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Ist die Rente sicher? Studie zeigt Folgen des Rentenpakets bis 2070

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Ist die Rente sicher? Studie zeigt Folgen des Rentenpakets bis 2070

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    Laut einer wissenschaftlichen Studie bringt das geplante Rentenpaket stabile Renditen und höhere Renten – auch für Jüngere.
    Laut einer wissenschaftlichen Studie bringt das geplante Rentenpaket stabile Renditen und höhere Renten – auch für Jüngere. Foto: bilderstoeckchen, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die Rente ist und bleibt ein zentrales Thema in der deutschen Politik, insbesondere im Hinblick auf die aktuelle Rentenreform. Das Rentenpaket sieht unter anderem die Sicherung des Rentenniveaus bis 2031 und die sogenannte Mütterrente vor, informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Zudem sollen weitere rentenpolitische Maßnahmen mit der Rentenreform 2025 auf den Weg gebracht werden, etwa die Frühstartrente und die Aktivrente.

    Bis das Rentenpaket in seiner jetzigen Form geschnürt war, war es ein langer Weg: Seit dem Beginn der schwarz-roten Koalition stand die Rentenpolitik im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen zwischen Union und SPD. Nachdem sich die Koalition nach intensiven Verhandlungen auf eine Reform geeinigt hatte, formierte sich jüngst Widerstand innerhalb der Jungen Union (JU). Zwar stimmte die JU zu, die sogenannte Haltelinie für das Rentenniveau bis 2031 zu verlängern, wie die Tagesschau berichtete. Doch ein weiterer Aspekt stieß bei ihr auf Ablehnung: der Plan, das Rentenniveau über die gesetzlich festgelegte Vorgabe hinaus nach 2031 zu halten. Die JU warnte vor den dadurch entstehenden Milliardenkosten – die insbesondere von der jungen Generation der Beitragszahlenden getragen werden müssten. Auch von anderen Stellen wurde das Rentenpaket als Generationenungerechtigkeit kritisiert. So bezeichnete Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, das Gesetzesvorhaben gar als „Generationenverbrechen“. Doch ist das so?

    Eine neue Studie, die im November 2025 vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht wurde, beleuchtet die langfristigen Perspektiven für die gesetzliche Rente und gibt Antworten auf die Frage, wie viel junge Menschen in Zukunft erwarten können. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich die gesetzliche Rente auch für kommende Generationen lohnen könnte – und widerspricht damit der Kritik, eine Stabilisierung des Rentenniveaus würde jüngere Generationen benachteiligen.

    Studie zur Rente: „Keine Generationenungerechtigkeit“ durch Rentenpaket?

    Die Studie, die auf einer 45-jährigen Simulation basiert, berechnet, wie sich das Rentensystem bis zum Jahr 2070 entwickeln könnte. Im Vergleich zu anderen Berechnungen, die die langfristigen Kosten des Rentensystems in Milliardenhöhe beziffern, hat das IMK-Team einen anderen Ansatz gewählt. Statt nur die absoluten Kosten zu betrachten, wurde der Anteil der Rentenzahlungen des Bunds am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bemessen.

    Laut den Ergebnissen des IMK-Teams lag der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2024 bei etwa 2,7 Prozent des BIP. Durch das geplante Rentenpaket der schwarz-roten Koalition könnte dieser Anteil um 0,3 Prozentpunkte steigen. „Dieser Anstieg ist relevant, aber im historischen Vergleich nicht dramatisch“, heißt es in der Studie. Bis 2070 könnte dieser Anteil noch um 0,4 Prozentpunkte steigen. Das entspricht ähnlichen Werten wie im Jahr 2003, als der Zuschuss des Bundes an die Rentenversicherung bei 3,5 Prozent des BIP lag.

    Professor Sebastian Dullien, einer der Studienautoren, stellte gegenüber der Tagesschau fest: „Ich kann im aktuellen Rentensystem keine Generationenungerechtigkeit erkennen.“ Tatsächlich wird in der Studie eine positive Perspektive für alle Generationen aufgezeigt, einschließlich der Jüngsten – berechnet wurde bis zum Geburtsjahr 2010. „Alle Geburtsjahrgänge bis hin zu den Jüngsten, die noch gar nicht arbeiten, bekommen inflationsbereinigt absehbar mehr aus der Rentenversicherung heraus, als sie eingezahlt haben.“

    Rentenentwicklung bis 2070: So viel mehr Rente könnte es geben

    Aktuell liegt das Rentenniveau bei 48 Prozent und der Beitragssatz zur Rentenversicherung bei 18,6 Prozent, wobei der Beitrag je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen wird, informiert das BMAS.

    Die Prognosen zur Rentenentwicklung des IMK zeigen, dass das Rentenniveau im Jahr 2070 bei etwa 45,2 Prozent liegen könnte. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung würde sich auf 22,3 Prozent belaufen. Aber: Das Rentenpaket der Regierung könnte die Rendite für jüngere Jahrgänge leicht verbessern. Laut der Studie liegt die erwartete Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung – je nach Geburtsjahr und Geschlecht – zwischen 3,1 und 4,5 Prozent. Das wäre ein Zehntel-Prozentpunkt mehr als ohne die Stabilisierung.

    „Ein Renditeeffekt von 0,1 Prozentpunkten mag auf den ersten Blick gering erscheinen“, erklärt die Studie. Der Anstieg der Renten sei aber für alle Jahrgänge spürbar. Für einen heute 35-Jährigen könnte das Rentenpaket im Jahr 2057 etwa 116 Euro mehr pro Monat bringen – zumindest für einen sogenannten „Eckrentner“, also einen Modellversicherten, der 45 Jahre lang Beiträge für ein Durchschnittsentgelt gezahlt hat.

    Dullien betont: „Hier wird niemand über den Tisch gezogen“ und lehnt die Forderung von 22 Wissenschaftlern ab, das Rentenpaket zurückzuziehen. „Das Versprechen jetzt zu kippen, würde eher Verlässlichkeit und Vertrauen torpedieren.“

    Wie sollte das Rentensystem finanziert werden: Bundeszuschüsse oder Beitragserhöhungen?

    Die Studie wirft auch einen Blick auf die langfristige Finanzierbarkeit des Rentensystems. Sie stellt die Frage, ob es der beste Weg ist, das Rentenniveau durch höhere Bundeszuschüsse zu stabilisieren. Für die kommenden Jahre bis 2031 erscheine diese Lösung noch vertretbar, „perspektivisch sollte allerdings überlegt werden, ob eine weitere Stabilisierung nach 2031 eher über höhere Beiträge finanziert werden sollte“, so die Autoren. Davon würden die jüngeren Generationen der Studie zufolge ebenfalls profitieren, weil sie dann künftig höhere Renten bekommen würden.

    Die Rentenreform wird weiterhin ein kontroverses Thema bleiben. Doch die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es auch für die jüngeren Generationen keine völlig pessimistische Prognose gibt.

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