", sagt Stefan Liebl. Im Gegensatz dazu gebe es eine Elementarschaden-Versicherung für ein klassisches Einfamilienhaus ab circa einhundert Euro pro Jahr.

Sturzfluten: Extremwetterereignisse können überall passieren

Ein weiteres Problem sei das mangelnde Problembewusstsein vieler Bewohnerinnen und Bewohner. "Viele denken sich: Ich wohne hier so gemütlich", sagt der stellvertretende Pressesprecher der Versicherungskammer Bayern. Gerade Extremwetterereignisse wie Sturzfluten seien allerdings kein Thema, das man am Flusslauf lokalisieren könne, sagt Liebl: "Das kann überall passieren."

Auch das Bayerische Staatsministerium informiert online über die größten Irrtümer in Zusammenhang mit Elementarschäden. Als häufiger Irrtum aufgelistet: "Mein Wohnort ist nicht gefährdet." Als Gegenargument heißt es dort: "Starke Regenfälle in kurzer Zeit können nicht schnell genug versickern oder abgeleitet werden und dringen in Erd- und Untergeschosse über Türen, Fenster oder die Kanalisation ein."

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