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  4. Neue Erkenntnisse über Pluto: So kam das Herz auf die Oberfläche

Astronomie
03.05.2024

Wie das Herz auf Plutos Oberfläche kam

Planet mit Herz: Ein von der Nasa herausgegebenes Farbfoto zeigt den Planeten Pluto, fotografiert von der Raumsonde New Horizons.
Foto: Foto: Nasa, dpa

Forschende lösen das Rätsel: Das helle Herz auf der Oberfläche entstand vermutlich durch die Kollision mit einem Eisbrocken. Darum sank der Körper nicht ein.

Das riesige helle Herz auf Plutos Oberfläche ist wahrscheinlich Ergebnis einer Kollision mit einem Eisbrocken. Das ergeben Simulationen einer internationalen Forschungsgruppe, über die im Fachblatt Nature Astronomy“ berichtet wird. Die Studie stellt zudem infrage, ob sich unter der Oberfläche des Zwergplaneten wirklich ein Ozean befindet.

Im Juli 2015 flog die US-amerikanische Raumsonde „New Horizons“ nach über neunjähriger Flugzeit an dem Zwergplaneten am Rand unseres Sonnensystems vorüber und lieferte erstmals hoch aufgelöste Bilder und Daten von Pluto und seinen Monden zur Erde. Dabei zeigten die Aufnahmen ein großes helles Herz auf der Oberfläche des Eiszwerges. Jene Struktur wurde auf den Namen „Tombaugh Regio“ getauft – nach dem US-Astronomen Clyde Tombaugh, der Pluto vor fast 100 Jahren entdeckte.

„Sputnik Planitia“ - überwiegend gefüllt mit Stickstoff-Eis

Eine internationale Gruppe aus Astrophysikerinnen und Astrophysikern um Harry Ballantyne von der Universität Bern hat sich nun mit dem Rätsel um Entstehung und Beschaffenheit von Plutos Herz befasst. Dabei konzentrierte sich das Team auf „Sputnik Planitia“, den westlichen, tropfenförmigen Teil der Struktur. Dieser Teil umfasst eine Fläche von 1200 mal 2000 Kilometern, was einem Viertel der Fläche Europas entspricht, und liegt drei bis vier Kilometer tiefer als der größte Teil der Himmelskörper-Oberfläche. „Das helle Erscheinungsbild von Sputnik Planitia ist darauf zurückzuführen, dass es überwiegend mit weißem Stickstoff-Eis gefüllt ist“, wird Hauptautor Ballantyne in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Das Eis bewege sich und es finde ein Strömungstransport statt, sodass die Oberfläche ständig geglättet werde. „Dieser Stickstoff hat sich höchstwahrscheinlich nach dem Einschlag aufgrund der geringeren Höhe schnell angesammelt“, so Ballantyne. 

Die Aufnahme von Pluto entstand bei einem Vorbeiflug der Sonde «New Horizons».
Foto: NASA/JHUAPL/SwRI (dpa)

Teil des Herzens vermutlich Ergebnis einer Kollision

Mithilfe einer Simulationssoftware bildete das Team nach, wie „Sputnik Planitia“ entstand. Auf diese Weise errechneten die Forschenden, dass jener Teil des Herzens wahrscheinlich Ergebnis einer Kollision ist, bei der ein planetarischer Körper mit einem Durchmesser von etwa 700 Kilometern mit geringer Geschwindigkeit auf die Oberfläche prallte. Der Brocken bestand vermutlich überwiegend aus Eis mit einem Gesteinskern. „Die längliche Form von Sputnik Planitia deutet stark darauf hin, dass es sich nicht um einen direkten Frontalaufprall, sondern um einen Schrägaufprall handelte“, erläutertCo-Autor Martin Jutzi – eine These, welche durch die Simulationen bestätigt wurde.

„Plutos Kern ist so kalt, dass das Gestein sehr hart blieb und trotz der Hitze des Einschlags nicht schmolz“, ergänzt Ballantyne. Dank des schrägen Einschlagwinkels und der geringen Geschwindigkeit sei der Kern des Einschlagkörpers nicht in Plutos Kern eingesunken, sondern auf ihm liegengeblieben. „Irgendwo unter Sputnik befindet sich der Restkern eines anderen massiven Körpers, den Pluto nie ganz verdaut hat“, fügt Mitautor Erik Asphaug von der US-amerikanischen University of Arizona hinzu.

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Die Studie wirft ein neues Licht auf die innere Struktur des Eiszwerges

Wie die Autorinnen und Autoren anmerken, werfe ihre Studie auch ein neues Licht auf die innere Struktur des Eiszwerges, der vor knapp 20 Jahren seinen Status als Planeten verlor. Bislang wird davon ausgegangen, dass Pluto –ähnlich wie andere Himmelskörper im äußeren Sonnensystem – einen unterirdischen Ozean aus flüssigem Wasser besitzt. Die Simulationen ließen nun auch die Sichtweise zu, dass es auf Pluto nur einen sehr dünnen oder gar keinen unterirdischen Ozean gebe. (Alice Lanzke, dpa)

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