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Ratgeber

13.03.2019

Wie Schimmel im Haus entsteht - und was vor ihm schützt

In den Ecken fängt er oft an zu sprießen - der Schimmel. Wie er entsteht und was dagegen hilft, erklärt Experte Martin Sambale.
Bild: Daniel Reinhardt, dpa (Symbolbild)

Schimmel ist der Albtraum eines jeden Hausbesitzers oder Mieters. Wird der Befall sichtbar, muss schnell gehandelt werden. Wie es erst gar nicht soweit kommt.

Meist beginnt das Unheil im Verborgenen. In Raumecken, Nischen und an Fensteranschlägen bilden sich ersten Ablagerungen von Staub und Sporen. Sichtbar wird der Befall mit Schimmel häufig erst, wenn dunkle Flecken auftauchen. Dann kann er auch die Bausubstanz und die Gesundheit bereits beeinträchtigen.

Schimmel muss so schnell wie möglich entfernt werden - und zwar vollständig, sonst drohen Gesundheitsschäden. Handelt es sich um kleinflächigen Befall von maximal einem halben Quadratmeter, kann unter Umständen die Schimmelpilzsanierung selbst vorgenommen werden. Dabei ist es ratsam, Handschuhe, Mundschutz mit Feinstaubfilter (mindestens P2), Schutzbrille und eventuell einen Einweg-Overall zu tragen.

Bei glatten, geschlossenen Flächen wie Glas, Metall, Lack und Kunststoffen kann die Oberfläche mit einem Haushaltsreiniger abgewischt werden. Poröse Materialien wie Tapeten, Gipskarton- oder Spanplatten sind oft nicht zu reinigen, sondern sollten direkt entfernt werden. Polstermöbel und Textilien lassen sich ebenfalls nur sehr schwer von Schimmelpilzen befreien und können oft nur noch entsorgt werden. Ist der Befall größer, sollte auf jeden Fall ein Fachmann eingeschaltet werden.

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Experte rät: Ursachen des Schimmels bekämpfen

Mit dem Entfernen des Schimmels ist das Problem aber noch nicht wirklich gelöst. Es gilt, die Ursachen für die Schimmelbildung zu beseitigen. Ein Schimmelpilz entsteht aus Sporen, die auf der Wand oder an den Fensterrahmen ausreichende Lebensgrundlagen finden. Günstig für ein Schimmelpilzwachstum ist insbesondere eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die an kälteren Flächen kondensiert.

Durch das normale Wohnverhalten - durch Kochen, Duschen, Wäsche trocknen sowie durch Atmen und Schwitzen - gelangen täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft. Wird nicht regelmäßig und ausreichend gelüftet, kann die Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen in der Wohnung schnell auf über 80 Prozent ansteigen und ein Wachstum von Schimmelpilzen auslösen.

Weil sich die Feuchtigkeit an kalten Stellen im Haus niederschlägt, sind Gebäudeteile mit unzureichender Wärmedämmung besonders gefährdet. Diese Flächen kühlen sich bei niedrigen Außentemperaturen stärker ab. Auch sogenannte „Wärmebrücken“, wie etwa Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder auch Zimmer an Gebäudeaußenecken sind wegen ihrer spezifischen Konstruktion gefährdet. Bauliche Mängel können ebenfalls die Ursache für Schimmelbildung sein.

Wärmedämmung hilft gegen das Pilz-Wachstum

Eine Wärmedämmung ist also eine wirkungsvolle Maßnahme gegen Schimmelbildung. Sinnvoll ist auch der Einbau einer Komfortlüftungsanlage im Rahmen einer energetischen Haussanierung. Sie sorgt nicht nur dafür, dass die Wohnräume ständig mit Frischluft versorgt werden, sondern auch Luftfeuchtigkeit abgeführt wird. Eine Wärmedämmung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnen reduzieren das Schimmelrisiko sowie den Energieverbrauch und steigern gleichzeitig den Wohnkomfort.

Abgesehen von den empfohlenen Sanierungsmaßnahmen zählen das regelmäßige Lüften und das angemessene Heizen zu den wirksamsten Mitteln gegen Schimmelbildung. Es empfiehlt sich, mit Hilfe eines Thermo-Hygrometers regelmäßig die aktuelle Raumluftfeuchte zu messen. Was ebenfalls wichtig ist: kühle Räume sollten nicht mit der Luft aus wärmeren Räumen geheizt werden.

Denn dabei gelangt warme und feuchte Luft in den kühlen Raum, die dort an kalten Stellen kondensieren kann. Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten deshalb stets geschlossen bleiben, und eine Mindesttemperatur sollte auch in einem kühleren Schlafzimmer durch die Heizung gehalten werden.

Ein weiterer Tipp: größere Möbelstücke sollte man möglichst zehn Zentimeter von Außenwänden wegrutschen, besser noch an Innenwände stellen. Die Wandoberfläche hinter zu dicht an der Außenwand stehenden Möbelstücken erwärmt sich durch die Raumluft weniger und kühlt ab. Als Folge kondensiert die Feuchtigkeit und die Gefahr steigt, dass sich hier Schimmel

Lesen Sie hierzu auch: Schimmelpilzgefahr allein ist noch kein Grund zur Mietminderung

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