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Bad Bunny verzichtet beim Super Bowl auf direkte Kritik. Und Trump? Ist trotzdem wütend

Für oder gegen Trump

Bad Bunny, Bruce Springsteen, Nicki Minaj - wie US-Künstler zu Trump stehen

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    Bad Bunny beim Auftritt in der Halbzeitpause beim Super Bowl.
    Bad Bunny beim Auftritt in der Halbzeitpause beim Super Bowl. Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa

    Auf dem Spielfeld erhebt sich eine Landschaft aus Gräsers, Zuckerrohr und Palmen. Und mittendrin steht Bad Bunny auf einem karibisch anmutenden Häuschen und singt - auf Spanisch. Mit seinem Auftritt in der Halbzeitshow des Super Bowls setzt der Sänger aus Puerto Rico ein Zeichen gegen Hass und für ein geeintes Amerika. Fahnenträger schwenken neben der Flagge der USA auch die von vielen anderen Ländern des Doppelkontinents Amerika. Politische Botschaften kommen eher subtil daher, auf direkte Kritik an Trump verzichtet Bad Bunny.

    Und der US-Präsident? Fühlt sich trotzdem angegriffen und wettert auf Truth Social, die Show sei furchtbar, das Getanze widerlich und überhaupt sei der Auftritt ein Schlag ins Gesicht für das Land. Er selbst blieb dem Sportereignis fern, im Vorfeld hatte er angekündigt, ICE-Personal zu schicken.

    Bad Bunny und Billie Eilish nutzen Grammy-Verleihung für eine klare Botschaft

    Bad Bunny widerum hatte die US-Einwanderungsbehörde mehrfach kritisiert. Bei der Grammy-Verleihung nutzte der Latin-Superstar seine Dankesrede für eine klare Botschaft: „Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.“ Der Sänger äußerte sich immer wieder gegen die restriktive Einwanderungspolitik - und damit auch gegen Trump.

    Mit seiner Haltung ist der Sänger nicht allein. Das brutale Vorgehen der ICE-Agenten in Minneapolis und die Reaktion der Trump-Administration auf die Tötungen von Renée Good und Alex Pretti sorgten landesweit für Proteste. Und auch in Hollywood werden die Stimmen gegen die autoritäre Politik des US-Präsidenten lauter.

    „ICE out“. Der Slogan ist so kurz, dass er auf eine Anstecknadel passt, doch die Botschaft ist klar: ICE soll raus. Aus Minneapolis und anderen US-Städten. Mit dem Slogan protestierten dutzende Musikerinnen und Musiker bei der Grammy-Verleihung gegen die US-Einwanderungsbehörde. „Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“, sagte Sängerin Billie Eilish und verließ die Bühne mit den Worten „Fuck ICE“.

    Billie Eilish ist bekannt dafür, sich politisch zu äußern.
    Billie Eilish ist bekannt dafür, sich politisch zu äußern. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

    Eilish ist bekannt dafür, Haltung zu zeigen und offen ihre Meinung zu sagen. Sie schießt gerne mal gegen Mächtige und Milliardäre, nannte Elon Musk einen Feigling, kritisiert Trump, aber auch Künstlerinnen und Künstler, die sich in der aktuellen Lage nicht äußern. Doch immer mehr beziehen Stellung gegen Trump.

    Die Punk-Band Green Day trat ebenfalls bei der Eröffnungszeremonie des Super Bowl auf. Deren Frontman Billie Joe Armstrong wettert seit Jahren gegen Trump und bezeichnete dessen Kabinett bei einem Live-Konzert als faschistische Regierung.

    Rocker Bruce Springsteen zeigt offen seine Verachtung gegenüber Trump

    Auch Rocker Bruce Springsteen zeigt offen seine Verachtung gegenüber Trump. Mit dem kürzlich veröffentlichten Protestsong „Streets of Minneapolis“ setzt er ein Zeichen gegen die Gewalt der ICE-Agenten in Minneapolis. Das Lied, eine Anlehnung an seinen alten Hit „Streets of Philadelphia“, avancierte in wenigen Tagen zum Hit. Springsteen singt darin von „König Trumps Privatarmee“, die auf den Rechten der Menschen herumtrampele und mahnt, dass man sich an die Namen der Getöteten erinnern werde.

    Springsteen ist seit langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. (Archivbild)
    Springsteen ist seit langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. (Archivbild) Foto: Annette Riedl/dpa

    Auch Rockveteran Neil Young hat Donald Trump mehrfach attakiert. Im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichte er den Protestsong „Big Crime“, in dem er Faschismus, Korruption und Militarisierung anprangert. Vor wenigen Tagen entzog er Amazon seine Musik, weil Gründer Jeff Bezos den US-Präsidenten unterstützt. Auf seiner Website rief Young zu friedlichem Protest auf und schrieb, Trump zerstöre die USA.

