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Test

07.03.2019

Hey, Mercedes?! Was uns an der neuen A-Klasse irritiert

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6 Bilder
Wie passend: Der Farbton dieses Mercedes-Benz A 200 heißt „digitalweiß“.
Bild: Daimler AG

In der Digitalisierung ist die Mercedes A-Klasse ohne Frage top. Dafür leidet ein anderer Teil des Markenkerns. Der Test.

Schon schön, wenn einem eine gute Fee praktisch jeden Wunsch erfüllt, und das auf Zuruf. „Hey Mercedes, mir ist kalt“ – „Ich stelle die Temperatur auf 22 Grad“. „Hey Mercedes, bring mich zu Schuhbecks Teatro in München“ – „Die Route wird berechnet“. „Hey Mercedes, wie wird das Wetter morgen in Augsburg“ – „Morgen ist es in Augsburg überwiegend bewölkt bei sechs bis neun Grad“.

Die Bedienung der A-Klasse erfolgt ganz natürlich per Sprache

Und so weiter, und so fort. Mit der „Mercedes“ genannten digitalen Assistentin der gleichnamigen Automarke kommt man(n) bestens zurecht, in unserem Fall in einer A-Klasse, dem Modell, in dem das freundliche Geschöpf geboren wurde. Obwohl sie noch nicht ganz die Fähigkeiten einer Alexa oder einer Siri erreicht, stellt die Dame doch eine kleine Revolution in der Bedienung eines Autos dar. Plötzlich funktioniert das meiste ganz natürlich per Sprache. Die vielfältigen anderen Bedienmöglichkeiten, die das MBUX genannte System von Mercedes noch böte – etwa per Fingertipp auf dem Skateboard-großen Zentraldisplay oder auf berührungsempfindlichen Feldern am Lenkrad – sind eigentlich hinfällig.

Die Mercedes A-Klasse fährt sich weniger souverän

Bei einem so faszinierenden Digitalisierungs-Level, verpackt in ein so sexy Design, wird das Autofahren zur Nebensache. Ob dieser Trend in der Entwicklung der A-Klasse auch schon mitschwang? Ganz von der Hand zu weisen ist der Verdacht nicht, fährt sich doch die A-Klasse weniger souverän, als man es von der Edelmarke mit dem Stern gewohnt ist. Für Mercedes-verhätschelte Hinterteile fällt die Federung recht hart aus; Querfugen mag das straffe Fahrwerk nicht besonders.

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Die Motoren wurden zusammen mit Renault entwickelt

Am meistern dürften sich verwöhnte Mercedes-Fans aber über die neue Motorengeneration wundern: Erstens wurde sie (einmal mehr) zusammen mit Renault entwickelt. Zweitens ist sie recht schmalbrüstig. Mehr als 1,33 Liter Hubraum und 163 PS hat der Vierzylinder im A 200 (ab 30.232 Euro) nicht. Zwei Zylinder werden bei wenig Last abgeschaltet, was Sprit sparen soll. Unter sechs Liter Super beträgt der Normverbrauch.

In der Praxis schluckte unser A 200 fast neun, was daran liegen mag, dass man das Gaspedal schon ordentlich treten muss, um halbwegs zügig unterwegs zu sein. So richtig premium-artig kommt der Motor aber gefühlt nie in Schwung. Der Punch fehlt. Schade. Auch die Automatik (2100 Euro Aufpreis) wirkt mitunter seltsam gehemmt. Diese Abstimmung kann Mercedes eigentlich besser. Gleiches gilt für den Sound, der sich eher angestrengt entfaltet.

Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Und stärkere Benziner und Diesel stehen reichlich zur Wahl. Vielleicht spielt das Thema in der Zielgruppe aber auch keine große Rolle. Ist der jungen Generation Digitalisierung tatsächlich wichtiger als Dynamik? Die Antwort kennt selbst „Hey, Mercedes“ nicht. "Was möchten Sie tun?" fragt sie nur. Tja. Was möchte man da tun.

Lesen Sie dazu auch: Mercedes A-Klasse: Was die Sprachassistentin so alles kann

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