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Zink bei Erkältung: So hoch sollte die Dosierung sein, um die Krankheitsdauer zu verkürzen

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Zink bei Erkältung: So hoch sollte die Dosierung sein, um die Krankheitsdauer zu verkürzen

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    Bei einer Erkältung kann Zink helfen. Es kommt aber auf die Dosis an.
    Bei einer Erkältung kann Zink helfen. Es kommt aber auf die Dosis an. Foto: Alicia Windzio, dpa (Symbolbild)

    Die Nase läuft, der Kopf brummt und der Hals schmerzt. Wer mit einer Erkältung im Bett liegt, kann Hoffnung auf Medikamente und Hausmittel setzen, um die Krankheit loszuwerden: von der klassischen Hühnerbrühe über Honig bis hin zu Vitaminen. Doch so eine Erkältung kann sich trotzdem ziehen: Einem alten Sprichwort zufolge kommt eine Erkältung drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage. Sehr beliebt ist deshalb die zusätzliche Einnahme von Zink während Erkältungen, oft auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Vitamin C. Denn Zink hat den Ruf, die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Aber funktioniert das wirklich? Die Wissenschaft hat dazu viele Studien geliefert – das Ergebnis verblüfft, ist aber auch mit Vorsicht zu genießen.

    Zink bei Erkältung: Was ist Zink?

    Laut der Infoseite des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist Zink ein wichtiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, im Wachstum und bei der Wundheilung. Außerdem ist es am Fett- und am Zuckerstoffwechsel beteiligt. Was im Falle einer Erkältung aber besonders nützlich ist: Zink unterstützt das Immunsystem.

    Übrigens: Rund um die Erkältung gibt es zahlreiche Mythen. Viele davon haben einen wahren Kern, andere sind längst widerlegt.

    Wie viel Zink braucht man?

    Laut dem BMG wird Zink aus Lebensmitteln im Dünndarm aufgenommen. Reich an Zink sind zum Beispiel rotes Fleisch und Meeresfrüchte, Milch- und Vollkornprodukte, Nüsse wie Cashews und Hülsenfrüchte wie Linsen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt, gibt es für Zink keine klassischen Speicherorgane. Um einem Mangel vorzubeugen, muss es also regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden.

    Allgemein wird Zink demnach besser aus tierischen als aus pflanzlichen Lebensmitteln aufgenommen. Die Zinkaufnahme ist zudem laut DGE stark abhängig von einem anderen Stoff, der vor allem in pflanzlichen Zinkquellen wie Getreide und Hülsenfrüchten steckt: Phytat. Dieses bindet Zink im Magen-Darm-Trakt und hemmt so die Zink-Aufnahme. Die DGE empfiehlt deshalb für Frauen mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Phytatzufuhr eine Menge von sieben Milligramm, acht Milligramm bzw. zehn Milligramm Zink pro Tag, für Männer liegen die Werte bei elf Milligramm, 14 Milligramm bzw. 16 Milligramm Zink pro Tag. Wer Zink einnimmt, sollte auch darauf achten, wann die Einnahme erfolgt.

    Übrigens: Auch Stress gilt als als Zinkräuber. Dauerhafter Stress kann die Zinkaufnahme hemmen und so das Risiko für einen Zinkmangel deutlich erhöhen. Gegen zu hohe Stresswerte können aber wiederum Vitamine und Magnesium helfen.

    Ernährung: Muss man Zink zusätzlich einnehmen?

    Gemessen an diesen Referenzwerten der DGE ist die Versorgung der Bevölkerung mit Zink in Deutschland im Schnitt gut, schreibt der Lebensmittelverband Deutschland. Männer nehmen demnach durchschnittlich 12,2 und Frauen 9,7 Milligramm des Spurenelementes über die Nahrung auf. Nahrungsergänzungsmittel mit Zink können laut dem Verband ebenfalls dazu beitragen, die empfohlenen Zufuhrmengen zu erreichen. Das könne insbesondere für Menschen, die teilweise oder vollkommen auf tierische Produkte verzichten, eine gute Alternative sein, um keinen Zink-Mangel zu erleiden.

    Deshalb ist Zink ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Eine repräsentative Umfrage der Leibniz Universität Hannover und der GfK zeigte, dass rund 34 Prozent der Verwender von Nahrungsergänzungsmitteln auf Produkte zurückgreifen, die Zink enthalten. Damit liegt Zink unter den am häufigsten ergänzten Mineralstoffen auf dem dritten Platz.

    Studien: Verkürzt Zink die Erkältung?

