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Zecken
28.03.2019

Wie sich Zeckenschutzmittel für Tiere unterscheiden

Die Zecke ist als Krankheitsüberträger gefürchtet. Die von der Zecke übertragenen Borreliose-Erreger schädigen auch Haustiere.
Foto: Andrea Schnartendorff, dpa

Gegen Zecken gibt es auch für Tiere diverse Schutzmaßnahmen. Eine Expertin erklärt, welche es gibt und wie sie wirken.

Zecken sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich – für Mensch und Tier. Sobald Schnee und Frost der Vergangenheit angehören, werden die Spinnentiere aktiv. Wenn die Temperaturen regelmäßig über sieben Grad liegen, erwachen die Tiere aus ihrer Winterstarre. Die Zeckensaison läuft in Bayern von Februar bis Oktober, je nach Klima können die Schädlinge auch darüber hinaus aktiv sein. Sie sind vor allem als Überträger von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gefürchtet.

Hunde und Katzen können ebenfalls durch einen Zeckenstich erkranken. Daher gibt es zahlreiche Zeckenmittel für Haustiere zu kaufen – Dr. med. vet. Pamela Beelitz von der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt, was die üblichen Mittel in der Zeckenbekämpfung sind. Sie ist Fachtierärztin für Parasitologie und hat die Tierärztliche Leitung des Diagnostiklabors der Universität inne.

Zeckenschutzmittel: Bestimmte Wirkstoffe sind für Katzen giftig

Spot-On-Präparate: „Diese Zeckenmittel werden auf die Haut zwischen die Schulterblätter des Hundes aufgetragen“, erklärt Beelitz. Katzen dürfen laut der Tierärztin keine Mittel mit dem Wirkstoff Permethrin erhalten, da den Tieren die Enzyme zum Abbau dieses Wirkstoffes fehlen und sie eine Vergiftung erleiden können.

Halsbänder: Neben den Tropfen, sagt Beelitz, gebe es auch Halsbänder, die den Wirkstoff kontinuierlich in Puderform an den Hund abgeben. Diese müssen während der gesamten Zeckensaison getragen werden. Je nach Anwendungsart wirken die Schutzmittel unterschiedlich lang, der Kontakt mit Wasser verdünnt den Wirkstoff und schwächt somit die Wirkung ab. „Tropf-Präparate halten je nach Hersteller zwei bis vier Wochen“, sagt Beelitz. Halsbänder müssen meist nach circa sechs Monaten erneuert werden. Die in den Mitteln enthaltenen Wirkstoffe wie zum Beispiel Permethrin sollen die Zecke davon abhalten, sich am Körper des Haustieres festzusetzen und dieses zu stechen.

Sprays: Diese Mittel enthalten meist den Wirkstoff Fipronil. „Fipronil kommt auch als Spot-On–Präparat zum Einsatz. Dieses Akarizid verursacht bei der Zecke eine Übererregung und den Tod innerhalb von 48 Stunden“, erklärt die Tierärztin. Da Zecken Krankheitserreger in der Regel erst nach zwei bis drei Tagen übertragen, bestehe für das Haustier meist kein Infektionsrisiko. Bei intensivem Wasserkontakt wird auch hier die Schutzwirkung abgeschwächt.

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Orale Zeckenschutzmittel : Zwei Wirkstoffe, die das Haustier schlucken muss, sind zum Beispiel Afoxolaner und Fluralaner. „Oral eingenommene Mittel in Form von Kautabletten haben eine sofortige und langanhaltende abtötende Wirkung“, sagt Beelitz. Diese Akarizide/Insektizide beeinflussen das Nervensystem der Schädlinge. Die Mittel schützen bis zu zwölf Wochen und auch Nässe mindert die Schutzwirkung nicht.

Biologische Zeckenschutzmittel: Leider gebe es bis heute, sagt die Tiermedizinerin, keine sicheren und wirklich zuverlässigen Anti-Zecken-Schutzmittel auf biologischer Basis. Seriöse und fundierte wissenschaftliche Studien fehlen laut Beelitz bislang. Infolgedessen müsse jeder Tierbesitzer nach einem intensiven Beratungsgespräch mit seinem Tierarzt abwägen, ob er sich entweder für ein oral zu verabreichendes, langwirkendes Präparat oder Mittel mit kürzerer Schutzdauer wie z. B. Spray entscheidet. Oder aber für Anti-Zecken-Mittel auf biologischer Basis wie Kokosöl mit unsicherer Wirkung. Das hänge natürlich auch davon ab, ob der Hund in einem Gebiet, beispielsweise dem Rheingraben, mit milderen klimatischen Bedingungen lebt, wo die Zecken schon im zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst vorkommen und Krankheitserreger übertragen können.

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