Die schwarz-rote Koalition ist auf der Suche nach rund 20 Milliarden Euro. Diese Summe muss im Bundeshaushalt 2027 eingespart werden, wie unter anderem die Tagesschau berichtete. Die Zeit drängt, denn der Haushalt muss Ende Juni 2026 stehen, wenn er, wie von der Bundesregierung geplant, Anfang Juli 2026 im Kabinett beschlossen werden soll. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat daher alle Ressorts zu einer Einsparung von einem Prozent verpflichtet.
Der Sparplan soll auch das Wohngeld betreffen. Die verantwortliche Ministerin Verena Hubertz (SPD) sprach im Bundestag von einer „sehr schwierigen Situation“. Kritik aus den eigenen Reihen zeigt nun, wie schwierig die Situation werden könnte.
Plan um Wohngeld-Kürzung: Wird eine Milliarde Euro gespart?
Rund eine Milliarde Euro soll beim Wohngeld gespart werden, das berichtete unter anderem die Welt. Welche Veränderung das für die Leistung bedeuten könnte, lässt eine weitere Zahl vermuten: Im Jahr 2025 lagen die Wohngeld-Ausgaben des Bundes bei etwa 2,49 Milliarden Euro, wie uns ein Sprecher des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) informierte. Der Bund könnte demnach 2027 beim Wohngeld mit 40 Prozent weniger Finanzmitteln auskommen müssen.
„Auch ich tue mich damit wirklich schwer“, sagte Bauministerin Hubertz im Bundestag zu den Einsparungsplänen. Kurz darauf musste sie sich von Oppositionspolitikerinnen und Oppositionspolitikern einiges anhören. Timon Dzienus (Bündnis 90/Die Grünen) nannte die Pläne rund um das Wohngeld laut dem Stern „die drastischste Sozialkürzung, die diese Regierung bisher diskutiert hat“. Die Linken-Abgeordnete Sahra Mirow sprach von einem „riesengroßen Kahlschlag, der hier betrieben wird“. Und der AfD-Abgeordnete Marc Bernhard stellte die Frage, wie sich „die Menschen überhaupt noch eine Wohnung leisten können“ sollen, wenn das Wohngeld-Budget um fast die Hälfte gekürzt wird.
Kritik an geplanter Wohngeld-Kürzung kommt auch aus den eigenen Reihen
Noch problematischer könnte für Hubertz die Kritik sein, die aus den eigenen Reihen kommt. Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Steffen Krach, der Spitzenkandidat für die Wahl in Berlin im September 2026 ist, erklärte gegenüber dem Stern, dass er Kürzungen des Wohngeldes kategorisch ablehne. Eine Reform der Sozialleistung würde er nur unterstützen, „wenn sie an der Bürokratie spart und den Leistungsbezug vereinfacht“.
Krach kann sich nicht vorstellen, dass es jemand in der SPD-Fraktion im Bundestag anders sehen könnte. Im Hinblick auf die Menschen, die auf den monatlichen Zuschuss zu den Wohnkosten angewiesen seien, mahnte er im Gespräch mit dem Stern.: „Das sind Familien, meistens Alleinerziehende, sowie Rentnerinnen und Rentner, die trotz Arbeit mit ihrem Einkommen oder ihrer Rente nicht mehr über die Runden kommen, weil sie die steigenden Lebenshaltungskosten erdrücken“. Allein in Berlin wären rund 55.000 Menschen betroffen. „Für diese Menschen gehen wir als Berliner SPD auf die Barrikaden“, stellte Krach klar.
Hubertz machte unterdessen deutlich, dass noch keine Entscheidung getroffen wurde. Sie sei im Gespräch mit Finanzminister Klingbeil. Beim Ausgang der Diskussion könnten sich alle Bedürftigen aber einer Sache sicher sein, wie Hubertz laut Stern im Bundestag klarstellte: „In diesem Land lassen wir niemanden zurück.“
Auch interessant: Wohngeld kann man auch ohne deutschen Pass erhalten, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind.
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