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Kirchenmusik

04.04.2019

Eindrucksvolles Passionskonzert

Das Stephanus-Quartett beim Passionskonzert in St. Michael (von links: Stefan Kellermann, Herbert Hübner, Abt em. Emmeram Kränkl und Tobias Lutz).
Bild: Thomas Niedermair

Das Stephanus-Quartett beweist, dass Mozarts Requiem auch in reduzierter Form glanzvoll wirken kann

Wenn tatsächlich noch Zweifel daran bestanden haben sollten, dass Mozarts Kompositionskunst auch in reduzierter Besetzung große Strahlkraft zu entfalten vermag, so wurde beim Passionskonzert in der Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael in überzeugender Manier der Gegenbeweis angetreten. Das Stephanus-Quartett Augsburg, bestehend aus Abt em. Emmeram Kränkl an der Viola, Herbert Hübner und Stefan Kellermann an den Violinen sowie Tobias Lutz am Violoncello, brachte das berühmte „Requiem KV 626“ von W. A. Mozart (für Soli, Chor, Orchester und Orgel) in einer von Peter Lichtenthal (1778-1853) erstellten Fassung für Streichquartett so virtuos zur Geltung, dass die Beschränkung hier nicht als Manko, sondern als stilvolle Variation empfunden werden konnte.

Stadtpfarrer Josef Baur freute sich, dass an diesem Sonntagnachmittag trotz besten Wetters gut 150 Zuhörer in die Michaelskirche gekommen waren. Er verwies auf „den durch die Reduzierung auf die Streicher möglichen anderen Zugang zu Mozarts Werk“.

Abt Emmeram führte zu Beginn in die Entstehungsgeschichte des Opus ein, das nach Mozarts frühem Tod (1791) unvollendet geblieben und von Franz Xaver Süßmayr (1766-1803) – in nicht immer unumstrittener Manier – ergänzt worden war.

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Das bei Mozart durch den Boten eines Grafen, der anonym bleiben wollte, für dessen verstorbene Frau in Auftrag gegebene Requiem gilt – trotz der nicht immer schlüssigen Weiterführungen durch andere Musiker – als ein kirchenmusikalisches Hauptwerk des Meisterkomponisten.

„Die zeitgenössische Bearbeitung für Streichquartett, durch den in Mailand wirkenden Arzt und Musiker Peter Lichtenthal, der mit Rossini und Paganini befreundet war, wird eher selten aufgeführt“, teilte Abt Emmeram den Zuhörern mit. Vom einleitenden Requiem-Satz an verdeutlichte das Stephanus-Quartett, dass diese auf vier Stimmen reduzierte Fassung über durchaus eigenständige Qualitäten als wirkungsvoll verdichtete Version verfügt. Dem von barockem Stil geprägten „Kyrie“ folgte die auch in reiner Streicher-Besetzung imposante dramatische Wucht des „Dies irae“. Sowohl die Teile, die Mozart noch selbst komponiert oder zumindest bereits ausgearbeitet hatte (bis zu den Anfangstakten des „Lacrimosa“ und bis zum „Hostias“), als auch die Fortführungen durch Süßmayr präsentierten die Musiker mit großer Spielfreude und beeindruckender Professionalität.

Die barocke Opulenz des „Rex tremendae“, die kontrastreiche Gestaltung beim „Confutatis“ mit seinen Dur-Moll-Wechseln, die motivisch mit der Requiem-Einleitung verknüpften „Offertorium“-Sätze („Domine Jesu“ und „Hostias“), die von Süßmayr stammenden Sätze („Sanctus“, „Benedictus“ und „Agnus Dei“) und die finale „Communio“ wurden vom Stephanus-Quartett in dieser konzertanten Stunde klangschön zum Ausdruck gebracht.

Lang anhaltender Applaus der beeindruckten Zuhörer belohnte die Darbietung der vier virtuosen Instrumentalisten, die als Musiklehrer und -studenten am Gymnasium St. Stephan in Augsburg tätig waren. Die gesamten Einnahmen des Passionskonzertes stellt das Quartett der Orgel- und Kirchenrenovierung in St. Michael zur Verfügung.

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