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Mögliche Kürzungen in der Pflege? Sozialverband warnt vor drastischem Sparkurs

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Mögliche Kürzungen in der Pflege? Sozialverband warnt vor drastischem Sparkurs

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    Mit der geplanten Pflegereform könnte es auch zu Leistungskürzungen kommen. Die Pflegekasse steht nämlich unter finanziellem Druck.
    Mit der geplanten Pflegereform könnte es auch zu Leistungskürzungen kommen. Die Pflegekasse steht nämlich unter finanziellem Druck. Foto: Andrey Popov, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die Pflegeversicherung und die Krankenversicherung sind eng miteinander verbunden. Denn laut dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) ist generell jede Person dort pflegeversichert, wo sie krankenversichert ist – zumindest wenn sie gesetzlich versichert ist. Um die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenkasse zu beschränken, hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das laut der Bundesregierung Ende April 2026 beschlossen wurde. Auf gesetzlich Versicherte kommen nun höhere Zuzahlungen und Leistungskürzungen zu.

    Auch in der Pflegeversicherung wird der finanzielle Druck immer größer und eine umfassende Reform ist geplant. Offiziell wurden noch keine konkreten Maßnahmen veröffentlicht, aber wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus Koalitionskreisen erfahren haben will, sehen erste Reformentwürfe ein drastisches Sparprogramm vor. Demnach könnten die gestaffelten Zuschüsse im Pflegeheim langsamer steigen als bisher. Die Schwellenwerte, um überhaupt einen Pflegegrad zu bekommen, könnten für die Grade 1, 2 und 3 verschärft werden, sodass weniger Menschen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hätten. Zudem sollen genau wie bei der Krankenversicherung auch bei der Pflegeversicherung Gutverdiener durch eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze stärker belastet werden und so mehr Geld in die Kassen der Versicherung spülen.

    Wie groß die Ablehnung zumindest für einen Teil der genannten Maßnahmen sein könnte, zeigt eine Umfrage, die YouGov im Auftrag des Sozialverbands VdK im April 2026 mit 2352 Teilnehmenden durchgeführt hat.

    Strengere Pflegegrade und Leistungskürzungen in der Pflege: Mehrheit ist dagegen

    „Eher nicht“ oder „Überhaupt nicht akzeptabel“ – das waren bei jeder Frage in der YouGov-Umfrage die Antworten mit den meisten Stimmen. Gefragt wurden die Teilnehmenden, ob ...

    • die Höherstufung in einen höheren Pflegegrad schwieriger werden sollte,
    • manche Leistungen im Pflegegrad 1 gekürzt werden sollten,
    • Pflegebedürftige in den ersten Monaten nach ihrer Einstufung in einen Pflegegrad nur die Hälfte der eigentlichen Leistungen erhalten sollten,
    • der Zugang zu einem Pflegegrad erschwert werden sollte
    • und ob Leistungen zusammengefasst nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag bezahlt werden sollten.

    Der Pressemitteilung des VdK zufolge zeigt sich ein klares Bild: „Eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Leistungskürzungen in der Pflege ab.“ 77 Prozent waren demnach gegen einen erschwerten Zugang zu den fünf Pflegegraden. Mit 72 Prozent lehnte ein Großteil der Befragten es zudem ab, die Voraussetzungen für die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen. Gegen eine Art Karenzzeit in der Pflege mit hälftigem Leistungsbezug sprachen sich 80 Prozent der Umfrageteilnehmenden aus. Leistungen wie den Hausnotruf oder Pflegehilfsmittel bei Pflegegrad 1 zu kürzen, hielten 71 Prozent für inakzeptabel. Und auch einen Höchstbetrag für zusammengefasste Leistungen in der Pflege lehnte mit 55 Prozent über die Hälfte der Befragten ab.

    Pflegereform mit drastischen Einschnitten? Davor warnt der VdK

    Auch wenn es noch keine offiziellen Reformpläne gibt, warnt der VdK vor einem zu drastischen Sparkurs und sieht die pflegerische Versorgung in Gefahr. So würde ein verzögerter Zugang zu einem Pflegegrad und zu Pflegeleistungen lediglich die Belastung verlagern – und zwar auf pflegende Angehörige, erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele laut der Pressemitteilung des Verbands.

    Statt eines erschwerten Zugangs, Kürzungen und zusätzlicher Belastung brauche es Prävention, Rehabilitation, eine stabile Versorgung und eine Stärkung der häuslichen Pflege. Das sei mit den aktuellen Plänen der Bundesregierung nicht zu erreichen, mahnt Bentele. „Unsinnige Leistungskürzungen gefährden die pflegerische Versorgung. Es ist nicht klug, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Leidtragenden einer Reform werden, bei der es in erster Linie ums Sparen geht.“

    Ob und in welchem Umfang es bei der geplanten Pflegereform tatsächlich Leistungskürzungen geben wird, ist aktuell noch nicht klar. Es ist allerdings trotz Ablehnung aus der Gesellschaft und der Warnung des Sozialverbands damit zu rechnen, dass Sparmaßnahmen auf Pflegebedürftige zukommen werden. Wie die Tagesschau im März berichtete, hat die Pflegekasse für das Jahr 2025 ein finanzielles Defizit nur knapp abgewendet – dank eines Darlehens über 500 Millionen Euro. Ohne einen weiteren Zuschuss ist für 2026 mit einem Minus von 2,8 Milliarden Euro zu rechnen und 2027 sogar von knapp fünf Milliarden Euro. Eine Reform ist unumgänglich – ihr Umfang und die Ausgestaltung bleiben abzuwarten.

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