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Bellenberg

26.11.2019

In Bellenberg könnte künftig mehr Lehm abgebaut werden

Der Regionalplan Donau-Iller sieht eine mögliche Erweiterung der Lehmgrube in Bellenberg vor.
Bild: Felicitas Lachmayr

Plus Der neue Regionalplan Donau-Iller sieht eine Erweiterung der Abbauflächen vor. Was die Gemeinde und der Betreiber des Ziegelwerks dazu sagen.

Noch ist die Fläche südlich der Straße An der Staig begrünt und der Hang des Krähenbergs in Bellenberg bewirtschaftet. Doch das könnte sich langfristig ändern. Denn die Fortschreibung des Regionalplans Donau-Iller, der in mehreren Kapiteln ein Entwicklungskonzept für die Region darstellt, sieht weitere Lehmabbauflächen vor.

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Bislang erstreckt sich die Lehmgrube, die vom Ziegelwerk Wiest in Bellenberg betrieben wird, auf einem Gebiet nördlich der Tiefenbacher Straße. Um den Rohstoffabbau auch in Zukunft zu sichern, sind zusätzliche Flächen vorgesehen. So sollen das Gebiet nördlich der bisherigen Grube bis zur Straße An der Staig, ein Teil des Krähenbergs sowie eine Fläche südlich der Tiefenbacher Straße als Abbauflächen vorbehalten werden.

Bis Januar können Einsprüche erhoben werden

Die Erweiterung entspreche dem bislang geltenden Regionalplan, erklärt Markus Riethe, Verbandsdirektor des Regionalverbands Donau-Iller. Es gebe nur minimale Abweichungen. So seien beispielsweise mehr Grünzüge vorgesehen und ein kleiner Bereich östlich der A7, der lediglich der Sicherung des Rohstoffabbaus diene. Außerdem ist ein möglicher Autobahnzubringer im Bereich der Tiefenbacher Straße in den Plan mit aufgenommen.

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Ein tatsächlicher Lehmabbau sei auf den ausgewiesen Flächen in den nächsten Jahren nicht vorgesehen und müsste in einem extra Verfahren noch einmal genehmigt werden. „Uns ist nicht bekannt, dass eine konkrete Erweiterung der Firma geplant ist“, sagt Markus Riehte. Der Regionalplan gebe lediglich vor, dass die Flächen nicht anderweitig beispielsweise als Baugebiete genutzt werden dürfen.

Markus Wiest, Geschäftsführer des Ziegelwerks in Bellenberg, hält sich bedeckt. Man müsse abwarten, bis der neue Regionalplan in Kraft tritt. Erst darauf lasse sich aufbauen, sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Beteiligungsverfahren zur Fortschreibung des Regionalplans läuft noch bis 17. Januar 2020. Bis dahin können Einsprüche erhoben werden.

Gemeinde prüft den neuen Entwurf des Regionalplans

Die Gemeinde Bellenberg ist derzeit damit beschäftigt, den seit 2006 geltenden Regionalplan mit dem neuen Entwurf zu vergleichen, wie der Zweite Bürgermeister Wolfgang Schrapp erklärt. Ende nächster Woche sollten die Auswertungen abgeschlossen sein. „Erst dann lässt sich sagen, in wie weit wir dem Regionalplan zustimmen oder eingreifen“, sagte Schrapp. Der Regionalplan gebe eine erste Vision vor, wie sich der Ort künftig entwickeln soll. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns in aller Tiefe damit auseinandersetzen und auch die Bürger sich mit dem Thema beschäftigen“, sagt Schrapp.

Was die Flächen für den Lehmabbau angeht, gebe es nur minimale Abweichungen zum bereits bestehenden Plan. Die Gemeinde sei im Rahmen der Planungen mit dem Ziegelwerk im Gespräch. Schrapp verweist darauf, dass die Lehmversorgung dank des Aushubmaterials aus den Baustellen des Bahnprojekts Stuttgart 21 für die nächsten zehn Jahre gesichert und Abbauflächen geschont würden. Aber das sei eine Zwischenlösung. Das Ziegelwerk müsse langfristig die Möglichkeit haben, Lehm selbst abzubauen.

100 Lastwagen am Tag dürfen das Ziegelwerk anfahren

Seit etwa zwei Jahren bezieht das Ziegelwerk tonnenweise wertvolle Tonerde aus den Erdarbeiten für den Voralbtunnel und setzt sie in der Ziegelindustrie als Rohstoff ein. Insgesamt können auf dem Firmenareal bis zu 2,24 Millionen Tonnen gelagert werden. Zahlreiche Lastwagen rollen deshalb durch Tiefenbach, Emershofen und Bellenberg. Um die Orte vom Verkehr zu entlasten, setzte das Landratsamt Neu-Ulm eine Grenze von 100 Transportfahrten pro Tag fest. Außerdem gilt für den Lastwagen-Verkehr Tempo 30.

Der Vorschlag, den Transportverkehr vom A-7-Parkplatz „Reudelberger Forst West“ über Feldwege durch das Bellenberger Ried zur Lehmgrube zu führen, sorgte im Januar 2018 für Diskussionen in Bellenberg. Zahlreiche Bürger wehrten sich gegen das Vorhaben – mit Erfolg. Die Lastwagen rollen weiter durch die genannten Orte.

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