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Illertissen

16.07.2019

In Illertissen darf ab Samstag geklettert werden

Am Samstag ist es soweit: Dann wird der Turm eingeweiht und freigegeben.
Bild: Alexander Kaya

Bald können sich Sportler mit Seil und Gurt 17 Meter in die Höhe hangeln. Was die Outdoor-Anlage neben Herzle-Route und Wasserfall sonst noch zu bieten hat.

Wie ein Pilz am Waldrand steht er da – der neue Kletterturm. Schon aus der Entfernung wirkt die Holzkonstruktion, die an der Friedhofstraße in Illertissen in die Höhe ragt, imposant. Doch die wahre Größe zeigt sich am Fuße des Turms. Der Blick nach oben ist schwindelerregend. Über 17 Meter führen bunte Routen in die Höhe, teils senkrecht, teils im Überhang.

Mit Spannung erwarten Sportkletterer aus der Region die Eröffnung der neuen Outdoor-Anlage in Illertissen. Am Samstag, 20. Juli, ist es nun endlich soweit. Dann können die ersten Besucher den Kletterturm auf dem Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes mit Seil und Gurt erklimmen. Ab Sonntag startet der offizielle Betrieb der Anlage.

Thomas Ertle, Dritter Vorsitzender der Sektion Illertissen im Deutschen Alpenverein (DAV), blickt der Eröffnung mit Freude entgegen. Fast ein Jahr lang haben die Vereinsmitglieder ehrenamtlich an der Outdoor-Anlage gewerkelt und geschraubt. Lediglich für das Aufstellen des Turmes wurde eine Fremdfirma beauftragt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf der 850 Quadratmeter großen Fläche, auf der der Turm steht, gibt es mehrere Sitzgelegenheiten aus Holz. In einer Holzhütte sind Toiletten untergebracht. Darin befindet sich außerdem ein kleiner Aufenthaltsraum und ein Getränkeautomat. Bis zur Eröffnung am Samstag sollen ein Boulder-Pilz und mehrere Slack-Lines auf dem Gelände errichtet werden.

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Der neue Kletterturm nimmt Gestalt an
Bild: Dominik Stenzel

Eröffnung des Kletterzentrums: Am Samstag findet die Feier statt

Doch die Hauptattraktion ist der 17 Meter hohe Kletterturm. An ihm können sich erfahrene Sportler als auch Anfänger entlanghangeln. Etwa Hundert verschiedenen Routen stehen zur Auswahl. Die Farben geben den Weg vor. Doch nicht jede Strecke lässt sich so einfach meistern. „Diese Route schaffen nur echte Profis“, sagt Ertle und deutet auf die abgeflachten schwarzen Griffe, die sich an einer Kante des Turms in die Höhe schlängeln. Auf einem Schild daneben prangt die Zahl zehn – der höchste Schwierigkeitsgrad. Mehr geht nicht.

Dagegen wirken die Strecken an der Nordseite des Turms überschaubarer. Sie führen ohne Überhang senkrecht nach oben. „Diese Routen eignen sich gut für Anfänger“, erklärt Ertle. Die Griffe sind auch hier unterschiedlich geformt – mal rund, mal mit Loch. Sogar herzförmige Griffe führen an der Wand entlang. „Das ist unsere Herzle-Route“, sagt Ertle. Für Kinder haben sich die Macher etwas Besonders ausgedacht und Tier-Griffe in Form von Affen, Giraffen oder Fischen verschraubt. Damit es geübten Kletterern am Turm nicht langweilig wird, werden die Routen zweimal im Jahr neu gesetzt. Lesen Sie auch: Graffiti-Künstler bekommen eine eigene Wand in Illertissen

Insgesamt stehen 42 Sicherungslinien zur Verfügung, an denen Besucher ihre Seile spannen und entlang klettern können. Um sicher zu gehen, dass alle Schrauben und Griffe sitzen, haben die Experten des DAV jede Route vorab getestet. Einmal im Jahr wird der Kletterturm von einer Fachfirma auf seine Sicherheit hin überprüft. Zusätzlichen Schutz bietet der zehn Zentimeter dicke Gummiboden um den Turm herum. Er gibt beim Darüberlaufen nach und soll Kletterer im Falle eines Sturzes vor schweren Verletzungen bewahren. Allein dieser sogenannte Fallschutzboden kostete 20000 Euro, weiß Ertle. Insgesamt belaufen sich die Baukosten der Outdoor-Anlage auf 650000 Euro. Weil die Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen als Hauptsponsor viel Geld locker machte, heißt die Anlage offiziell „Sparkassen Arena – DAV Kletterzentrum Illertissen“. Das rote Logo prangt ganz oben am Turm und ist schon von Weitem zu sehen.

Verein profitiert schon jetzt von der Anlage

Um auf das 850 Quadratmeter große Gelände zu kommen, müssen sich Besucher bargeldlos am Automaten ein Eintrittskarte kaufen. Mit dieser lässt sich das Eingangstor elektronisch öffnen. Ein Tagesticket kostet elf Euro, für DAV-Mitglieder der Sektion Illertissen sogar nur sieben Euro. Geklettert werden kann täglich von 8 bis 22.30 Uhr. Dank des großen Dachüberstandes kann die Anlage das ganze Jahr über genutzt werden. Bei Regen wartet auf die Besucher ein besonderes Klettererlebnis. Denn dann stürzt vom Dach des Kletterturms ein kleiner Wasserfall in das darunter angelegte Naturfelsenbecken. Schon vor der Eröffnung ist Ertle vom Erfolg des Kletterzentrums überzeugt: „Wir haben allein durch den Bau der Anlage über Hundert neue Mitglieder dazugewonnen.“ Auch interessant: Neue Wege für die Radfahrer in Illertissen

Termin Am Samstag wird das Kletterzentrum an der Friedhofstraße eröffnet. Von 11 bis 18 Uhr können Besucher selbst klettern oder den Profis zusehen. An Buden gibt es Essen und Getränke. Ab 14 Uhr zeigt der Laupheimer Slackline-Profi Moritz Hamberger sein Können. Ab Sonntag, 21. Juli, startet der offizielle Kletterbetrieb am neuen Turm.

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