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15.06.2019

Gegenwind aus Günzburg für Minister Spahn

AOK kritisiert Öffnung der Kassen

Wer an der Nordseeküste wohnt, soll sich künftig auch bei der AOK Bayern versichern können. Umgekehrt gilt: Wer in Günzburg wohnt, könnte sich bei der AOK in Niedersachsen versichern. Dies sehen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, der die regionalen Kassen bundesweit öffnen will. „Das klingt zunächst gut, birgt jedoch einige Fallstricke“, so Leonhard Ost und Werner Gloning, Beiratsvorsitzende der AOK in Günzburg in einer Pressemitteilung.

Spahns Vorschlag zwinge die regionalen Kassen in einen unsinnigen Preiswettbewerb, sagen Ost und Gloning, die AOK wolle und müsse jedoch eine regionale Kasse bleiben. Ansonsten fehlte der Krankenkasse in ihrem Kerngebiet das Geld für die Gestaltung einer guten und passgenauen Versorgung. Und auch der wirtschaftliche Druck auf Fusionen erhöhe sich.

Auch der Bundestagsabgeordnete Georg Nüsslein hat sich ebenso wie die bayerische Staatsregierung kritisch zu Spahns Gesetzesvorhaben geäußert. Statt eines unsolidarischen Preiswettbewerbs sei ein Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung gefragt. Um eine gute regionale Gesundheitsversorgung zu garantieren, brauche man „mehr vertragliche Spielräume und nicht Gleichmacherei“, sagt Ost. Gloning verweist auf Arbeitsplätze bei den regionalen Krankenkassen. Versicherte und Patienten, die eine wohnortnahe Beratung und Betreuung brauchen, würden durch Spahns Pläne ihre Ansprechpartner vor Ort verlieren.

„Die Nähe zu den Menschen ist unser Erfolgsmodell und das soll auch so bleiben“, sagt der Günzburger AOK-Direktor Hermann Hillenbrand. (zg)

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