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Bildband-Tipps

12.12.2018

Reise-Bildbände, die fast zu schön zum Verschenken sind

Der Gardasee für Genießer.
Bild: CT Limone sul Garda

In den neuen Bildbänden geht um Reisen und Speisen in Bayern und am Gardasee. Aber auch um neue Blickwinkel, etwa in den Alpen oder Freundschaften in Pakistan.

Reisen und Speisen, das ist ein schönes Paar das man kaum trennen mag. Beides gehört unweigerlich zusammen, um sich ein Bild von einem Land machen zu können, oder? Manche packen aber doch lieber nur den Gaskocher aus und knabbern schnell etwas vor dem VW-Bulli. Und manchmal sind einfach nur die Bilder ein Genuss: neue Bildbände, die nicht nur Fernweh wecken.

Am Gardasee Die gebürtige Augsburgerin Heike Hoffmann hat es schon zu Studentenzeiten zum Gardasee gezogen. Zwei andere Konstante in ihrem Leben: die Liebe zum Kochen und die Neugier auf neue Geschmackserlebnisse. Beides miteinander verbunden ergibt das liebevoll gestaltete „Genuss am Gardasee“. Ein „Erzählkochbuch“, wie Hoffmann sagt. Die 55-jährige, die am Ammersee lebt, und im Oberallgäu aufgewachsen ist, erzählt Geschichten von Winzersfamilien, Gastronomen und Ölmühlenbesitzern. Dazu Rezepte wie Tagliatelle al Piccione, Bandnudeln mit Täubchensoße, ein Zitronen-Orangen-Tiramisu oder ein Tartare di Tonno, ein Thunfischtartar mit Zitronensalsa oder…

Heike Hoffmann: Genuss vom Gardasee. Rezepte von unterwegs. Wißner Verlag, 233 S. 35 Euro

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Auf Island Die einen packen Badesachen und Handtücher ein, zu Peter Gebhards Ausrüstung gehören Bremszüge, Keilriemen und Spannungsregler. Mit seinem rotweißen T1-Bulli hat er 10.000 Kilometer auf Island zurückgelegt. Seine Ausrüstung war dabei auch bitter nötig: Der Gaszug riss mitten im Hochland, der Schaltknüppel ging in den Westfjorden kaputt, die fünfmonatige Reise ein einziges nordisches Bulli-Abenteuer. Der Oldtimer ist der Star in diesem Buch trotz der grandiosen Landschaftsaufnahmen. Doch Gebhard, Autor mehrerer Bildbände, ist viel zu sehr Island-Kenner, um nicht vom Leben der Insulaner zu erzählen, der Hafenmeisterin Elin etwa oder Eyvi, der an den Kliffwänden Trottellummeneier in der Brutzeit sammelt – wegen der zarten Geschmacksnote von Meersalz und Tang.

Peter Gebhard: Bulli Abenteuer Island. Mit 44 PS über die Insel aus Feuer und Eis. Frederking & Thaler, 190 S., 39,99 Euro

Mit dem Bulli durch Island.
Bild: Peter Gebhard

In Bayern Um Genuss in der Heimat geht es in dem kulinarischen Reiseführer „100 Genussorte in Bayern“. Nach Regionen unterteilt führt die Lesetour zu Menschen in Bayern, die sich mit Leib und Seele regionalen Produkten verschrieben haben. In Schwaben geht es etwa zu einem Imker nach Seeg oder nach Weiler in die Käserei oder zu den Brauern Herbert Zinth und Manfred Biechl. Auch Bücherorte sind genussvolle Kraftplätze.“ Bayern erlesen!“ heißt der Band, in welchem Bernhard Hampp 55 literarische Orte vorstellt. Etwa das Brechthaus in Augsburg. Oder ein Lesecafé in Nördlingen. Oder das Stadtmuseum in Kaufbeuren. Das Buch ist eine Schatzsuche durch ganz Bayern, die unter anderem nach Regensburg, Bayreuth und Nürnberg führt. Ein lesenswertes Büchlein und irgendwie auch ein Reiseführer.

Bernhard Hampp Bayern erlesen! Für Literaturfreunde und Bibliophile. Gmeiner, 187 S. 25 €, 100 Genussorte in Bayern. Ein kulinarischer Reiseführer. Essen und Trinken, 270 S., 24 Euro

Die Brauer Herbert Zinth und Manfred Biechl aus Welter.
Bild: Verlag

In Pakistan Manolo Ty schloss mehr Freundschaften, als er pakistanische Chais trinken konnte, erzählt er im Vorwort seines beeindruckenden Bildbands „Pakistan now.“ Pakistan gilt als das gefährlichste Land der Erde. Wer den Bildband von Manolo Ty, der 1985 in Hagen geboren wurde, studiert, erhält ein ganz anderes Bild von Pakistan, nämlich ein Menschliches. Manolo Tys persönlichen Erzählungen tun ihr übriges dazu. Da ist die selbstbewusste Frau, die keinen Schleier trägt, der telefonierende Geschäftsmann, die lachenden Jungs in der Astgabel oder der Schlafende in der Moschee in Lahore...

Manolo Ty: Pakistan now. Dumont, 319 S., 49 Euro

Pakistan mit anderen Augen sehen.
Bild: Dumont

In den Alpen Überall wachsen derzeit Prestigeobjekte in den Alpen in die Höhe. Spektakuläre Hütten, Bergstationen oder Hotels. Wer denkt, das ist ein neues Phänomen der letzten Jahre, um im Tourismus Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, irrt. Wie sehr, das zeigt der Bildband „Geisterhäuser“. Faszinierende Bilder von verlassenen Orten in Alpen. Bergdörfer, die langsam zuwuchern. Längst ungenutzte Festungen zeugen von Kriegen, politische Prestigebauten in den Südtiroler Bergen von faschistischen Ideologien. In einst schicken Kurbetrieben hausen nur noch Mäuse. Und teure Olympiastätten rotten ungenutzt dahin... Die Berge wurden nie sich selbst überlassen, wie Stefan Hefele und Eugen E. Hüsler in bemerkenswerten Fotos und Texten aufzeigen. Die Lost Places in diesem Buch zeugen oft von hochtrabenden Plänen und verrückten Ideen, in jedem Fall aber vom Zauber des Vergänglichen.

Stefan Hefele, Eugen E. Hüsler: Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen. Bruckmann, 235 S., 49,99 Euro

Geisterhäuser in den Alpen
Bild: Bruckmann
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