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Illertissen

11.07.2019

Was das Unternehmen Ruku mit Weinfässern zu tun hat

Ruku-Geschäftsführer Werner Schmid (links) und Thomas Geyer zeigen ihr neuestes Modell.
Bild: Ruku

Welche Idee hinter dem neuesten Modell der Illertisser Firma Ruku steckt.

Zwischen all den Haustüren, die den Ausstellungsraum der Illertisser Firma Ruku füllen, sticht das warme Holz des neuesten Modells nicht gleich hervor. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: diese Haustüre ist aus einem besonderem Material gefertigt.

„Das Holz stammt von alten Weinfässern“, sagt Geschäftsführer Thomas Greyer und streicht über die leicht unebene Tür. Sie ist seine neueste Erfindung – zusammengesetzt aus vielen kleinen Brettern, auch Dauben genannt. Diese formten einst große Fässer, in denen Rotwein lagerte. Mehr aus Illertissen erfahren Sie hier: Erst mit Nickelback auf der Bühne - und jetzt bei "Live im Sperrbezirk"

Für die Herstellung arbeitet Geyer mit einer Firma bei München zusammen. Dort werden die alten Rotweinfässer, im Fachjargon auch als Barrique bezeichnet, zerlegt. Anschließend werden die Dauben aus feinporigem Eichenholz sortiert und restauriert. „Das Holz kann bis zu Hundert Jahre alt sein“, weiß Geyer. Nicht jede der Latte lässt sich weiter verwerten.

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Ehemalige Weinfässer werden umfunktioniert

Die noch brauchbaren Brettchen werden in millimeterdünne Holzschichten aufgetrennt. Nur so lassen sich die gebogenen Dauben mit Hilfe eines speziellen Verfahrens wieder in ihre gerade Ursprungsform pressen. Wie bei einem Puzzle werden die Eichenholzteile dann zu einer Platte zusammengesetzt und beim Illertisser Türenhersteller Ruku zu einer Haustüre weiterverarbeitet.

„Wir suchen ständig nach neuen und außergewöhnlichen Oberflächen“, sagt Geyer, der die Firma Ruku zusammen mit Werner Schmid seit mehr als 30 Jahren leitet. So haben die beiden bereits ein paar Unikate im Sortiment. Eine ihrer Haustüren wird aus echtem Stein gefertigt, in einem anderen Modell stecken Holzbalken aus alten Scheunen, die von einer Memminger Firma angeliefert werden. „Die Optik aus altem Holz ist gerade wieder im Trend“, weiß Geyer.

Geyer: „Eine Türe verrät auch viel über das, was dahinter steckt.“

Auf der Suche nach innovativen Ideen stieß er auf die alten Weinfässern. Neu ist das zwar nicht – im Internet finden sich weitere Anbieter. Doch in der Region dürfte Ruku die einzige Firma sein, die Haustüren aus alten Weinfässern verkauft. Das erste Modell können Besucher im Ausstellungsraum in Illertissen begutachten.

Doch in der ausgefallen Haustüre steckt nicht nur das Holz jahrealter Rotweinfässer. Auch die neueste Technik lässt sich in dem besonderen Holz verbauen. Digitaler Spion, Fingerabdruck-Scanner – alles ist möglich. „Die Haustüre aus Weinfässern ist genauso sicher wie andere Türen“, sagt Geyer. Mehr zur Wirtschaft aus der Region: Die Wieland-Häuser: Von der Arbeiterwohnung zum Schmuckstück

Zu kaufen gibt es das ausgefallene Stück ab 4000 Euro je nach Ausstattung. Geyer weiß, dass er mit seinem neusten Modell nicht die breite Masse an Kunden erreicht. „Man muss schon eine Liebe für Türen haben“, sagt der Ruku-Geschäftsführer. Doch darum geht es ihm nicht. Für Geyer ist eine Türe mehr als nur ein Gegenstand zum Öffnen und Abschließen. „Eine Türe verrät auch viel über das, was dahinter steckt.“

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