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Landkreis Günzburg

09.12.2020

Zwei Corona-Impfzentren entstehen im Kreis Günzburg: Jetzt stehen die Standorte fest

Im Landkreis Günzburg werden zwei Impfzentren entstehen.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Der Landkreis Günzburg steht bereit: Ab nächstem Dienstag sollen die Impfzentren einsatzfertig sein. Wo sie eingerichtet werden, wer dafür benötigt wird und was jetzt noch fehlt.

Ab dem 15. Dezember soll in Deutschland gegen Corona geimpft werden können. Das ist die Vorgabe von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ( CDU) an die Verantwortlichen in den Regionen – und der Landkreis Günzburg wird an diesem Tag damit starten können. In einer virtuellen Pressekonferenz haben Landrat Hans Reichhart ( CSU) und der Direktor Klinikmanagement der Kreiskliniken, Hermann Keller, am Mittwochmorgen über die Details informiert.

Demnach kam am 9. November der Auftrag für das Einrichten von Impfzentren. Diese sollen dezentral sein, um Ansammlungen von vielen Menschen zu vermeiden. So sind Räume im Verwaltungsgebäude auf dem Gelände der Firma Peri in Günzburg nahe der Autobahn und in Krumbach im Pfarrzentrum St. Michael angemietet worden. Darüber hinaus soll es zwei mobile Impfteams geben, um beispielsweise Bewohnern von Heimen den Weg zu ersparen oder Hausbesuche zu machen.

Es wird zwei "Impfstraßen" pro Impfzentrum in Günzburg und Krumbach geben

Betrieben werden die Impfzentren vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der Kreiskliniken. Sieben Tage die Woche werde man bereit stehen. Durch den Betrieb der Testzentren seit 1. September habe man wertvolle Erfahrungen sammeln und schnell reagieren können. Viele andere Landkreise und kreisfreie Städte haben zwar bereits ihre Standorte benannt, aber man habe sich entschieden, Gründlichkeit vor Schnelligkeit zu setzen. Außerdem seien die Mietverträge erst am Dienstag unterschrieben worden, sagte der Landrat. Auch habe man zunächst Vergleichsangebote eingeholt, um dem wirtschaftlichsten Anbieter den Zuschlag zu geben.

Im Verwaltungsgebäude von Peri an der Bundesstraße und in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Günzburg entsteht das Impfzentrum in der Kreisstadt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Neben der Impfung an sich erbringt die „Allgemeine Medizin Kreiskliniken Günzburg-Krumbach gGmbH“ auch andere Leistungen wie Terminvereinbarungen per Hotline und Internet über Aufklärung, Information und fachkundige Beratung bis hin zur Kooperation mit Alten- und Pflegeheimen. So soll auch das Gesundheitsamt entlastet werden.

In Günzburg und in Krumbach werde es jeweils zwei „Impfstraßen“ geben, pro Standort könne man zunächst 200 Menschen am Tag impfen. Bei steigendem Bedarf lasse sich das ausbauen. Aktive und ehemalige Ärzte, Mitarbeiter der Kreiskliniken, extra eingestelltes Personal und Menschen, die aus dem Ruhestand zurück kommen, sollen sich darum kümmern. Die Bereitschaft, sich hier einzubringen, sei groß. Und die Bürger könnten sich darauf verlassen, dass nur fachkundiges Personal eingesetzt werde, betonte Hermann Keller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Direktor Klinikmanagement: "Ich kann nur jedem raten, sich impfen zu lassen"

Benötigt wird ein externer Sicherheitsdienst, der den Zugang kontrolliert und sich dabei auch ein Ausweisdokument zeigen lässt. Eine medizinische Fachangestellte oder Verwaltungskraft kümmere sich um die Registrierung, ein Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung um die Anamnese und die Aufklärung. Das Impfen selbst übernehme eine medizinische Fachangestellte oder Krankenschwester. Um die Spritze fertig zu machen, brauche es entsprechendes Fachwissen. Sechs Mitarbeiter werden pro Impfstraße benötigt, erklärte Keller.

Der Landrat hofft zwar, dass durch die anderweitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie die Fallzahlen nun sukzessive sinken, aber ein normales Leben werde erst wieder durch den Impfstoff möglich sein. Er wünscht sich, dass viele mitmachen, der Landkreis werde es mit einer Aufklärungskampagne begleiten. „Wir müssen als Gemeinschaft zusammenstehen.“

Das Haus St. Michael in Krumbach: Dort wird eines der Impfzentren des Landkreises Günzburg eingerichtet.
Bild: Beate Nauert

Hermann Keller will sich, sofern Verwaltungspersonal auch infrage kommt, als Mitarbeiter der Kliniken direkt impfen lassen. Auch bei den Kollegen in den Krankenhäusern in Günzburg und Krumbach sei die Bereitschaft groß. „Ich kann nur jedem raten, sich impfen zu lassen, entscheiden muss es natürlich jeder für sich.“ Er selbst kenne jedenfalls Menschen, die in seinem Alter an Corona erkrankten und gestorben seien, ebenso einige, die noch immer unter den Spätfolgen litten. Vorrang beim Impfen habe natürlich, die Schwächsten zuerst zu schützen, betonte auch Reichhart.

Mit der Polizei wird ein Schutzkonzept erarbeitet

Auch wenn es gerade im ärztlichen Bereich schon viele gebe, die sich engagieren wollen: „Wir brauchen noch deutlich mehr Personal“, betonte der Direktor Klinikmanagement. Schließlich müsse man sich darauf einstellen, die Impfzentren für ein halbes Jahr oder länger zu betreiben, ergänzte der Landrat. Starten könne man aber auf alle Fälle, sobald der Impfstoff da ist, der Freistaat eine benötigte Software bereit stelle und der Bund festlege, wer zuerst an die Reihe kommt.

Um die Einrichtungen zu schützen, gebe es bereits Kontakt mit der Polizei, um ein Konzept zu erarbeiten. Zwischengelagert werde der Impfstoff nach Kellers Worten wohl in den Kreiskliniken selbst – natürlich alarmgesichert – und angeliefert aus der Uniklinik Augsburg. Innerhalb von vier Tagen muss er dann verimpft sein. Offen ist noch, welcher Stoff wann kommt, es sind schließlich mehrere auf dem Markt beziehungsweise in der Zulassung. Nähere Informationen zum Ablauf sollen die Bürger noch erhalten.

Warum wurde ein nicht an öffentliche Verkehrsmittel angebundenes Gelände gewählt?

Auf die Frage, warum man in Günzburg das mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichende Peri-Gelände ausgesucht habe, erklärte Keller, dass es von überall gut zu erreichen sei, es viele Parkplätze gebe und die benötigte Größe für das Impfzentrum nicht so einfach zu finden sei: In Günzburg sind es gut 460 Quadratmeter, in Krumbach etwas mehr als 400. Aber, versicherte Keller, es solle noch eine Nahverkehrsanbindung eingerichtet werden.

Er habe schon Anfragen von Firmen bekommen, die stärker von Corona betroffen seien, wann es mit dem Impfen losgeht. Auch in den Kreiskliniken seien quer durch alle Abteilungen Mitarbeiter betroffen, damit sei man immer wieder konfrontiert, „aber das ist momentan ja leider normal“. Auch die Verwaltung sei da nicht ausgenommen. Aber es sei eine „sehr geringe Rate“, man sei arbeitsfähig. Die Impfzentren einzurichten bedeute sehr viel Arbeit, „aber wir haben ein super Team und wir sind stolz, dass wir den Zuschlag bekommen haben“.

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