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Kontra-Kommentar

19.10.2020

Schon mal mit dem Klopapier-Horten beginnen? Bloß nicht!

Horten gehört sich nicht, findet unser Autor.
Bild: Daniel Karmann, dpa

Optimismus ist besser als Hamsterkäufe - meint unser Autor.

Steigende Infektionszahlen, strengere Vorgaben – es ist Herbst, die aktuellen Corona-Entwicklungen fühlen sich aber an, als würden wir den Frühling wiederholen. Wer allerdings meint, er hat aus der Zeit gelernt, und anfängt, vor allen anderen Klopapier zu horten, dem ist nicht mehr zu helfen. Was sich seit damals nicht geändert hat: Wenn das Klopapier wegen der Horter ausverkauft ist und die Menschen auf Alternativen wie Taschentücher und Küchenrolle zurückgreifen, sorgt das für Verstopfungen im Abwassernetz. Das Argument, dass andere einem nicht zuvorkommen sollen, zählt nicht.

 

Andere Nationen hatten andere Prioritäten

Psychologen erklären die Horterei unter anderem mit dem Herdentrieb des Menschen. Das bedeutet: Wer anfängt zu horten, trägt Schuld daran, dass andere folgen, und ist mitverantwortlich für scheußliche Szenen. In Mannheim kam es zum Beispiel wegen Klopapiers zu einer Schlägerei zwischen einem Mitarbeiter und einem Kunden. Schließlich ist es schlimm genug, dass wir Deutschen einmal dafür bekannt wurden, in Zeiten der Krise dem Stuhlgang höchste Priorität eingeräumt zu haben – während bei den Franzosen Kondome, bei den Italienern Wein und bei den Niederländern Cannabis Mangelware waren. In anderen Nationen also gerieten die genüsslichen Laster in den Vordergrund, wir haben uns selbst auf unsere Grundbedürfnisse reduziert.

Nun gilt es sicherzustellen, dass wir uns nicht ein weiteres Mal zum Gespött der Welt machen. Statt unsere Fehler zu wiederholen, sollten wir lieber aus der Vergangenheit lernen und daraus Zuversicht schöpfen. Die erste Welle haben wir schließlich auch verhältnismäßig gut überstanden. Gehen wir dieses Mal mit Optimismus voran – und nicht mit Einkaufswagen voller Klopapier nach Hause.

Lesen Sie auch den Pro-Kommentar von Stefanie Wirsching.

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