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Illertissen

16.11.2018

In Illertissen droht neuer Ärger über alte Straßen

Wenn Straßenbauten nach dem 1. Januar 2018 begonnen haben (im Bild die Sanierung der Vöhlinstraße), müssen die Anwohner keine Ausbaubeiträge mehr zahlen. Das wird in Illertissen noch einigen Unmut schüren, glaubt Bürgermeister Eisen.
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Wenn Straßenbauten nach dem 1. Januar 2018 begonnen haben (im Bild die Sanierung der Vöhlinstraße), müssen die Anwohner keine Ausbaubeiträge mehr zahlen. Das wird in Illertissen noch einigen Unmut schüren, glaubt Bürgermeister Eisen.
Bild: Jens Carsten (Archiv)

In Illertissen erwartet Bürgermeister Jürgen Eisen weiteren Unmut über die abgeschafften Ausbaubeiträge. Warum - das sagte er in einer Bürgerversammlung.

Es tut sich einiges in Illertissen: Davon konnten sich rund 120 Besucher der Bürgerversammlung in der voll besetzten Illertisser Schranne überzeugen. Seinen Vortrag hatte Bürgermeister Jürgen Eisen vollgepackt – es ging unter anderem um dringend benötigten Wohnungen, um die Notlage des Landwirts im Illertisser Süden, um eine Welle defekter Straßenlaternen und den Ärger und um den Ärger um die abgeschafften Straßenausbaubeiträge. Letztere lagen Eisen besonders an Herzen - denn es droht neues Ungemach für die Bürgerschaft. Grund dafür ist Post aus München, eine Handlungsanweisung in Sachen Strabs wird für Ende November erwartet (Mehr darüber lesen Sie hier: Die Strabs geht, der Ärger bleibt).

Trotzdem schienen die Anwesenden bei der Bürgerversammlung mit dem Gehörten zufrieden. Nachfragen gab es keine. Mangels Nachfragen entfiel die Bürgersprechstunde. Aber auch so wurde einiges thematisiert. Hier ein Überblick.

Wohnungsbau: In Illertissen gibt es Bedarf an Wohnungen für junge Leute – das stellte Eisen in seiner Rede fest. Wenn es für ein Paar leichter sei, eine Bleibe in Ulm zu finden als in der Vöhlinstadt, dann habe letztere ein Problem. „Wir sind dran“, sagte Eisen. In nächster Zeit soll innerorts viel Wohnraum entstehen, etwa auf dem ehemaligen Baywa-Areal. Zudem sollen Wohnungen für Bürger mit kleinen Einkommen gebaut werden: Die Wohnungsbaugesellschaft plane in den kommenden ein bis zwei Jahren vier Häuser mit je neun Wohnungen, sagte Kämmerer Markus Weiß.

der letzte Arbeitsschritt: Einen Tag lang wurde der Feinbelag aufgebracht, dann war der erste Teil der Sanierung der Vöhlinstraße nach fünf Monaten Bauzeit beendet .
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Jetzt heißt es: Freie Fahrt in der Vöhlinstraße
Bild: Jens Carsten

Senioren: Für betagte Bürger entstehen demnächst spezielle Wohnformen: Der Caritasverein baut am Rosengarten (der dafür verlegt wird) und die Firma Compassio aus Ulm will rund um die zu diesem Zweck umgebaute Jahnhalle Wohnungen anbieten (Mehr dazu lesen Sie hier: Ein ganzer Park muss umziehen und hier: Wie Senioren die Illertisser Jahnhalle retten könnten).

Hat die Jahnhalle nun ausgedient oder doch nicht? – Ganz klar ist das in der Jahresversammlung des TSV Illertissen nicht festgelegt worden. Der Vorstand erhielt allerdings den Auftrag, nach einem neuen, alternativen Gelände für einen möglichen Hallenbau umzusehen. Die Jahnhalle und das umliegende Sportgelände gehören dem TSV.
Bild: Archiv

Landwirt und Mauer sind Thema bei Bürgerversammlung

Landwirt: Mit dem Thema Wohnen ist das Schicksal eines Landwirts verknüpft, der im Illertisser Süden einen Rinderhaltung betreibt. Wie berichtet, gibt es wegen Gerüchen Ärger mit Anwohnern. In der Bürgerversammlung schilderte Eisen die Nöte des Mannes: Grundsätzlich zwinge die Agrarpolitik durch die Art und Weise der Vergab von Subventionen die Bauern, zu Unternehmern zu werden. „Sie müssen immer größer und größer werden.“ Das schaffe Konflikte. Im Illertisser Süden stelle sich die Lage nun so dar: Der Landwirt könne dort zwar bleiben, sein Unternehmen aber nicht mehr vergrößern. Eine Umsiedlung sei im Gespräch. Die Politik sei für „Fehlentwicklungen“ wie diese verantwortlich, so Eisen. Im Illertisser Süden sei ein Wohngebiet geplant, aber erst wenn die Flächen in der Stadt erschlossen seien, erklärte der Bürgermeister (Mehr dazu lesen Sie hier: Warum sich die Illertisser an diese Mauer gewöhnen müssen).

Illertissen: 400 LED-Lampen sind kaputt

Lampen: Bei einer Serie von 400 LED-Lichtern kommt es zu Ausfällen, sagte Eisen. 100 wurden bereits ausgetauscht. „Nicht jede Technik ist von Anfang an ausgereift.“

Wirtschaftsflächen: Weil Kommunen als Standorte für Gewerbe und Industrie im Wettbewerb stehen, sei es wichtig, geeignete Flächen anbieten zu können, sagte Eisen. Das neue Gewerbegebiet „Leitschäcker“ an der A7 wurde umgesetzt, bevor die neue bayerische Regierung den Flächenverbrauch reguliert. Dann dürften Kommunen wie Illertissen wohl gerade noch 4000 bis 5000 Quadratmeter pro Jahr ausweisen (Mehr darüber lesen Sie hier: Mehr Industrie auf der „grünen Wiese“).

Straßenausbaubeiträge: Noch immer ist unklar, wie genau die Städte und Gemeinden die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzungen (Strabs) umsetzen sollen. Eine Anweisung dazu wird für Ende November erwartet. Eisen machte keinen Hehl daraus, das der die Abschaffung für unfair hält. Immerhin hätten viele Bürger schon gezahlt. „Eigentum verpflichtet“, so Eisen. Mit Spannung werde erwartet, wie der Staat die Ausfälle an Einnahmen kompensiert. Sonst müsse sich die Stadt das Geld wohl von den Bürgern zurückholen, so Eisen.

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