    Weil Zink das Immunsystem unterstützt, ist es ein beliebter Bestandteil in medizinischen Produkten und Präparaten bei Erkältung. Die mögliche Wirkung des Mineralstoffs wurde laut dem Deutschen Ärzteblatt zufällig in den 80er-Jahren entdeckt: Ein dreijähriges, an Leukämie erkranktes Kind soll demnach im Rahmen einer Chemotherapie regelmäßig Zinktabletten erhalten haben, um einen Mangel zu verhindern. Als es an einer Erkältung erkrankte, soll sich das Kind geweigert haben, die Tabletten zu schlucken. Es ließ sie stattdessen langsam im Mund zergehen. „Die Symptome der Erkältung sollen daraufhin innerhalb weniger Stunden abgeklungen sein“, schreibt das Deutsche Ärzteblatt. Das gab den Ausschlag für viele Studien zur Auswirkung von Zink auf Erkältungen.

    Doch die Studienlage ist nicht ganz so eindeutig. In einer großen Übersichtsstudie hat deshalb ein Team der University of Maryland School of Medicine die Ergebnisse aus 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden zusammengefasst. In den Studien wurde Zink in Form von Pastillen, Tabletten, als Sirup, Puder oder Nasenspray in unterschiedlich hoher Dosierung verabreicht.

    Die Ergebnisse: Es gab keine Hinweise darauf, dass Zink eine Erkältung vermeiden kann. Auch ein Einfluss von Zink auf den Schweregrad der Erkältungssymptome konnte nicht belegt werden. Aber konnte Zink die Erkältungen verkürzen? Die Wissenschaftler beobachteten basierend auf acht Studien mit 972 Teilnehmenden eine Verkürzung der Symptome um durchschnittlich 2,37 Tage. Die Verkürzung reichte von 0,53 bis 4,21 Tage, war also recht variabel.

    Studie zu Zink und Erkältung: Keine eindeutige Schlussfolgerung ratsam

    Die Forscher der Überblicksstudie warnen aber davor, eindeutige Schlussfolgerungen aus dem Studienergebnis zu schließen: Zum einen sei in einigen Studien das Verfahren, wie die Studienteilnehmenden nach dem Zufallsprinzip den Behandlungsgruppen zugeteilt wurden, nicht ausreichend beschrieben gewesen, heißt es in der Studie. Unterschiede zwischen den Studiengruppen könnten daher auf Unterschiede zwischen den Teilnehmenden und nicht auf die Behandlung zurückzuführen sein. Zum anderen war die Art, wie Zink verabreicht wurde, zwischen den Studien sehr unterschiedlich. „Die Erkenntnisse über Zink sind noch lange nicht gesichert: Wir brauchen mehr Forschung, bevor wir uns seiner Wirkung sicher sein können“, sagte Susan Wieland, die leitende Autorin der Studie.

    Dosierung: Wie viel Zink hilft, wie viel ist zu viel?

    Die Dosierungsmenge, die die Erkältungsdauer verkürzen könnte, geht aus der Studie nicht klar hervor. Eine ältere, ähnliche Studie von 2013 zeigte aber beispielsweise, dass sich Lutschtabletten mit Zink ab einer Dosierung von 75 Milligramm pro Tag als wirksam erweisen. Außerdem war die Dauer einer Erkältung dann signifikant um einen Tag verkürzt, wenn die Patienten innerhalb von 24 Stunden nach den ersten Symptomen mit der Einnahme von Zink begonnen hatten. Außerdem sei es laut den Studien-Autoren für diejenigen, die die Einnahme von Zink in Betracht ziehen, am besten, es während der gesamten Erkältung in der Dosierung von 75 Milligramm einzunehmen.

    Doch vor zu viel Zink sei auch gewarnt: Die tägliche tolerierbare Gesamtzufuhrmenge beträgt laut der DGE für Erwachsene 25 Milligramm Zink. Dieser Wert sollte nicht dauerhaft überschritten werden. Die Werte für Kinder liegen in Abhängigkeit vom Körpergewicht zwischen sieben Milligramm bei Ein- bis Dreijährigen bis 22 Milligramm bei 15- bis 17-Jährigen. Wenn die Erkältung vorbei ist, sollte man also wieder zu diesen Höchstmengen zurückkehren. Ansonsten droht eine Zink-Überdosierung, die schwere Symptome nach sich ziehen kann.

    Übrigens: Genau wie Zink ist auch Magnesium ein Mineralstoff, der gerne zur Nahrungsergänzung eingenommen wird. Viele denken, dass man Zink und Magnesium mit einem gewissen Abstand einnehmen sollte, um Wechselwirkungen zu vermeiden – das stimmt so allerdings nicht.

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