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Prozess im Unterallgäu

07.09.2019

Frauen vergewaltigt? Das ist der Angeklagte Ali A.

In Memmingen hat der Prozess gegen Ali A. begonnen. Er soll mehrere Frauen angegriffen haben.
Bild: Siegfried Rebhahn

Plus Er soll Frauen vergewaltigt und teils schwer verletzt haben: Ein 26-Jähriger steht seit Freitag im Unterallgäu vor Gericht. Wer ist der Angeklagte?

Wer ist dieser Mann, der für die sexuellen Übergriffe auf Frauen in Babenhausen und Egg an der Günz verantwortlich sein soll? Diese Frage haben sich viele Menschen im Unterallgäu gestellt. Dort hatten die Taten große Bestürzung ausgelöst. Nun steht der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Memmingen: Ali A. Am ersten Verhandlungstag vor der Großen Strafkammer meldete er sich mehrmals zu Wort.

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Mehrere Frauen vergewaltigt: Wer ist der Angeklagte Ali A.?

Insbesondere, um die schwerwiegenden Vorwürfe abzustreiten. Zu seinen persönlichen Hintergründen äußerte sich der Angeklagte auf die Nachfragen des Richters Christian Liebhart widersprüchlich. Etwa, was die Zahl seiner Geschwister anbelangt. Nach eigenen Angaben kam Ali A. 2015 nach Deutschland, nachdem er aus Eritrea über den Sudan und Libyen nach Italien gelangt war.

Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt.
Bild: Siegfried Rebhan

Der heute 26-Jährige wohnte zuletzt nicht mehr in Babenhausen, sondern im rund 15 Kilometer entfernten Erkheim. Mit dem Fahrrad sei er jedoch hin und wieder in die Marktgemeinde gefahren – auch wenn das Verhältnis zu den dortigen Asylbewerbern aufgrund von Meinungsverschiedenheiten nicht mehr gut gewesen sei, wie der Richter anmerkte. Seit den Angriffen befindet sich Ali A. in Untersuchungshaft.

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Im Dezember 2018 soll der nun Angeklagte zu einem brutalen Angreifer auf Frauen geworden sein. Am ersten Verhandlungstag wurden zwei der vier Fälle näher beleuchtet. Zunächst sagte das Opfer der ersten Attacke am 3. Dezember nahe Egg an der Günz aus. Die zahlreichen anwesenden Zuhörer und Journalisten wurden aufgefordert, währenddessen den Saal zu verlassen.

Spaziergängerin erzählt, wie sie im Dezember zum Opfer des Sextäters wurde

Laut Anklageschrift soll die Frau damals mit ihrem Hund spazieren gewesen sein, als sie auf ihren Peiniger traf. Er soll sie zu Boden gedrückt und sich an ihr vergangen haben. Als sich die Frau wehren wollte, habe dies bei dem Angreifer wohl noch weitere Kräfte entfesselt.

Deshalb habe sie schließlich „gute Miene zum bösen Spiel gemacht“, wie der Richter aus den Unterlagen zitierte. Die Frau wollte von dem abgelegenen Feldweg wegkommen – und sei es durch gutes Zureden an die Adresse des Angreifers. Die Frau hatte laut Anklageschrift Todesängste ausgestanden.

Vor dem Landgericht in Memmingen hat am Freitag der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger Ali A. begonnen. Er soll im Dezember vier Frauen in Babenhausen und Egg an der Günz angegriffen und dabei teilweise schwer verletzt haben.
Bild: Siegfried Rebhan

Im Verlauf des Prozesses wurde auch der Partner des Opfers gehört: Der schilderte, wie er von dem Übergriff auf seine Frau erfahren und sich an die Polizei gewandt hatte. Außerdem wurden Polizisten befragt, die am Tatort gewesen waren, Spuren gesichert und sich um das Opfer gekümmert hatten.

Weiteres Opfer identifiziert den Angeklagten im Gerichtssaal als Täter

Der zweite Fall, der am Freitag detailliert thematisiert wurde, war erst im Zuge der Ermittlungen zu drei anderen Sexualdelikten bekannt geworden. Infolge von Presseberichten hatte sich eine Frau an die Polizei gewandt und mitgeteilt, dass sie an jenem 5. Dezember in einer Kneipe in Babenhausen von einem Mann bedrängt worden wäre. Sie sagte vor Gericht aus und gab an, den unweit von ihr im Gerichtssaal sitzenden Angeklagten wieder zu erkennen.

Der Anklageschrift zufolge war die Mitarbeiterin der Kneipe gerade auf der Damentoilette gewesen, als die Türklinke der Kabine mehrfach heruntergedrückt wurde. „Ich dachte erst, es ist eine andere Frau“, sagte die Frau. Doch vor der Tür sei der Angeklagte gestanden, der sie sogleich an den Handgelenken packte. Die Frau konnte sich losreißen – und so vermutlich Schlimmeres verhindern. Nach dem Vorfall habe sie „schlaflose Nächte“ gehabt, sie sei sehr nervös vor dem ersten Prozesstag gewesen.

Ein Zeuge, der an dem besagten Nachmittag Gast in dem Lokal gewesen war, sagte am späten Nachmittag hingegen aus, dass der Angeklagte anders aussehe, als der Mann damals. Mit dieser verwirrenden Aussage endete der erste Verhandlungstag. Der zweite von vier angesetzten Terminen ist der Dienstag, 10. September.

Das ist einer der Tatorte: Die Serie der sexuellen Übergriffe hat im vergangenen Dezember viele Menschen im Unterallgäu in Angst und Schrecken versetzt.
Bild: Wilhelm Schmid
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