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Verkehr

25.03.2015

Burgau: Welcher Weg führt bloß zum dritten Gleis?

Jetzt wird der neue Bundesverkehrswegeplan aufgestellt.
Bild: Marcus Merk

Lange schon wird darüber diskutiert. Jetzt steht der Ausbau der Bahnstrecke nach Burgau wieder auf der Tagesordnung. Doch es gibt Konkurrenz.

Die Fraktionen im Augsburger Kreistag treten weiter für den Bau eines dritten Gleises auf der Bahnlinie zwischen Augsburg und Ulm ein. Die von der Bahn ins Spiel gebrachte Alternative, zwischen Burgau und Augsburg entlang der Autobahn eine Trasse für Schnellzüge neu zu bauen, lehnen sie ab.

Das Problem, über das in den kommenden Monaten wieder verstärkt diskutiert wird, ist seit 20 Jahren bekannt. Die beiden bestehenden Gleise zwischen Ulm und Augsburg reichen nicht mehr aus. Besonders eng wird es im Raum Augsburg, wo die Züge der regionalen S-Bahn mit aufs Gleis drängen. Ab 2021 wird es noch enger, wenn dank der neuen Drehscheibe Stuttgart 21 mehr Fernzüge auf die Reise Richtung München geschickt werden.

Bis zum Jahr 2030, so der IHK-Bahnexperte Peter Stöferle, wolle die Bahn jede halbe Stunde einen ICE fahren lassen. Um das sowie den Regional- und Güterverkehr zu bewältigen, müsse die Strecke zwischen Ulm und Augsburg dringend ausgebaut werden. Gelinge das nicht, werde die Region noch mehr vom Fernverkehr abgehängt oder das regionale Angebot komme unter die Räder.

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Aktuell werden die schon lange laufenden Diskussionen über dieses Szenario jetzt, weil bis Ende des Jahres in Berlin ein neuer Bundesverkehrswegeplan aufgestellt werden soll. Nur, was in diesem Werk im so genannten vordringlichen Bedarf erwähnt wird, hat eine Chance auf Verwirklichung.

Für die Bahnstrecke durch den westlichen Landkreis Augsburg in Richtung Günzburg gibt es insgesamt fünf Varianten, Chancen haben nach Stöferles Einschätzung zwei: Der Ausbau der bestehenden Strecke um ein drittes Gleis zunächst bis nach Gessertshausen oder Dinkelscherben oder eine Neubaustrecke entlang der Autobahn. Auf ihr sollen nur die Fernverkehrszüge rollen, Güter und Regionalverkehr blieben auf der alten Strecke. Die Bahn verspricht sich davon einen Fahrtzeitgewinn für ihre ICE.

Für Politiker im Kreis Augsburg ist das keine wünschenswerte Option. Das machten die Vertreter der einzelnen Fraktionen in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses klar. Aus den Redebeiträgen sprach auch ein deutliches Misstrauen gegenüber der Bahn. Der Vorwurf: Diese bringe die Neubautrasse jetzt nur als Nebelkerze ins Spiel, um sich vor dem Ausbau der bestehenden Strecke zu drücken. Dieser Ausbau aber sei die einzige Möglichkeit, um die Bahnverbindung in absehbarer Zeit zu verbessern.

Er setze auf einen Ausbau zunächst nach Dinkelscherben und in zwei weiteren Abschnitten bis Ulm, so Landrat Martin Sailer (CSU). In Drittel aufgeteilt, sei das Projekt auch finanzierbar. Sailer erinnerte daran, dass die Städte und Gemeinden in Erwartung des Ausbaus schon in Bahnhöfe und ähnliches investiert hätten: „An der Strecke steckt viel kommunales Geld.“ Harald Güller wies darauf hin, dass es für die Schnellstrecke an der Autobahn noch nicht einmal eine Trasse gebe. Allein bis diese gefunden sei, würden zehn bis 15 Jahre vergehen. Auch Ursula Jung (Grüne) und Albert Lettinger (FW) gaben klar dem dritten Gleis den Vorzug.

Die Wirtschaft dagegen könnte mit beiden Varianten leben, sagte IHK-Mann Stöferle. Wichtig sei nur: „Es muss schnell was passieren. Denn ab 2021 kommen die Züge aus Stuttgart.“

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