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Covid-19

28.03.2020

Coronavirus: Wird 2020 ein Sommer ohne Festivals?

Fans feiern ihre Stars bei Rock am Ring.
Bild: Thomas Frey, dpa

Nach ersten internationalen Absagen wegen der Corona-Pandemie geben sich die Veranstalter deutscher Groß-Events noch zuversichtlich.

Zehntausende Menschen, feiernd und schwitzend, hüpfend und tanzend auf engstem Raum vereint zur Livemusik der Stars, die sie lieben, für ein Wochenende mit Freunden von daheim und Fremden aus aller Welt Zelt an Zelt hausend, trinkend, dröhnend: Rituale des Pop- und Rock-Sommers, Festivalzeit! Aber – Halten Sie Abstand! Achten Sie auf gründliche Hygiene! Bleiben Sie zu Hause! – ist das 2020 noch vorstellbar, wo andere Großveranstaltungen wie die Fußball-EM gekippt wurden und Experten sagen, dass sie überhaupt für große Versammlungen, die zwar schön, aber „nicht systemrelevant“ seien, in diesem Jahr keine Chance mehr sähen?

Die internationalen Signale stimmen nicht zuversichtlich. Das Coachella-Festival in Kalifornien, das inzwischen jährlich höchst prominent die Sommersaison eröffnet, fällt mit Stars wie Rage Against The Machine und Lana Del Rey Mitte April schon mal aus, soll aber Mitte Oktober nachgeholt werden. Der Höhepunkt 2020 mit der 50. Auflage des legendären Glastonbury in England mit Taylor Swift und McCartney, geplant für Ende Juni, wurde gleich ganz abgesagt und auf 2021 verlegt.

"Rock am Ring" hat ohnehin schwere Jahre hinter sich

Die Macher der deutschen Großfestivals geben sich unterdessen noch entschlossen. Schließlich soll auch auf dem Nürnberger Zeppelinfeld Jubiläum gefeiert werden, mit 25 Jahren „Rock im Park“ – denn der größere, zehn Jahre ältere und schon wieder weitgehend ausverkaufte Festivalzwilling in der Eifel, „Rock am Ring“, hat ohnehin schwere Jahre hinter sich, mit Abbrüchen, Blitzeinschlag und Terrorwarnung.

Aber knapp 70.000 in Nürnberg, knapp 80.000 Menschen mit Bands wie Green Day und System of a Down am Nürburgring feiernd vereint, bereits am Wochenende von 5. bis 7. Juni? Aktuell heißt es: „Uns erreichen derzeit viele Fragen zu Covid 19: Nach derzeitigem Stand findet Rock im Park 2020 wie geplant statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“

Show gehört zum Freiluft-Erlebnis: Die Death-Metal-Band Amon Amarth bei Rock im Park.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Aber freilich auch, samt Verweis auf die letztlich Verantwortlichen: „Die Gesundheit der Festivalbesucher, Künstler und Mitarbeiter ist unsere oberste Priorität und wir beobachten die Entwicklung natürlich sehr genau. Sollte sich an der aktuellen Lage etwas ändern, entscheiden die Gesundheitsbehörden über mögliche Anpassungen ...“ Tja, was werden die Behörden also wann entscheiden?

Die Veranstalter von Southside sagen: "Das Festival findet statt!"

Noch entschlossener hört sich das sogar beim zweiten großen Event im Süden an. Zwei Wochen später ist Southside am Bodensee angesetzt mit Stars wie Kings of Leon, Seeed und Deichkind (als Zwillingsveranstaltung zum Hurricane im norddeutschen Scheeßel). Und hier heißt es unverdrossen zum Termin Mitte Juni: „Das Festival findet statt!“ Natürlich, man beobachte die Lage, gehe aber davon, das alles „ganz normal“ über die Bühne gehen werde. Und: „Für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass unsere Sause ersatzlos ausfallen muss“, bekämen die Käufer ihre Tickets freilich erstattet. Es bleibt abzuwarten, wie wahrscheinlich das ganz Normale bald noch sein wird.

Völlig unbeeindruckt geben sich jedenfalls bislang die ohnehin Härtesten im hohen Norden, die Macher des Wacken Open Air. Kein Ton zu Corona, kein Ton zu Zweifeln am geplanten Termin. Aber das längst wieder ausverkaufte Wochenende im schleswig-holsteinischen Metal-Dorf mit Judas Priest und Slipknot soll ja auch erst am 31. Juli starten. Wie viel höher wird die Wahrscheinlichkeit auf Normalität bis dahin sein?

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