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Hurlach

04.07.2017

Ein Vagabundenleben mit Musik

In Hurlach auf musikalischer Weltreise mit Quadro Nuevo. Die Kultband begeisterte in der Kultur- und Sporthalle mit „Grand Voyage“.
Bild: Maren Martell

In Hurlach auf musikalischer Weltreise mit Quadro Nuevo. Die bekannten Tangostücke.

Hurlach Nicht Dießen. Nicht München. Nicht Augsburg. Nein, Hurlach! Für die 1800-Einwohner-Gemeinde auf dem Lechfeld sicher ein großes Highlight: Das Konzert der Kultband Quadro Nuevo in ihrer Kultur- und Sporthalle. Mehr als zweieinhalb Stunden spielte das Weltmusikquartett anlässlich der Kreiskulturtage und nahm das Publikum mit auf eine musikalische Weltreise.

In ihren Liedern ging es um Sehnsucht, um Wurzeln, um das Vagabundenleben, um Heimat. Ganz passend zum Motto der Kulturwochen. Da waren ganz leise Tonpoesie zu hören, aber auch waghalsige Improvisationen oder wilder Balkan-Swing und nicht zu vergessen die vielen Tango-Rythmen, für die Quadro Nuevo auch berühmt ist. Die Hurlacher und die extra angereisten Fans dankten es immer wieder mit viel Aplaus und Bravorufen.

Da klopfte und hämmerte D.D. Lowka auf seinem Bass. Evelyn Huber bewies an ihrer Konzertharfe eine unglaubliche Virtuosität. Mulo Francel begeisterte mit seinen endlos erscheinenden schnellen Rythmen an der Klarinette und seinem einfühlsamen Saxophon und Andreas Hinterseher verzauberte die Zuhörer am Bandoneon mit der Musik von Astor Piazolla. Zugleich faszinierten alle Vier aber auch mit ihrem präzisem Spiel. Ja, sie hörten aufeinander und ließen sich immer wieder gegenseitig „zu Wort“ kommen. Niemand dominierte und immer fanden sie am Schluss zusammen. Für Quadro Nuevo war die eher nüchterne Hurlacher Kulturhalle eigens ausgeschmückt worden. An der Decken hingen fast 50 weiße Lampions. Die hatte die Landjugend aufgehängt. Vor der Halle schwebten zauberhaft die zarten Fahnen der Textilkünstlerin Nani Weixler und vor der schön ausgeleuchteten Bühne hing das „Life Boat“ des Hurlacher Künstlers Gerhard Heitzer. Ein bereits 2010 entstandenes Objekt aus Pflanzenstengeln und Papier mit Bananenfasern.

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„Die Koffer voller Melodien, aufgelesen hier und dort, gestern und heute. Jeder Ton erzählt von einer neuen Begegnung.“ Mulo erläuterte dem Publikum die Geschichten hinter der Geschichte, hinter den einzelnen Musikstücken.

So waren die Virtuosen vor drei Wochen noch auf dem Balkan unterwegs, in Bulgarien. „Da hat einer von uns sich einen Floh mitgebracht, einen Bergfloh“, witzelte der Klarinettist und Saxophonist. Als Straßenmusiker haben sie angefangen. 1996 gründete sich das Ensemble. Mehr als 2500 Konzerte haben sie mittlerweile gegeben und tingeln weiter durch die Welt. Sie waren im Orient, in Südeuropa, auf dem Balkan, in Südamerika und Afrika unterwegs. In Hurlach spielten sie aber nicht nur Stücke wie „Die Reise nach Batume“, „Meteora“ oder die „Canzione de la strada“ von ihrem Programm „Grand Voyage“.

Sie brachten auch bekannte Tangostücke wie „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodriguez zu Gehör. Mit ihrer ersten Zugabe entführten sie das Publikum dann erneut auf den Balkan und spielten „Paprika“ mit wahnsinnig schnellen Klarinetten-Soli. Mit leisen jazzigen italienischen Klängen verabschiedeten sie sich dann gut eine Stunde vor Mitternacht. Zu hören ist das Ensemble demnächst wieder in der Region. Dann aber in Augsburg in anderer Besetzung und anderem Programm am 16. Juli im Spectrum.

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