Ichenhausen

07.06.2019

Sicher im Wasser

Schwimmkurse können Leben retten. Auch im Hallenbad in Ichenhausen wird fleißig für das Seepferdchen trainiert.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Warum aus Sicht der Delphin Schwimmschule Schwimmkurse lebensnotwendig sind und ein wichtiger Bestandteil der Integration von Flüchtlingen sein können.

Der Sommer brauchte in diesem Jahr seine Zeit, bis er in die Gänge kam. Doch jetzt, bei heißen Temperaturen, strömen die Menschen wieder in die Freibäder und an die Baggerseen. In einigen Fällen endeten die Ausflüge am ersten Sommerwochenende vergangene Woche allerdings tödlich. In ganz Deutschland gab es Badeunfälle Nirgendwo gibt es mehr Badetote – sind die Bayern schlechte Schwimmer?. „Schwimmkurse sind lebensnotwendig“, macht Antje Ertle von der Delphin Kinderschwimmschule deutlich. Auch in Ichenhausen und Krumbach wird der Schwimmunterricht des gemeinnützigen Vereins angeboten.

Doch anders als der Name vermuten lässt, ist das Angebot nicht nur auf Kinder beschränkt – auch viele Erwachsene, die noch nicht oder ungenügend schwimmen können, melden sich für die Schwimmkurse an.

Delphin Schwimmschule bietet spezielle Frauenschwimmkurse an

„Bei uns können auch Kinder mit Handicap das Schwimmen lernen“, betont Antje Ertle. So wurde vor Kurzem ein Kind aufgenommen, das unter epileptischen Anfällen leidet. Auch ein Kind, das das Downsyndrom hat, hat bei dem Verein schwimmen gelernt. Da die Gruppen der Schwimmkurse sehr klein sind, können auch Kinder aufgenommen werden, die mehr Aufmerksamkeit brauchen.

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In Ichenhausen bietet der Verein außerdem spezielle Frauenschwimmkurse an. Wie Jasmin Mailänder von der Flüchtlings- und Integrationsberatung berichtet, hatten immer mehr muslimische Frauen den Wunsch geäußert, Schwimmen zu lernen. Aufgrund ihres Glaubens können diese aber nicht in einen normalen Schwimmkurs gehen, bei dem auch Männer anwesend sind.

Jeder soll Schwimmen lernen können

So wurde ein Kurs nur für Frauen ins Leben gerufen. „Der hat einen riesen Zulauf“, berichtet Schwimmlehrerin Carmen Oehme. Dem Kurs hätten sich auch zwei ältere Frauen ohne Migrationshintergrund angeschlossen, die richtig schwimmen lernen wollen. „Und das ist eine richtig tolle Truppe“, sagt Carme Oehme. So wird der Schwimmkurs zum Integrationsmittel.

Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass alle Menschen, egal welchem Glauben sie angehören oder über welches Einkommen sie verfügen, Schwimmen lernen können Alle Kinder im Landkreis sollen schwimmen lernen. Deshalb weisen sie auch immer wieder auf die finanziellen Förderungen hin, die es im Landkreis Günzburg für Schwimmkurse gibt. „Es gibt für alle die Möglichkeit, sich Zuschüsse zu holen“, sagt Jasmin Mailänder.

In der Schule können Kinder nicht schwimmen lernen

Doch auf den Unterricht allein kommt es nicht an. „Üben, üben, üben – das ist wichtig“, macht Antje Ertle klar und nimmt damit auch die Eltern in die Pflicht. „Das ist wie beim Fahrradfahren. Ohne Training geht es nicht.“ Auch der oft geforderte Schwimmunterricht in der Schule ist aus Sicht von Antje Ertle keine Lösung. „In der Schule können die Kinder nicht schwimmen lernen.

Das kann ein Lehrer gar nicht leisten.“ Die Nachfrage nach den Kursen ist groß. Das stellt die Anbieter von Schwimmkursen vor ein großes Problem: Es gibt nicht genügend Bäder, wo trainiert werden kann. „Wir brauchen mehr Bäder“, machte Carmen Oehme klar. Freibäder kämen nur selten in Frage, da oft nicht klar sei, ob das Wetter mitspielt.

Informationen zum Schwimmabzeichen

  • Seepferdchen Für das erste Schwimmabzeichen werden ein Sprung vom Beckenrand und 25 Meter Schwimmen gefordert sowie das Heraufholen eines Tauchrings aus schultertiefem Wasser.
  • Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Bronze Zum Sprung vom Beckenrand sind mindestens 200 Meter Schwimmen in höchstens 15 Minuten gefordert, dazu Heraufholen eines Gegenstands aus zwei Metern Tiefe sowie ein Sprung aus einem Meter Höhe.
  • Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Silber Unter anderem werden 400 Meter Schwimmen in 25 Minuten gefordert, dazu zehn Meter Streckentauchen und ein Sprung aus drei Metern Höhe. Das Kind muss die Baderegeln kennen.
  • Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Gold (ab 9 Jahre): Hier müssen es schon 600 Meter Schwimmen in höchstens 24 Minuten sein. Auch werden unter anderem die unterschiedlichen Schwimmarten Brust, Kraul und Rücken gefordert sowie 15 Meter Streckentauchen, das mehrmalige Heraufholen eines Gegenstands aus zwei Metern Tiefe sowie 50 Meter Transportschwimmen. Außerdem muss das Kind wissen, was bei Bade-, Boots- und Eisunfällen zur Selbst-und Fremdrettung zu tun ist.
  • Erst mit dem Bronzeabzeichen gilt das Kind als sicherer Schwimmer.

Quelle: Deutscher Schwimm-Verband

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