    Ariana Grande und Beyoncé unterstützen seit langem die Demokraten

    Die Kritik ist genreübergreifend. Auch Popstars wie Olivia Rodrigo und Katy Perry zeigten sich auf Social Media solidarisch mit den Protesten. Lady Gaga hat mehrfach ihre Antipathie gegenüber Trump geäußert. Ariana Grande und Beyoncé unterstützen seit langem die Demokraten. Auch Superstar Taylor Swift hatte sich im US-Wahlkampf 2024 gegen Donald Trump positioniert, aber zu den aktuellen Ereignissen schwieg sie bislang. Auch die Liste an Künstlerinnen und Künstlern, die Trump verboten hatten, ihre Songs bei Wahlveranstaltungen zu spielen, ist lang. Mit dabei: Adele, Celine Dion, Creedence Clearwater Revival, ABBA, Rolling Stones, R.E.M., Elton John, Guns N‘ Roses, Rihanna und die Foo Fighters.

    Rage Against The Machine-Gitarrist Tom Morello, bekannt für seine linkspolitische Haltung, veröffentlichte vergangenen Sommer den Song „Pretend You Remember Me“, um gegen die ICE-Razzien in Los Angeles zu protestieren. Andere Bands taten es ihm gleich. Die Punk-Gruppe NOFX aus Kalifornien schrieb einen alten Song um, aus „Huntington Beach Nazis“ wurde die Single „Minnesota Nazis“. Die Dropkick Murphys überarbeitete ihren Song „Citizen C.I.A.“ zu „Citizen I.C.E.“.

    Eminem bezog mehrfach Stellung gegen den US-Präsidenten

    Auch Rapper Ice-T dichtete im Sommer vergangenen Jahres bei einem Konzert den Refrain von „Cop Killer“ spontan in „ICE Killer“ um. Der ursprüngliche Song war 1992 nach der massiven Polizeigewalt gegen Schwarze in Los Angeles entstanden. Angesichts des brutalen Vorgehen von ICE-Agenten erklärte der Rapper kürzlich im Interview, er habe das Gefühl, die USA bewegten sich auf „extrem unschönes Terrain“ zu.

    Rapper Eminem und der ehemalige US-Präsident Barack Obama unterstützten Kamala Harris im Wahlkampf in Detroit.
    Rapper Eminem und der ehemalige US-Präsident Barack Obama unterstützten Kamala Harris im Wahlkampf in Detroit. Foto: Paul Sancya/AP

    Rapper Eminem bezog in den vergangenen Jahren mehrfach Stellung gegen den US-Präsidenten. Schon 2017 veröffentlichte er einen Diss-Track, in dem er seiner Abneigung gegenüber Trump Luft machte. Bei Kendrick Lamar kommt die Kritik etwas subtiler daher. Der Rapper nutzte seinen Auftritt in der Halbzeitshow des Super Bowl 2025 für eine politisch aufgeladene Performance, mit der er die US-Administration indirekt durch visuelle Symbolik und eine gezielte Songauswahl kritisierte.

    Rapperin Nicki Minaj stand bei einem MAGA-Event auf der Bühne

    Doch im Hip Hop gibt es auch einige Trump-Anhänger. Für Schlagzeilen sorgte kürzlich Rapperin Nicki Minaj, als sie plötzlich bei einem MAGA-Event auf der Bühne stand, Trumps Hand hielt und erklärte, sie sei sein größter Fan. Früher wurde Minaj von der queeren Community gefeiert, sie selbst machte ihre Abneigung gegenüber Trump deutlich. Jetzt hat sie offenbar einen Sinneswandel hingelegt und viele Fans sind fassungslos. Überzeugung oder reiner Opportunismus? Darüber wird im Netz gerätselt.

    Bei Kayne West scheint die Sache klar. Der Rapper, der mehrfach wegen seiner antisemitischen Haltung von sich reden machte, gilt seit langem als Trump-Unterstützer. Zwiegespalten scheint das Verhältnis zwischen Trump und Lil Wayne. Der Rapper posierte 2020 mit dem US-Präsidenten, wurde von ihm begnadigt und entging einer Gefängnisstrafe. Später äußerte er sich abwertend gegenüber Trump. Auch bei 50 Cent und Snoop Dog ist das Verhältnis unklar.

    Sänger Kid Rock dagegen ist seit Jahren ein glühender Anhänger Trumps, er inszeniert sich gern als bester Freund des Präsidenten und fungiert als eine Art Maskotchen. Der Rocker, bekannt für seinen Hit „American Badass“, trat bei zahlreichen Maga-Veranstaltungen auf, nach Trumps Amtseinführung posierte er im USA-Outfit im Oval Office. Auch KISS-Frontmann Gene Simmons, Rocker Ted Nugent sowie die Country-Sänger Jason Aldean und Billy Ray Cyrus, der bei Trumps zweiten Amtseinführung auftrat, gelten als Unterstützer des US-Präsidenten.

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